Der Hokkaido-Kürbis, ein gesundes, rundes Lebensmittel

hokkaido1In den USA und in anderen südamerikanischen Ländern ist Kürbis als Beilage in der Küche schon lange ebenso verbreitet wie die Kartoffel, aber er wird auch in Deutschland nun immer mehr entdeckt als Bestandteil einer leichten, gesunden Gemüseküche.
Der Hokkaido, ein besonders guter Kürbis
Es gibt den Hokkaido mit der bekannteren, orangeroten Farbe als Red Kuri, aber auch – eher unbekannter – in dunkelgrün als Sweet Mama und Nutty Delicia. Wie letzterer Name verrät, hat dieser Hokkaido einen speziellen nussigen Geschmack, den in etwas abgeschwächter Form aber auch der bekanntere orangerote Vertreter aufweist. Er stammt aus Japan und ist mit einem Riesenkürbis (Cucurbita maxima) verwandt. Ob orangefarben oder grün, Hokkaidos haben im ausgereiften Zustand ein Gewicht zwischen 1,5 und 2 Kilogramm.
Ein Merkmal des Hokkaidos ist seine dünne Schale, die, anders als bei anderen Kürbissorten, mitgegessen werden kann und beim Kochen weich wird; lästiges Schälen bei der kulinarischen Zubereitung entfällt somit. Die Kerne müssen jedoch, wie auch bei anderen Kürbissen, entfernt werden.

Inhaltsstoffe und positive, gesundheitliche Wirkungen
Ein Hokkaido ist sehr vitaminreich und hat einen hohen Stärkeanteil, da sein Kürbisfleisch fest und stabil ist. Er enthält weniger Wasser als andere Kürbissorten und mehr wertvolle Inhaltsstoffe. Es sind diese im einzelnen Magnesium, Kalium, Vitamin A und Vitamin C, Folsäure, relativ viel Betakarotin (ungefähr 2 mg, dies ist auch an der orangeroten Farbe erkennbar, ähnlich wie bei einer Karotte), Kupfer und Pantothensäure.
Über seinen Nährwert gibt es jedoch zwei unterschiedliche Meinungen, es werden sowohl 23 kcal pro 100 Gramm Kürbis angegeben als auch 63 kcal pro 100 Gramm Kürbis.
Weil er fast keinen Zuckergehalt hat und keine Säure, ist er sehr geeignet als Schonkost für Menschen mit Magenproblemen. Wie andere Kürbisse auch, wirkt sein Genuss harntreibend und ist deshalb empfehlenswert bei Nierenerkrankungen. Das Fruchtfleisch enthält Kieselsäure, die sich positiv auswirkt auf die Haut, das Bindegewebe und die Nägel.
Verwendungsmöglichkeiten
Ob er nun zum Abnehmen geeignet ist oder nicht, er ist auf alle Fälle gesund und es gibt eine Vielzahl von köstlichen Rezepten für den Hokkaido. Der Hokkaido in der Küche ist vielseitig. Er kann gebraten oder gekocht werden, halbiert oder in kleinere Stücke oder Spalten geschnitten und sogar roh gegessen werden. Beachtet werden bei der Zubereitung sollte allerdings, dass zu langes Garen – schon ab 30 Minuten – ein Drittel der hitzeempfindlichen Vitamine-Inhaltsstoffe zerstört. Als ernährungsphysiologischer Tipp gilt es, die Restgarflüssigkeit des Hokkaidos danach weiter zu verwerten. Auf diese Weise können alle organischen Verbindungen, die dieser Kürbis liefert und die der menschliche Körper nicht selbst bilden kann, sodass er sie mit der Nahrung aufnehmen muss, genutzt werden.
Eigener Anbau im Garten
Die Samen können in Deutschland ab Mai direkt ins Freibeet gesät werden. Es ist aber auch eine gute Methode, die einzelnen Pflanzen aus Samen in kleinen Blumentöpfen vorzuziehen und diese erst später als kräftige Jungpflanzen an ihren Bestimmungsort auszupflanzen. Wie auch andere Kürbissorten mag der Hokkaido einen lockeren, mistreichen Boden, er wächst beispielsweise auch sehr gut auf Misthaufen.
Wer Hokkaidos selbst anbaut, braucht etwas Geduld, denn die Pflanzen entwickeln sich nur langsam. Erst nach ungefähr zwei Monaten erscheinen die weiblichen Blüten mit den Fruchtknoten und dann dauert es noch mal 80 Tage, bis die Kürbisse wachsen. Dafür dauert es dann nur noch einige Tage bis die Kürbisse ihre endgültige Größe ausbilden, warmes Wetter beschleunigt den Wachstums- und Reifeprozess. Da diese meist orangeroten Kürbisse nicht sehr groß und schwer werden, kann man sie – obwohl kräftig rankend – bedenkenlos an Zäunen oder Bäumen hochranken lassen. Die Pflanzen müssen nicht unterstützt und die Kürbisse auch nicht durch Netze gesichert werden, wie bei anderen, größeren Vertretern geraten wird.
Reif ist ein Hokkaido, wenn sein Fruchtstängel vertrocknet oder wenn er beim Draufklopfen mit dem Finger hohl klingt. Obwohl er auch unreif geerntet und gegessen werden kann, sind seine reifen Früchte länger lagerbar, mehrere Monate lang.
Die Hokkaido-Pflanze ist einjährig und frostempfindlich. Sie hat weibliche und männliche Blüten. Wird der Hokkaido in einem Gewächshaus gezogen, kann und muss er von Menschenhand bestäubt werden – aufgrund der fehlenden Insekten innerhalb des Gewächshauses. Dabei wird der Blütenstaub der männlichen Blüte in die weibliche Blüte eingestreut.
Quellen:
Claudia Daiber, Manfred Hailer, Kürbis: Delikat-gesund-dekorativ, 2006
krautundrueben.de