Der Gebrauch von Cannabis und die Aufklärung angeblicher Beweise!!!

HanfCannabis (oder Hanf) erfreut sich schon seit
über 8000 Jahren einer symbiotischen Beziehung
zur Menschheit. Die Pflanze wird rund um
den Globus angebaut, und sie war viele Jahre lang
die weltweit gebräuchlichste Kulturpflanze. Cannabis
wurde schon „die nützlichste Pflanze der Welt
genannt“. Hier sind einige gute Gründe dafür.

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High werden

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Es gibt schriftliche Belege, die bis zurück in das Jahr 2737 vor Chr. reichen.
Sie beweisen, daß diese Pflanze wegen ihrer psychoaktiven Wirkungen in
der Medizin, zur Entspannung und im Rahmen religiöser Zeremonien
verwendet wurde.
Cannabis weist eine ungewöhnlich komplexe Zusammensetzung auf. Der
Rauch, der entsteht, wenn Cannabis verbrannt wird, enthält 400 verschiedene
chemische Verbindungen, von denen 60 Cannabinoide sind. Bis
heute wurden nur wenige dieser Cannabinoide als psychoaktiv erkannt. Die
wichtigsten drei sind Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), und
Cannabinol (CBN). THC ist unter den dreien die aktivste Substanz. Nach
dem Inhalieren wandert das THC durch die Lungen in das Blut und mitdiesem
direkt ins Gehirn. Dort trifft es auf Rezeptoren, die das Gedächtnis,
die Emotionen und die Koordination von Bewegungen beeinflussen.
1992 entdeckte man einen natürlich vorkommenden Neurotransmitter –
Anandamid (der Name leitet sich von Ananda, dem Sanskrit-Wort für
Glückseligkeit ab), der auf die gleichen Rezeptoren zielt und die gleichen
Wirkungen wie THC hervorrufen.
Im 19. Jahrhundert war es noch eine sozial akzeptierte Droge. Erst seit vergleichsweise
kurzer Zeit leidet Cannabis unter der harten Hand des
Gesetzes. Ausgelöst durch die (heutzutage lächerlich erscheinenden)
Predigten einiger Moralisten, angetrieben von einigen Lobbyisten, die Angst
vor der zunehmenden Bedrohung ihrer Öl- Baumwoll- und Holzindustrie
durch Hanf hatten, begann die Cannabis-Prohibition erst so richtig in den
dreißiger Jahren in Amerika. Nachdem es (unter dem Druck der USA) in die
internationalen Drogengesetze aufgenommen worden war, wurde Cannabis
bald in den meisten Teilen dieser Welt illegal.

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Fabrikation und Industrie

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Cannabis (oder Hanf) ist ein sehr vielseitiger Rohstoff. Die „Business Alliance
For Commerce In Hemp“ hat bis jetzt mehr als 50.000 kommerzielle
Verwendungen von Hanf aufgezeichnet. Umweltschützer, wie auch vorwärtsdenkende
Industrielle, halten Cannabis für eine durchaus realistische
Alternative für fossile Brennstoffe und Nutzholz. Es kann in der Produktion
von Papier, Textilien, Baumaterial, Plastik und sogar von Erdöl gebraucht werden.
Das ist keine neue Entdeckung. Bis Ende des 19ten Jahrhunderts war
Hanf die Nutzpflanze Nummer eins. Es war die treibende Kraft im globalen
Handel, im Krieg und in der Industrie. Sogar noch im zweiten Weltkrieg
führte die USA eine Kampagne durch, die Bauern dazu bringen sollte,
Cannabis für den Krieg anzubauen.
Ein Grund für den einzigartigen Wert von Cannabis sind die Fasern in seinem
Stängel. Diese können zu starken, haltbaren Materialien verwoben, zu Seilen
oder zu einer Art Brei verarbeitet werden, der dem des Holzes ähnlich und in
vieler Hinsicht sogar überlegen ist. So unglaublich dies klingen mag: ein
Hektar Cannabis kann die gleiche Menge Holzbrei hervorbringen, wie die
vierfache Fläche Wald.
Hanf ist auch eine exzellente Quelle für Zellulose – der Grundstoff für
die Produktion von organischem Kunststoff. Anders als Plastik aus
Petrochemikalien sind pflanzliche Kunststoffmaterialien biologisch abbaubar
und mit geringen Umweltschaden verbunden.
Obwohl das für die Öl-getriebene Psyche des 20ten Jahrhunderts kaum
vorstellbar ist, ist es problemlos möglich, Treibstoff aus pflanzlichem Material
herzustellen. Hanf ist eine der besten Quellen für Biotreibstoff. Hätte die
Geschichte einen anderen Lauf genommen, könnten wir heute unsere Autos
mit hanf-basiertem Treibstoff betanken.
Cannabis ist in vieler Hinsicht der ideale, umweltfreundliche Rohstoff. Es
wächst mit Leichtigkeit, sogar auf schlechten Böden, überall auf der ganzen
Welt, und benötigt nur wenig schädigende und teure Pestizide. Anders als
fossile Brennstoffe nimmt es Kohlendioxid (CO2) auf und produziert
Sauerstoff, es bekämpft also den Treibhauseffekt. Eine globale Ökonomie,
basierend auf pflanzlichen statt fossilen Brennstoffen, würde Wohlstand
produzieren, die Verschmutzung phänomenal reduzieren und eine neue
Hoffnung für Drittweltländer darstellen, die perfekte Anbaubedingungen
aufweisen. Cannabis hat tiefe, weitreichende Wurzeln. Im Kampf gegen
die Bodenerosion – eines der Hauptprobleme der Drittweltländer – sind
diese unbezahlbar.
Der Großteil der Überschwemmungen und die Erosion (verantwortlich für
endlosen Hunger, Krankheiten und Armut) in Bangladesch sind eine Folge
davon, daß das Land, dessen Name wörtlich übersetzt, „Land des Cannabis“
bedeutet, seine traditionelle Nutzpflanze nicht mehr anbauen kann.
Wenn du mehr über die Geschichte von Hanf und seine vielen Einsatzgebiete
wissen willst, dann schau dir mal das Buch von Jack Herer und Matthias
Bröckers „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ an. Dieses Buch ist
mit Informationen vollgepackt und es ist ein exzellenter Ausgangspunkt,
wenn man sich informieren will.

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Medizin

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Anfangs dieses Jahrhunderts war Hanf eines der meist verschriebenen
Medikamente. Sogar Königin Victoria verwendete Cannabis-Tinktur zur
Linderung ihres prämenstruellen Syndroms. Von den historischen Fakten
einmal abgesehen, stimmen die Mediziner heute weitgehend darin überein,
daß Cannabis auch heute noch eine sehr wertvolle Rolle spielen könnte.
Die anekdotenhaften und wissenschaftlichen Hinweise darauf, daß
Cannabis eine echte Hilfe bei vielen Krankheiten (z.B. Krebs, AIDS/HIV,
Multiple Sklerose und Grüner Star) sein kann, sind gut dokumentiert und
außerordentlich zahlreich. Die Millionen von Menschen, die Cannabis aus
medizinischen Gründen nutzen, um ihre Symptome zu lindern, und dabei
jeden Tag Verfolgung riskieren, beweisen den Nutzen dieser Pflanze mehr
als ausreichend.
Cannabis ist ein unglaublich unproblematisches Medikament. Richter
Francis Young von der „American Drug Enforcement Agency“ schrieb, daß
Marihuana „…eine der sichersten therapeutisch aktiven Substanzen, die der
Menschheit bekannt ist“ sei. Für die Ärzte in den meisten Teilen der Welt ist
es bizarrer Weise (wenn auch nicht anders zu erwarten) illegal, Cannabis zu
verschreiben, wobei der Fakt ignoriert wird, daß Cannabis anstelle vieler
anderer, viel schädlicherer Medikamente eingesetzt werden könnte.
Die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis sind komplex
und vielfältig. Wenn du mehr über die therapeutischen Eigenschaften der
Pflanze wissen willst, dann wirf mal einen Blick in die exzellenten Bücher
„Hanf als Heilmittel“ von Dr. Christian Ratsch und „Marihuana, die verbotene
Medizin“ von Dr. med. L. Grinspoon.
Um es kurz zu machen: ja. Fast alle aktuellen
wissenschaftlichen Studien belegen, daß
Cannabis eine unglaublich sichere Substanz ist.
Das heißt nicht, daß Cannabis nicht schaden kann.
Jede Droge kann Nebenwirkungen haben, wenn sie
missbraucht oder im Übermaß konsumiert wird.
Cannabis macht da keine Ausnahme. Umfangreiche
Forschungen und Beweise durch praktische
Anwendung seit tausenden von Jahren geben uns
einen guten Einblick in das, was Cannabis mit
unserem Geist und unserem Körper anstellt.

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Kurzzeitwirkungen

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Cannabis ist insofern ungewöhnlich, indem es Wirkungen hervorruft, die
denen vieler psychoaktiver Substanzen ähnlich sind. Diese Droge passt nicht
so einfach in eine der gängigen Gruppen psychoaktiver Substanzen
(Beruhigungsmittel, Stimulantia, Halluzinogene). Sie zeigt Charakteristika aus
all diesen Kategorien. So kann sich zum Beispiel eine Gruppe von Cannabiskonsumenten
aus einem introspektiven Zustand des träumerischen Losgelöstseins
hin zur hochaktiven Konversation und kollektiven Euphorie wenden.
Die Kurzzeitwirkungen als Folge des Cannabisgebrauchs hängen in hohem
Maße von der Qualität der verwendeten Substanz und der Stimmung des
einzelnen Konsumenten, von seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen
ab. Studien zeigen deutlich verschiedene Wirkungen bei Erstkonsumenten
und „altgedienten“ Rauchern. Es scheint, daß der Konsument bei wiederholtem
Gebrauch lernt, die Wirkungen vorherzusehen, zu erkennen und zu
genießen, während sich ein ungeübter Konsument vielleicht nur verwirrt und
schwindlig fühlen mag. Die Umgebung und die Gesellschaft beeinflussen die
Erfahrung ebenfalls. So kann zum Beispiel die Person X, die in einem mit
Fremden gefüllten Raum Kekse isst, Paranoia und Furcht durchleben, während
sich die gleiche Person X zusammen in einem Raum mit ein paar engen
Freunden nach dem Essen genau der gleichen Kekse besonders locker und
entspannt fühlen kann.

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ANGENEHME KURZZEITWIRKUNGEN

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Einige der häufigeren subjektiv positiven Erfahrungen sind die folgenden
(oft in dieser Reihenfolge):
• Euphorie und/oder das Gefühl allgemeinen Wohlbehagens
Unkontrollierbare Heiterkeit (oder das „Kichern“)
Erhöhte Geselligkeit und Gesprächigkeit
Verbesserte Wahrnehmung von Farben, Musik, Filmen,
Kunst, Natur, Tapeten, usw. usw.
Erhöhte geistige Energie, Querdenken, Kreativität
Weitergehende Bewusstseinsveränderungen
Verzerrungen von Raum und Zeit
Heißhunger.

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UNANGENEHME KURZZEITWIRKUNGEN

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Negative subjektive Wirkungen, eher bei Anfängern auftretend:
• Vergessen, was man sagen, denken oder tun wollte, oft mitten
im… äh – was wollte ich gerade sagen?
• Paranoia – oft bezogen auf die Tatsache, daß der Konsument
gerade das Gesetz bricht
• Furcht und Verwirrung
• Erschöpfung und Schläfrigkeit
• Der Besuch einer Arrestzelle
Die Schlüssel verlieren
CANNABIS UND DAS FAHREN
Jede Droge, welche die Wahrnehmung beeinflusst, beeinträchtigt auch die
Fähigkeit, zu fahren. Cannabis hat einen negativen Einfluss auf die Fähigkeit,
ein Fahrzeug zu führen, besonders dann, wenn es in hohen Dosen oder
gleichzeitig mit anderen Drogen gebraucht wird. Trotzdem zeigten die
Ergebnisse einer ausführlichen Studie (durchgeführt 1996 durch die U.S.
National Highway Transportation Safety Administration), dass die Beeinträchtigungen
beim Führen von Fahrzeugen durch Cannabis weit geringer sind, als
die durch Alkohol verursachten und dass sie am ehesten mit den Wirkungen
vieler frei verkäuflicher Arzneimittel verglichen werden können.

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Langzeitwirkungen

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Dafür, dass Cannabis eine solch intensiv erforschte Droge ist, umgibt diese
Pflanze immer noch eine ganze Menge an kontroversen Meinungen. Es
herrscht nicht zuletzt einige Konfusion über die Langzeitwirkungen auf die
Gesundheit der Konsumenten. Wiederholt wurden Studien als politisch
motivierte Angstmacherei enttarnt oder einfach als alt und wissenschaftlich
fehlerhaft. Viele der Fehler in den Untersuchungen drehen sich immer wieder
darum, dass sich die Untersuchungen nicht auf den tatsächlichen Gebrauch
von Cannabis im realen Leben beziehen.
In der Tat gibt es kaum begründete Beweise dafür, dass der Langzeitgebrauch
von Cannabis allein signifikante körperliche oder geistige Gesundheitsprobleme
verursacht. Eine Untersuchung des verfügbaren Materials in The Lancet‘
(vom 1 1 . November 1995) schloss: „Das Rauchen von Cannabis ist selbst bei
Langzeitgebrauch nicht schädlich für die Gesundheit“. Andere teilen diese
Meinung nicht. Lasst uns daher einige der Behauptungen, die sich auf die
Langzeitwirkungen auf den menschlichen Geist und Körper beziehen,
näher beleuchten.

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Die Langzeitwirkung auf den Geist

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Es unterliegt keinem Zweifel, dass Cannabis während des Rausches eine
profunde Wirkung auf den Geist ausübt. Behauptungen zu bleibenden
Wirkungen sind dagegen heiß umstritten. Ein komplizierender Faktor dabei
ist der, dass Cannabinoide bis zu fünfzig Tagen im Körper verbleiben und
dadurch Restwirkungen mit Langzeitwirkungen verwechselt werden.

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DIE MOTIVATION

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Die gelegentliche Vergesslichkeit und Lethargie (das sogenannte amotivationale
Syndrom), das bei einigen starken Cannabiskonsumenten auftritt,
scheint vom fortgesetzten Gebrauch und/oder der normalen Persönlichkeit
des Konsumenten abhängig zu sein. Vieles, was das Denken rund um das
amotivationale Syndrom bestimmt, hat seine Wurzeln in den 60er Jahren.
Das Establishment sah Cannabis damals als die primäre Ursache für soziale
Unruhe und abweichendes Verhalten an. Es gibt keinen Beweis für eine
Wirkung, die andauert, nachdem der Gebrauch eingestellt wird. Viele starke
Konsumenten führen komplexe und arbeitsreiche Leben und haben dabei
offensichtlich keine Schwierigkeiten.

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GEDÄCHTNISVERLUST

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Das Vergessen von Daten aus dem Kurzzeitgedächtnis („was wollte ich
gerade sagen?“) ist eine wohlbekannte Folge des Cannabis-Gebrauchs. Es
gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass dies eine bleibende oder sich
gar verschlimmernde Wirkung ist.

 

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ABHÄNGIGKEIT UND TOLERANZ

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Oft wird Cannabis als nicht-abhängig machende Droge bezeichnet.
Allerdings ist so etwas wie eine soziale oder psychologische Abhängigkeit
bei einigen Konsumenten oder Konsumentengruppen, wie bei den meisten
anderen Drogen (einschließlich Tee oder Kaffee) auch, möglich. Die
Cannabis-„Gewöhnung“ basiert im Allgemeinen viel eher auf dem einfachen
Verlangen, eine angenehme Erfahrung zu wiederholen, als dass es sich um
einen wirklichen Zwang handeln würde. In der Tat scheinen problematische
Formen der Abhängigkeit, die zu ernsthaften Konflikten mit dem normalen
Leben des Konsumenten führen, außerordentlich selten zu sein.
Untersuchungen zeigen, dass die meisten Cannabiskonsumenten den
Gebrauch gegen Ende des zweiten Lebensjahrzehnts einstellen.
Es ist noch unklar, ob sich mit fortgesetztem Gebrauch eine Toleranz gegenüber
der Cannabiswirkung entwickelt. Möglicherweise passen sich die
Konsumenten nur den Rauschzuständen an und lernen, mit ihnen umzugehen.

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DER ElNSTIEGSDROGENEFFEKT

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Mangels anderer stichhaltiger Argumente bezüglich Verhalten oder
Gesundheit bringen Cannabisgegner immer wieder den Begriff der
„Einstiegsdroge“ zur Sprache. Der Hintergrund des Ganzen soll sein, dass es
relativ harmlos sein kann einen Joint zu rauchen (oder einen Haschkeks zu
mampfen). Aber dies sei angeblich nur der erste Schritt zur Crackpfeife oder
zum Verkaufen der chinesischen Vase deiner Großmutter für ein bisschen
mieses Straßenheroin. Dies ist genauso aus der Luft gegriffen, wie die
Behauptung, dass das Trinken eines Glases Sherry ein gefährlicher Weg ist,
der geradewegs unter die Eisenbahnbrücke führt, wo man schließlich mit
vollen Hosen und einer Flasche Spiritus endet.
Wenn wir für einen kurzen Moment diese Logik der „Einstiegsdroge“ akzeptieren
– dass der Konsum von leichten Drogen unwiderruflich zu harten
Drogen führt – wo genau ist dann der Einstieg? Führt starker Kaffee zu einem
Verlangen nach Gin und dann weiter zu PCP? Führt Redbull zu
Amphetaminen? Müssen wir starke Minze verbieten?
Das einzige, was an dieser Argumentation wahr ist, ist die Tatsache, dass
Cannabis verboten ist. Weil es eine illegale Droge ist, bringt dich Cannabis in
Kontakt mit illegalen Drogendealern, die per Definition illegale Drogen
verkaufen, die du versucht sein könntest, zu probieren.

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GEISTESKRANKHEITEN

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Seit der Reefer-Madness-Propaganda in den 30er Jahren taucht immer wieder
die Behauptung auf, dass Cannabis ernsthafte Geisteskrankheiten verursachen
oder auslösen kann. Tatsächlich gibt es keine Beweise, die belegen,
dass bleibende Geistesstörungen direkt durch Cannabis verursacht werden
können. Ob die Droge imstande ist, eine latente Krankheit auszulösen, oder
eine existierende zu verschlimmern (oder sogar zu bessern) ist eine offene
Frage. Immerhin gibt es eine Myriade von Faktoren im Leben jedes
Menschen (Arbeit, Beziehungen, etc., etc.), die so etwas bewirken können.
Langzeitwirkungen auf den Körper

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ERKRANKUNGEN DER ATMUNGSORGANE

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Der Rauch eines reinen Cannabis-Joints führt dir dreimal mehr Teer zu als
deine normale Filterzigarette, mehr als fünfmal so viel Kohlenmonoxid, und
trifft mit höherer Temperatur auf Kehle und Lungen. Dies hat dazu geführt,
dass einige Experten behaupten, dass Cannabis-Rauch, Zug um Zug, mit
größerer Wahrscheinlichkeit Atemwegserkrankungen, Lungen-, Kehlkopf- und
Zungenkrebs erzeugt, als Tabakrauch. Eine Studie spricht für das gehäufte
Auftreten von Kehlkopfkrebs bei Cannabisrauchern. Andere Experten weisen
darauf hin, dass es zunehmend Beweise dafür gibt, dass Krebs primär durch
die Strahlung im Tabakteer verursacht wird und die Karzinogenität von
Cannabis völlig überschätzt wird. Wie auch immer, der Vergleich mit Tabak
wird dadurch abgeschwächt, daß die Gewohnheit, zwanzig pure Cannabis-
Joints pro Tag zu rauchen, relativ selten vorkommt.
Es gibt keinen schlüssigen Beweis dafür, dass der moderate Cannabis-
Gebrauch zu signifikanten Schäden im Atmungssystem führt. Auf jeden Fall
beinhaltet der normale Tabak/Cannabis-Joint mindestens die gleichen Risiken,
wie auch filterlose Zigaretten. Es ist einfach, die potentiellen Risiken respiratorischer
Erkrankungen zu umgehen: mach es auf die Art des Hanfkochbuchs
und iß dein Dope ganz einfach.

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DAS ZENTRALNERVENSYSTEM

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Sowohl sehr angesehene als auch völlig unseriöse Quellen haben die
Behauptung verbreitet, daß Cannabis Gehirnzellen zerstört. Solche
Behauptungen sind äußerst umstrittene und bleibende Wirkungen dieser Art
konnten an Menschen noch nie nachgewiesen werden. Was auch immer die
Wahrheit sein mag, es gibt auch keinen Beweis dafür, daß
„als möglich angenommene“ Gehirnschäden irgendwelche signifikanten
Änderungen im Verhalten oder der geistigen Leistung verursachen würden.

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FORTPFLANZUNG

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Bizarre Behauptungen darüber, daß Cannabis die Libido herabsetzen würde,
bei Männern das Wachstum von Brüsten bewirkt oder bei Frauen die
Menstruation unterbricht, werden seit den 60er Jahren in Umlauf gebracht. Es
wird dich nicht mehr überraschen zu hören, daß auch diese Behauptungen
keine wissenschaftliche Grundlage haben.
Männliche Cannabis-Konsumenten produzieren einen höheren Anteil an doppelschwänzigen
Spermien, die im Allgemeinen zu durcheinander sind,
um es bis zur Eizelle zu schaffen. Allerdings erleben Kaffeetrinker dieses
Phänomen ebenfalls und die Cannabis-Konsumenten werden erleichtert sein
zu hören, daß im Normalfall Millionen der einschwänzigen Sorte nur darauf
warten, den Platz der anderen einzunehmen. Darüber hinaus ist der genetische
Code der betroffenen Spermien in keiner Weise beeinträchtigt.

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IMMUNOLOGIE

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Es gibt einige Belege dafür, sowohl echte als auch anekdotenhafte, daß
Cannabis eine leichte, vorübergehende Wirkung auf das Immunsystem haben
könnte. Es gibt aber keine Beweise dafür, daß dies signifikanter auftritt als
ähnliche Wirkungen bei moderatem Alkohol- oder Koffeingebrauch. Viele der
Beweise mögen von übertragbaren Krankheiten (vor allem den gewöhnlichen
grippalen Infekten) herrühren, die über Joints, die Freunde miteinander ausgetauscht
haben, übertragen wurden.

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Ist es Legal?

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Bundestag

Schätzungen der Zahl regelmäßiger Cannabiskonsumenten
im deutschsprachigen Raum
bewegen sich zwischen 10% und 15% der
Bevölkerung. Von mehr als einem unter drei jungen
Erwachsenen nimmt man an, daß er die Droge
zumindest einmal probiert hat. Das Rauchen von
Cannabis ist inzwischen auch außerhalb seines
traditionellen subkulturellen Umfeldes normal
geworden und wird als zunehmend akzeptabler Teil
der Freizeitaktivitäten in der gesamten Gesellschaft
gesehen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, ist
eine andere Frage. Im Moment ist Cannabis immer
noch als Betäubungsmittel klassifiziert. Seine
Konsumenten gehen das Risiko einer Bestrafung ein
und sind mit den Vorurteilen des Establishments und
des Arbeitsmarktes konfrontiert.

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Cannabis und das Gesetz

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Im Falle des einfachen Besitzes geringer Mengen (die in Deutschland je
nach Bundesland verschieden ausgelegt werden) wird, wenn kein
Wiederholungsfall vorliegt, meist von einem Strafverfahren abgesehen.
Es existieren zwar entsprechende Empfehlungen, im Einzelfall können die
Behörden aber auch anders verfahren. Der wiederholte Besitz von Cannabis
oder die ernsthafteren Verstöße des Anbaus und des Handels fuhren mit
größerer Wahrscheinlichkeit zu strafrechtlicher Verfolgung.
Verwirrt? Bald wirst du es sein. Wenn es darum geht, mit Hilfe von
Cannabis das Gesetz zu brechen, dann hast du eine große Auswahl an
Möglichkeiten. Vorher noch schnell drei Begriffsbestimmungen:
„Geringe Menge“ und „Nicht geringe Menge“: Beide haben nichts miteinander
zu tun. Die geringe Menge ist die, unterhalb der die Staatsanwaltschaft in
der Regel das Verfahren einstellt. Sie ist von Bundesland zu Bundesland verschieden
und liegt derzeit bei 0 bis 30 Gramm Haschisch. Die nicht geringe
Menge ist die Menge, bei deren Überschreiten das Gesetz Mindeststrafen
vorsieht. Die Grenze zur nicht geringen Menge von Cannabis liegt bei 500
Konsumeinheiten mit insgesamt 7,5 Gramm reinem THC. Das entspricht
etwa 75 Gramm sehr gutem bis 375 Gramm schlechtem Haschisch.
Zwischen der geringen Menge und der nicht geringen Menge liegt eine
nicht näher definierte „Normalmenge.“
Die Bande: Das muss keine mafiaähnliche Organisation sein. Auch wenn
du dich nur mit einem Kumpel zusammentust, um in Zukunft immer mal
wieder zusammen ein- und auch wieder zu verkaufen, handelt ihr bereits
bandenmässig!
Gewerbsmäßiges Handeln: ist dann gegeben, wenn beabsichtigt wird, immer
wieder Einkünfte aus einer Tätigkeit zu erzielen. Einmal Dealen kann schon
gewerbsmäßig sein, wenn dabei die Absicht bestand, es immer mal wieder
zu machen.
Betaubungsmittelvergehen: Strafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe,
jedoch keine Mindeststrafe. Zum Beispiel:
Handeltreiben (dealen): hierunter fallen nicht nur tatsächlich
abgeschlossene Geschäfte, sondern sogar schon ernstgemeinte
konkrete Verkaufsangebote.
• Der Erwerb ohne Handeltreiben (für den Eigenbedarf),
Abgeben ohne Handeltreiben (Verschenken, Durchführung
von „Sammelbestellungen“).
• Besitz: bedeutet, Cannabis in seiner Verfügungsgewalt zu
haben. Gilt dann auch, wenn man selbst nicht der Eigentümer
ist oder das Betäubungsmittel nicht am Körper oder in der
eigenen Wohnung, sondern z.B. in einem Schließfach
aufbewahrt.
• Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr: Schmuggel
• Anbau: Aussaat von Samen und Aufzucht von Pflanzen.
Ist häufig schon deswegen problematisch, weil schon
relativ wenige Pflanzen ausreichen können, um zum Besitz
einer „nicht geringen Menge“ zu führen.
Besonders schwere Betäubungsmittelvergehen: Freiheitsstrafe in der Regel
nicht unter einem Jahr!
• Gewerbsmäßiges Handeln. Auch ein Kleindealer kann bereits
gewerbsmäßig handeln!
• Abgeben von Cannabis an Minderjährige durch Personen über
21 Jahre.
• Handeltreiben, Besitzen, Abgeben in nicht geringer Menge.
Betäubungsmittelverbrechen. Freiheitsstrafe von in der Regel mindestens
zwei Jahre gibt es für:
• Einfuhr (Schmuggel) in nicht geringer Menge.
• Abgeben von Cannabis an Minderjährige durch Personen über
21 Jahre.
• Anbau, Herstellung oder Handel als Mitglied einer Bande.
Andere Implikationen
Eine Verurteilung wegen eines Cannabis-Vergehens kann dir weit mehr einbringen
als nur die vom Gericht verhängte Strafe. Als Folge einer Serie von
Gesetzen, der Praxis einiger Institutionen und der Haltung der Gesellschaft
Drogenkonsumenten gegenüber im Allgemeinen können die Konsequenzen
einer Drogenverurteilung weitreichend sein. Folgendes kann dir zum Beispiel
noch passieren:
• Den Arbeitsplatz zu verlieren oder von bestimmten Karrieren ausgeschlossen
zu werden. Arbeitgeber (besonders die der wichtigsten
Berufe) freuen sich nicht gerade über drogenbezogene
Verurteilungen.
• Öffentliche Demütigungen: Lokalzeitungen (besonders die in den
kleinen Städten) lieben Drogengeschichten.
• Verhängung eines Fahrverbots. Inzwischen stehen neuere
Schnelltests zur Verfügung, so daß wohl in Zukunft häufiger auf
Fahren unter Drogeneinfluß getestet werden wird.
• Die Verweigerung eines Bank- oder Bausparkassenkredits, wenn
man wegen Handel verurteilt wurde. (Zumindest in den USA und
in Großbritannien. In der Bundesrepublik und der Schweiz kommt
das wohl noch nicht vor. Oder?)
Die Ablehnung von Einbürgerungsanträgen und sogar von normalen
Urlaubs- oder Arbeitsvisa durch einige Länder inkl. der USA.
• Möglicherweise Schwierigkeiten bei Pflege- und Adoptionsverfahren.
In Extremfällen evtl. Wegnahme der Kinder durch Jugendämter.
Selbstschutz
Der beste Rat, um einer Bestrafung zu entgehen, ist natürlich der, keine
Straftaten zu verüben. Die soziale Akzeptanz des Gebrauchs von Cannabis in
der Jugendkultur und die eher lockere Überwachung der Verbote können zu
einer zu unbekümmerten Haltung der Droge gegenüber führen. Es ist wichtig,
im Gedächtnis zu behalten, dass der größte Teil der Verurteilungen im
Zusammenhang mit Drogen den Besitz von Cannabis betrifft – oft mit dauerhaften
Folgen für den Betroffenen. Der zweitbeste Rat zur Vermeidung einer
Bestrafung ist, sehr, sehr vorsichtig zu sein. Wegen Delikten angeklagt zu
werden, die schwerwiegender als gerechtfertigt sind, ist leider ein häufiges
Vorkommnis. Der Besitz von Waagen, ein separates Versteck, oder etwas
größere Mengen können zu einer Anklage wegen versuchten Handels führen
und nicht nur zu einer wegen einfachen Besitzes. Wenn du deinen Freunden
immer mal wieder mit etwas Hasch aushilfst, kann das ein sehr riskantes
Geschäft sein, besonders, wenn du das regelmäßig tust.
Der Verdacht, Cannabis zu besitzen, ist nicht selten Grund für
Hausdurchsuchungen, und der Verdacht des gewerbsmäßigen Handels kann
Grund für eine Telefonüberwachung sein. Wird man von der Polizei verhaftet,
dann sollte man seine Rechte kennen.
Man sollte nur seine Personalien angeben und darüber hinaus keine weiteren
Angaben machen. Man hat auch das Recht, einen Anwalt nach eigener Wahl
zu sehen. Inzwischen gibt es Organisationen, die bei Rechtsproblemen im
Zusammenhang mit Drogen hilfreich zur Seite stehen. Sie vermitteln auch
Anwälte, die über ausreichend Erfahrung im Umgang mit diesen Delikten
verfügen. Aktuelle Adressen können über den Verlag angefordert werden.
Die meisten Angaben in diesem Kapitel beziehen sich auf das BTM in
Deutschland. In den meisten europäischen Ländern sind die Gesetze aber
ähnlich. Informiere Dich lokal!

Zu finden ist der ganze Text inklusive Rezepte im Raush Kochbuch

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