Die 4 Säulen des Lebens

säuleBodenhaftung oder Säulenhalle des Lebens

Stimmt diese Balance nicht, gehen Stabilität und Bodenhaftung verloren

Die vier Säulen sind:

  • Gesundheit/Körper, Geist, Seele
  • Beruf/Arbeit, Hobby, Wohltätigkeit
  • Beziehungen/soziales Netz
  • Das Selbst/Zuhause

Man nennt es auch die vier Säulen des Lebens oder die Säulenhalle, um es bildhaft verständlich zu machen. Wird eine der Säulen geschwächt oder bricht ein, kann das ganze Dach (Leben) einstürzen, wenn da nicht durch die andere Säulen stabilisiert wird.

Das Zuhause

Die erste Säule, auf der das Leben ruht, ist innerhalb dieser Geschichte das Zuhause, in dem ein Mensch lebt. Das Wort Zuhause kann für Menschen sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Für den einen mag ein Zuhause ein sehr kleines Zimmer sein, für den anderen ist ein großes Haus. Auch die Heimat  ist das Zuhause. Wichtig ist dabei aber weniger die konkrete Realität dieses Zuhauses, sondern die Gefühle, die der Mensch mit diesem Platze zum Wohnen und Leben verbindet.

Für einen jungen Menschen mag das erste eigene Zimmer ein großartiger Schritt ins Leben sein, selbst wenn er sich nur mit 10 m² zufrieden geben muss. Er ist darin ganz glücklich und gestaltet es erstmals nach eigenen Vorstellungen.

Für einen anderen Menschen, der vielleicht in einer großen Villa wohnt komplett mit Swimmingpool und allem Luxus, ist dieser Platz trotzdem ein trauriger Platz, wenn er niemanden hat, mit dem er dort sein Leben teilen kann.

Was es ausmacht, dass ein Haus oder ein Zimmer ein Zuhause wird, hängt ganz davon ab, welche Gefühle ein Mensch für diesen Platz hat. Damit hängt natürlich auch zusammen, in welchem Maße er sich dafür einsetzt, dass diese Behausung wohnlich ist und seinen Bedürfnissen entspricht. Es ist also in der Regel weniger eine Frage der konkreten realen Gegebenheiten, als vielmehr eine Frage, wie sich ein Mensch auf sein Zuhause bezieht, wie viel Liebe, Energie und Aufwand er investiert um dies wohnlich zu machen.

Das soziale Netz: die Freunde


Die zweite Säule im Leben sind die Menschen, mit denen man sich verbunden fühlt. Damit sind konkret vor allem die Freunde gemeint, die man sich im Laufe seines Lebens sucht, beziehungsweise die Begegnungen und Beziehungen, die sich über Jahre hinweg bewähren.

Wichtig ist dabei, dass diese Beziehungen freiwillig, gleich und wechselseitig sind. Freiwillig bedeuten bei solchen Beziehungen Bindungen die beide Menschen ohne äußeren Druck miteinander eingehen und in denen sie sich grundsätzlich frei fühlen, diese eventuell auch zu beenden, falls es notwendig wäre.

Dies unterscheidet Freundschaften stark von familiären Banden, auch wenn familiäre Bindungen natürlich auch ein wichtiger Faktor von sozialer Unterstützung und Geborgenheit sind. Im Unterschied zu Freundschaften sind aber familiäre Bande nicht freiwillig gesucht und auch nicht grundsätzlich unterstützend oder positiv.

Dem einen mag das Geflecht familiärer Bindungen ein großes Plus im Leben bedeuten, für den anderen mag es der Quell allen Übels sein. In jedem Fall ist es aber das Netzwerk aus freiwillig gesuchten Beziehungen, die entweder das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit verstärken oder gar erst überhaupt ermöglichen.

Gleichheit bedeutet, dass die beiden Menschen, die eine freundschaftliche Bindungen miteinander eingehen, dass diese die Begegnung auf gleicher Augenhöhe suchen. Das heißt, dass es nicht so sein darf, dass der eine dem anderen in wesentlichen Aspekten der Beziehungen stark überlegen wäre. Freundschaft bedeutet in diesem Fall auch immer ein ausgewogenes Geben und Nehmen. Dieses ausgewogene Geben und Nehmen ist aber eben nur möglich, wenn beide Beteiligten gleich stark sind. Gleich stark beinhaltet eine Vielfalt von verschiedenen Aspekten von Stärke, was nicht zwangsläufig finanzielle Stärke, soziale Stärke, persönlicher Stärke sein muss. Man kann und sollte sich gegenseitig stärken, weil jeder Mensch andere Stärken und Schwächen besitzt. Aber alles kann nur auf freier Basis funktionieren.

Letzten Endes tendieren ungleiche und unfreie Bindungen dazu, über kurz oder lang zu zerbrechen. Deshalb ist es so wichtig, dass Freundschaften wechselseitig sind. Es bedeutet, freiwillig den anderen zum Freund zu wählen und sich gleichermaßen gewählt zu erleben.

Arbeit und Kreativität

Für die meisten Menschen bedeutet arbeiten ganz einfach nur eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Das ist sicherlich richtig und insoweit ganz geradlinig. Die Frage aber, ob man sich mit seiner Arbeit wohl fühlt und sie ein positiver Bestandteil des eigenen Lebensentwurfes ist, hängt im wesentlichen von der Frage ab, inwieweit man durch seine Arbeit, beziehungsweise seine tägliche Tätigkeit (bezahlt oder nicht) die kreativen Fähigkeiten, die im betreffenden Menschen innewohnen, zum Ausdruck bringen kann.

In unserem Zusammenhang geht es also vor allen Dingen um die Fähigkeit, etwas Neues zu gestalten. Dabei liegt die Betonung sowohl auf dem „Neu“ wie auf dem „Gestalten“. Es geht darum, etwas zu erschaffen, was vorher nicht da war, oder aber es bedeutet, dem Gegenstand, mit dem man sich beschäftigt, einer neuen Form zu geben. Bei manchen Tätigkeiten mag es dabei auch weniger um das Gestalten von Gegenständen gehen als vielmehr um das Gestalten von Arbeitsabläufen oder das Gestalten von menschlichem Zusammensein, beispielsweise bei Führungsaufgaben. Auch ist es nicht wichtig, ob die Arbeit gut bezahlt wird oder eben vielleicht gar nicht, wie sooft bei vielen hausfraulichen Tätigkeiten.

Natürlich bedeutet das Aufziehen von Kindern eine ausgesprochen kreative Tätigkeit, die dem Menschen Sinn und Erfüllung gibt. Manche Menschen kompensieren eine langweilige oder weniger erfüllende Arbeit durch intensive Freizeitgestaltungen oder Hobbys. Arbeitsforschern ist schon lange bekannt, dass immer da, wo Menschen ihre Arbeitszusammenhänge frei und eigenverantwortlich gestalten können, die Arbeitszufriedenheit steigt und die Fehlzeiten sinken. Wertschätzung ist bei allen Tätigkeiten jedoch gesundheitsfördernd und wichtig.

Die Gesundheit

Sie ist die Säule, die mir am wichtigsten erscheint, da sie alle anderen Säulen beeinflusst oder zu Einsturz bringen kann. Aber sie lässt sich auch durch die anderen Säulen wie keine andere stärken.

Wenn jemand in einer guten Partnerschaft lebt, ehrlich Freunde hat und beruflich seine Fähigkeiten ausleben kann, dann kommt er auch gern zur Entspannung nach Hause und das alles ist sehr gesund. Nimmt man ihm das Zuhause, was derzeit vielen Hartz-Leuten geschieht, nimmt man ihm die Arbeit, erweisen sich Freunde und Familie als unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig, wird der Mensch über lang oder kurz krank.

Das beweisen sogar Studien des Robert Koch Institutes.

Wer also wissen möchte, wo der Weg zu einem harmonischen und gesunden Leben zu finden ist, wie er wieder Bodenhaftung bekommt, seine Säulenhalle stabilisiert, der nehme das eigene Leben unter die Lupe und das der anderen.
Wenn man das geschafft hat, erkennt man, wo dieses System krank ist in unserem Land und

kann aktiv an der Neugestaltung mitarbeiten und somit sich und anderen helfen. Jeder von uns darf aber nicht nur davon reden, das ist wenig zielführend, er muss es auch vorleben, um was zu verändern.

Schlussendlich wird an jeder Säule vom System und uns gesägt, also klar machen zum Ändern sollte die Devise sein, nach der wir ab jetzt leben. (Petra Mensch)