berühmte Kunstruine „Tacheles“ in Berlin-Mitte geräumt

Gerichtsvollzieher und Polizei sind seit dem Morgen vor Ort, um die 80 dort arbeitenden Maler, Bildhauer und anderen Künstler aus dem Haus zu holen. „Berlin hat heute einen großen Verlust erlitten,“ sagte eine Sprecherin der Künstler.

Des Weiteren wiederholte Sie ihrerseits die Forderung der „Tacheles“-Nutzer, dass Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der für Kunst zuständige Staatssekretär André Schmitz (SPD) zurücktreten sollten. „Sie allein sind verantwortlich für diese Räumung.“

Die fünfstöckige Ruine steht unter Zwangsverwaltung. Das Gebäude und das dazugehörige Grundstück fielen an ein Gläubigerkonsortium, nachdem der letzte Besitzer, eine Tochtergesellschaft der Fundus-Gruppe, 2008 insolvent wurde. Die HSH Nordbank ist Vorsitzende des Konsortiums.

Das „Tacheles“ ist das letzte verbliebene Gebäude eines Kaufhauskomplexes, vom Anfang des vorhergehenden Jahrhunderts. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer zerstört, in den 80ern ließ die Ostberliner Stadtverwaltung große Teile abreißen. Nur der Kopfbau an der Oranienburger Straße blieb erhalten und steht nunmehr unter Denkmalschutz. Nach dem Mauerfall schufen die Besetzer eine künstlerische Freifläche. Das Haus wurde seither zu einem Anziehungspunkt für Touristen. (Norman Knuth)