Eine Geschichte, wie Liebe und Leben gehen könnte

konigin wolfDer Wolf und die Königin

Das Bild öffnet sich und man sieht ein riesiges Reich voller blühender Wiesen und Felder. Viele Menschen und Kinder, aber auch Tiere wie Löwen und Wölfe gehen friedlich miteinander um.

Kein Wunder – sie werden ja auch regiert von einer Königin, die von allen geliebt wird. Menschen wie Tiere achten und lieben ihre Königin.

Wer sie sieht ist immer wieder verzaubert von ihrem Glanz, ihrem gütigen Lächeln, das die Herzen ihrer Untertanen höher schlagen lässt. Ihre Haare sind wie Gold und fallen gewellt auf ihre Schultern. Ihre Augen sind 2 grüne leuchtende Smaragte. Wer da reinschaut verliert sich im Meer der Liebe. Ihr Mund ist sanft geschwungen und rot wie reife Kirschen.

Wenn sie lächelt, werden selbst Steine weich.

 

Da wo sie hingeht, blühen die Blumen noch einmal so schön und zeigen ihre Liebe zur Königin. Ihre Kleidung ist fast immer in Weiß, da dieses ihre Güte und Liebe zeigt.

Sie hat zwar ein Gemahl, doch hat er nicht die Kraft, ihre Güte und Liebe zu erwidern.

Ihre Reinheit und Schönheit ist Überirdisch – geradezu Mystisch – unzerstörbar und so lebt sie in Harmonie mit allen Tieren und Menschen in ihrem Reich.

Doch es gibt auch Neider, die stets versuchen, sie von ihrem Thron zu stoßen.

Täglich kommt ein Adler zu ihr, der in alle Reiche fliegt um zu sehen, ob eine Gefahr für die Königin droht.

Ja, es lauern viele Gefahren und mächtige Könige und Magiere bereiten sich vor, die Königin zu stürzen.

Kobolde und andere Wesen kommen häufig zu ihr und schmeicheln mit falschen Worten ihrem Ego um die Falle vorzubereiten, in die stürzen soll. Aber es gibt auch freundliche, ehrliche Wesen unter ihnen, die ihre Liebe zu schätzen wissen und warnen.

  Im nahen Wald irrt ein einsamer Wolf umher.

Sein Fell ist zerzaust und vernarbt. Viele große und kleine Wunden wurden ihm zugefügt. Viele Kämpfe die sein Leben bedrohten überstand er oft nur deshalb, weil er unterlegen war, aber ein Geschick dafür entwickelte trotzdem zu überleben.

Jetzt ist er groß – hat Kampferfahrung und Geschick. Aber er ist selten am gleichen Ort vorzufinden, wo er schon mal war. Ziellos irrt er durch die Gegend und sucht stets den Schutz der Wälder und Wüsten. Sehr oft sitzt er am Wasser in dem sich sein Bild und nachts der Mond spiegelt. Sehr oft erhebt er sein Haupt und heult den Mond an. Riecht er doch die Gefahr die er nicht richtig sieht aber spürt und seine Schatten vorauswirft.

Sein Instinkt sagt ihm, das er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat und er weiß, das er für diese Aufgabe seine gesamte Erfahrung brauchen wird. Wie eine Unsichtbare Hand wird er in Richtung Schloss geführt, in dem die Königin wohnt. Er weiß nicht so recht, ob er seinen Weg richtig läuft, aber er gehorcht seinem Instinkt.

 

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

Ein einsamer Wolf steht vor dem Schloss der Königin. Er sieht sie und ist überwältigt von der Schönheit, Reinheit und Liebe dieser Königin.

Lange schleicht der Wolf vor dem Schloss umher ehe er sich entschließt, einzutreten und sich der Königin zu zeigen.

Doch nun steht er vor ihr. Sie erschrickt etwas, hat der Wolf doch so ein furchtbar zerzaustes Fell, voller Narben und schlecht verheilten Wunden. Der Wolf weiß, wie er auf die Königin wirkt und darum erzähllt er ihr von seinem Leben. Und während er erzählt bekommt die Königin Mitleid mit dem Wolf. Sie kniet sich neben ihm und krault sein Fell.

Sie verbringen eine ganze Nacht und erzählen sich von ihren Erfahrungen. Der Wolf bittet die Königin an ihrer Liebe teilhaben zu dürfen. Natürlich – sagt die Königin – Du bist doch auch mein Untertan. Der Wolf fragt, ob er in ihrem Schloss bleiben darf. Auch das bejaht die Königin und sagt unter Lachen, aber aus meinem Schlafgemach bleibst Du raus. Selbstverständlich sagt der Wolf – ich bin doch nur ein Wolf und Du eine Königin.

Und so geschieht es, das der Wolf fortan im Schloss der Königin lebt und jede Nacht, wenn die Königin zum Schlaf sich in ihr Schlafgemach zurückzieht, legt sich der Wolf wachsam vor ihre Tür.

Täglich erlebt nun der Wolf wie der Adler von den Aktivitäten in anderen Reichen erzählt. Oft und oft verspürte der Wolf die Gefahr. Seine Königin gab ihm täglich ihre Liebe und so wuchs auch beim Wolf die Liebe zu seiner Königin. Viele male kraulte sie ihm das Fell und jedes Mal legte er seinen Kopf auf ihrem Schoß.

Dann kam der Tag, an dem der Adler berichtete, das die feindlichen Truppen zum Marsch bereit seien.

Noch war kein Krieg, noch herrschte Frieden im Land der Königin und jedes Mal wenn der Wolf auf die Gefahr hinwies sagte die Königin – Wölfchen, ich habe gute Bogenschützen, hervorragende Schwertkämpfer und eine gut gerüstete Armee, es passiert schon nichts. Irgendwann schwieg der Wolf, bereitete sich aber auf einen schweren Kampf vor. Schließlich liebte er seine Königin über alles und deshalb blieb er wachsam.

 

Eines Nachts war es dann soweit. Der Mond schien in seiner vollen Größe, die Nacht war lauwarm und doch spürte jeder im Land das da was war. Man konnte fast schon die Luft zerschneiden. Eine gespenstische Ruhe drang überall ein. Auch die Königin schlief unruhig. Der Wolf hechelte, sprang immer wieder auf um überall nachzusehen. Sein Fell sträubte sich, doch es schien nichts zu sein.

Da Plötzlich – um Mitternacht – schrillten die Fanfaren, kündigten den Angriff der Feinde an.

Sofort war alles auf den Beinen. Menschen, Tiere alle holten sich ihre Waffen und liefen dem Feind entgegen, ihre Königin zu schützen. Tief war der Feind bereits ins Land eingedrungen und hinterließ eine Spur von Tod und Verwüstung.

Schon trafen die Kräfte aufeinander, Pfeile flogen zu Tausende durch die Luft und verdunkelten den Mond. Schreie des Todes gellten durch die Nacht, ein grausames Gemetzel entstand. Das Blut vieler tränkte die Erde des Reiches und der Feind drang unaufhaltsam weiter vor. Überall brannte es, die Zerstörung war entsetzlich.

Der Gemahl der Königin eilte zu seinen Truppen, mit ihm lief der Wolf. Viele Schlangen und Löwen des Feindes konnte der Wolf töten oder in die Flucht schlagen. Hatte er doch Kampferfahrung.

Im allgemeinen Kampfgetümmel verloren sich der Gemahl und der Wolf. Eine Niederlage nach der anderen mussten die Heere der Königin hinnehmen.

Immer näher kamen die feindlichen Truppen dem Schloss.

Hin und her hetzte der Wolf und kämpfte Seite an Seite mit den Kämpfern der Königin.

Stunde um Stunde verging, der Morgen graute bereits, als die ersten Kampftruppen das Schloss erreichten. Der Wolf sah das und hetzte ins Schloss, seine geliebte Königin zu schützen.

Doch der Großmagier, der alles inszeniert hatte war bereits im Schloss.

Der Wolf stellte sich dem Magier in den Weg vor seiner Königin.

Der Himmel verdunkelte sich, Donner grollte und Blitze zucken durch die Dunkelheit.

Die Kämpfer die mit dem Magier ins Schloss eindrangen kämpften gegen die verbliebenen Kämpfer der Königin. Das klirren der Schwerter und die Schreie der Verwundeten hallten durch das Schloss.

Nur in einem Raum war der Magier, die Königin und der Wolf allein.

 

Der Wolf stand vor der Königin, alle Muskeln angespannt, zum letzten tödlichen Kampf bereit. Ihm gegenüber stand der Magier – groß, mächtig, und zu allem entschlossen. Seine Hand hielt das Schwert. Es war die einzige aber größte Macht die er hatte. Sein Gesicht – verzerrt von Hass. Sollte doch die Liebe sterben, sein einziger Gegner. Seine letzte Chance.

Wolf und Magier standen sich gegenüber. Auch der Wolf wusste, es gab nichts anderes mehr als Hass oder Liebe. Eigentlich hatte der Wolf keine Chance. Zu mächtig, zu stark war der Magier. Aber der Wolf vertraute seinem Instinkt, seiner Langjährigen Kampferfahrung und nicht nur zuletzt der Liebe seiner Königin.

 

Für einen Augenblick schien es, als würde die Zeit stehen bleiben!

 

Dann erhob der Magier das Schwert um zuzustechen, die Königin zu treffen. Mitten auf ihr Herz war die Spitze des Schwertes gezielt.

Gleichzeitig Sprang der Wolf auf dem Magier zu. Sein geöffnetes Maul zielte auf die Spitze des Schwertes.

 Tausend Gedanken rasten ihm durch den Kopf, er wusste, wenn er das Schwert aufnahm mit seinem Körper, dann hatte der Magier keine Macht mehr.

Zu spät erkannte der Magier die List des Wolfes. Er konnte die Waffe nicht mehr umlenken.

Tief drang das Schwert in den Körper des Wolfes.

Der Magier verlor das Schwert, der Wolf fiel wie ein Stein zu Boden. Noch im Fall sah der Wolf, wie das Hassverzerrte Gesicht des Magiers, zur enttäuschten entsetzen Maske wurde. Hart schlug der Körper des Wolfes auf. Der Magier löste sich noch im gleichen Augenblick ins nichts auf.

Der Wolf rang noch ein wenig mit dem Tod.

Die Königin kniete sich neben dem Wolf und kraulte ein letztes mal sein Fell.

Tränen rannen ihr die Wangen herunter, ein letzter Blick in die Augen des Wolfes. Mit Tränerstickter Stimme flüsterte sie – Lebe wohl mein Freund!

Eine Königin die von allen geliebt wurde stand am Fenster ihres Schlosses. Sie schaute zum Himmel und es durchfuhr sie ein schönes Gefühl ….. der Himmel öffnete sich und ……