ehemaliger brandenburgischer Schatzmeister der Grünen Zuhälter?

Dieser Verdacht erhärtet sich im laufenden Prozess nach der Anzeige einer Bulgarin. Nach neuen Erkenntnissen betreibt der Angeklagte in Berlin wohl einen Escort-Service mit bulgarischen Prostituierten. Hinweise leitete das Landeskriminalamt Berlin an die Brandenburger Ermittler weiter, wie der Vorsitzende Richter Jörg Tiemann mit den Worten, „Es gibt Anhaltspunkte, dass der Angeklagte Huren für Haus- und Hotelbesuche vermittelt.“, sagte.

Bislang hatte sich der 34-Jährige Angeklagte als mittelloser Hartz-IV-Empfänger vor dem Landgericht in Potsdam dargestellt. Goetjes muss sich vor Gericht verantworten, weil er 2010 und 2011 knapp 274.000 Euro aus der Parteikasse abgezweigt hat. Zum Prozessauftakt hatte er zugegeben, sich systematisch bedient zu haben um zwei befreundeten Prostituierten zu helfen.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll der Ex-Schatzmeister die Frauen aber sogar selbst zu den Freiern chauffieren. „Er soll die Höhe des Dirnenlohns festlegen und sich die Hälfte auszahlen“, sagte Tiemann am Donnerstag mit Bezug auf die Erkenntnisse der Ermittlungsbehörde.

Selbst während oder nach der Hauptverhandlung in der vergangenen Woche hätte Goetjes Prostituierte an Freier vermittelt, sagte der Richter. Eine dafür verwendete Telefonnummer soll auf den Namen seiner Mutter angemeldet sein. (Norman Knuth)