COMPACT eröffnet in der neuen Ausgabe eine Debatte um unseren «Mann des Jahres»

COMPACT eröffnet in der neuen Ausgabe eine Debatte um unseren «Mann des Jahres»

Geschrieben von: Andreas Rieger Am 21. Juli 2013

Im Grunde ist es ein gigantischer Feldversuch: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht der moderne Mensch einer global vernetzten Finanz- und Sicherheitstechnik gegenüber. Es stellt sich dabei unter anderem die Frage nach der Souveränität der Nationalstaaten im «digitalen Weltstaat», aber auch nach der zukünftigen politischen Beherrschbarkeit des technischen Apparates überhaupt.

Die gleiche Politik, die – schon aus historischen Gründen – über Jahrzehnte die Zivilcourage als Kern der demokratischen Lehre angemahnt hat, weicht heute dem realen Praxistest rund um das Phänomen «Snowden» aus. Die Pointe ist dabei: Nur mit einem sicheren Asyl für den IT-Experten könnte der Skandal überhaupt ganz aufgeklärt werden. Stattdessen wird Snowden auf unwürdige Weise gehetzt. Das offizielle Berlin fordert kein Asyl, betreibt keine Aufklärung, sondern schweigt. Ein Beispiel auf höchster Ebene: Unser Bundespräsident, der nur verhalten den offensichtlichen Angriff auf die Bürgerrechte kommentiert und stattdessen «Verrat» wittert. Verrat ja, nur wem gegenüber?

Der Moderator Ken Jebsen legt sich jedenfalls in der neuen August-Ausgabe von COMPACT fest. Der Gründer des Internet Kanals Kenfm.de kommt in seinem Beitrag zu einem glasklaren Urteil: «Snowden ist der Mann des Jahres!» Mehr noch, der Mann verdient unsere Solidarität, schreibt Jebsen: «Frage nicht, was Edward Snowden für Dich getan hat. Frage Dich, was Du für Edward Snowden tun kannst.” Mit anderen Worten: Statt der Taktiererei deutscher Politiker fordern immer mehr Bürger wie Jebsen klare Solidarität mit Snowden. Nur, ist das realistisch?

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