Argentiniens Präsidentin kritisiert Europas Sparpolitik als verhängnisvoll:

„Tote können keine Schulden zahlen!“

10.8.2012. Die linksperonistische argentinische Staatspräsidentin Cristina Fernandez de Kirchner hat die Sparpolitik der EURO-Staaten stark kritisiert: „Wie kann es Wachstum geben, wenn die Menschen ihre Arbeit verlieren, wenn man ihre Löhne senkt, ihre Häuser versteigert und ihnen die Sozialleistungen wegnimmt?“ Kirchner, deren Land sich unter der Präsidentschaft ihres verstorbenen Ehemannes Nestor (2003-07) selbst aus einer gigantischen Wirtschaftskrise befreite und die die Krise mit Lohnerhöhungen und Investitionen beendete, meinte zur EU-Sparpolitik: „Unter diesen Bedingungen kann man keine Volkswirtschaft oder Gesellschaft aufrechterhalten.“ (Kay Hanisch)

4 Gedanken zu „Argentiniens Präsidentin kritisiert Europas Sparpolitik als verhängnisvoll:

  1. Im Gegensatz zu Europa hatten die Kirchners wenigstens so etwas wie ein Krisenmanagement. Die Wirtschaft wächst, die Löhne sind gestiegen und letzte Woche wurde die letzte Schuldenrate getilgt. Davon sind die Europäer weit entfernt, sie versuchen es ja noch nicht einmal. Den Neoliberalen ist die protektionistische Wirtschaftspolitik der Kirchners ein Dorn im Auge, deswegen wird der argentinische Weg immer schlecht gemacht. Klar gibt es auch in Argentinien wirtschaftliche Probleme und alles im Lot ist nirgends. Man sehe sich aber die Situation von Argentinien 2001-2003 an und wo das Land heute steht. Das sagt wohl alles.

  2. ICh wollte nur verdeutlichen, dass Argentinien noch lange nicht aus der Krise heraus ist. Im Gegenteil, fragwürdige Entscheidungen verschärfen zahlreiche Probleme. Daher bezweifel ich, dass Argentinien sich von der Krise befreit hat und demgemäß auch nicht als Leitlinie für Europa gelten kann, insbesondere nicht unter Führung von Frau Kirchner. Der Artikel impliziert zumindest, dass das Ehepaar Kirchner gute Krisenbewältigung betrieben habe.

  3. Fr. Kirchner wurde im Artikel nicht gefeiert. Der Bericht ist sie betreffend wertungsfrei.

  4. Kirchner als Krisenbewältigerin zu feiern, halte ich für falsch. Die aktuelle Politik treibt Argentinien wieder in die Enge. Die hohen Handelsbilanzdefizite führen zu einer protektionistischen politik, die sich das land m.E. kaum leisten kann. Zusätzlich noch der große Wurf mit der Enteignung von YPF isoliert das Land.
    Insgesamt steht die argentinische Wirtschaft ohnehin sehr wackelig dar. Demensprechend sollte Frau Kirchner sich zunächst um ihr eigenes Land sorgen.

Kommentare sind geschlossen.