″Biomat″ – Die mobile Biogasanlage

Biomat-Vera-Wiedermann

Publiziert am 11 Oktober, 2013 Gute Nachrichten

Die Produktdesignerin Vera Wiedermann aus Wien, die lösungsorientierte Produkte für den Alltag entwirft, kam auf eine Idee. Sie sagte sich, wenn man sein Essen selbst zubereitet und möglichst auf Fertignahrung verzichtet, müsste eigentlich genug Biomüll entstehen, um damit unseren Herd in der Küche, unabhängig von Energieversorgern mit Biogas, aus eigenen Küchenabfällen zu betreiben.

© Vera Wiedermann

Diese Kücheneinheit wäre unabhängig von Ort und Energielieferanten. Frau Wiedermann beschäftigt sich mit der Umsetzung ihrer Idee bereits seit drei Jahren. Das Institut für Verfahrenstechnik der Technischen Universität Wien unterstützt sie bei der technischen Umsetzung. Sie wollte von den Wissenschaftlern wissen, ob ihre Idee realisiert werden könnte. Sie bemerkt dazu: “Das Ergebnis der Studie war erfreulich.”

Die Untersuchungen des Instituts brachten als Ergebnis hervor, dass die durchschnittlich in einem Haushalt anfallende Menge an Bioabfall tatsächlich ausreicht, um eine autarke Kochstelle mit Biogas zu versorgen. Selbst die Umwandlung in Strom zum Betrieb eines Kühlschrankes wäre möglich, wenn auch unter großem Energieverlust bei der Umwandlung von Biogas in Strom.

Methanogene oder auch Methanbildner genannt, sind bakterienähnliche Lebewesen, die auch im menschlichen Verdauungstrakt vorkommen und die alle Arten von menschlicher Nahrung in Methangas umwandeln können. Diese Methanogene werden auch beim hier beschriebenen Verfahren eingesetzt und da man geringe Mengen an Abfällen braucht, entsteht das erste Gas bereits nach einem Tag. Dadurch benötigt man für die Küchenabfall-Biogasanlage nur ein Volumen von etwa 60 Litern und man könnte die Anlage direkt in der Küche installieren. Frau Wiedermann sagt begeistert: „Das System wäre geschlossen, geruchlos, würde keine Ungeziefer oder Fliegen anziehen und wäre einfach zu bedienen und zu warten.“

Auf der Vienna Design Week präsentierte sie ihren “Biomat”, wie sie die Anlage getauft hat. Der kugelförmige Komposter wurde am letzten Messetag den “Salat-Piraten” in Wien übergeben. Dieser Urbane-Gärten-Verein wird den Bioabfall während des kommenden Winters kompostieren und im kommenden Frühjahr zum Anbau von Gemüse in der Stadt einsetzen.

Eine tolle, in der Praxis umsetzbare Idee der Designerin Vera Wiedermann aus Wien!

Weiter Bilder zum “Biomat” findet ihr auf der Facebook-Seite Vera Wiedermann Designstudio.

 

Quelle: derstandard.atGute Nachrichten

Herzlichen Dank an Mika für den Tipp! 🙂