Erdbeben in Süd-Hessen

Ein Seismogramm. (Symbolbild) Foto: dpa

Frankfurt  17. Mai 2014Nachrichten aus Deutschland und der Welt – Frankfurter Rundschau

In Südhessen hat am frühen Samstagabend die Erde gebebt. Laut Angaben des Geoforschungszentrum Potsdam hatte das Erdbeben eine Stärke von 3,6. Im Kreis Darmstadt-Dieburg wurden mehr als 30 Häuser beschädigt. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Nach ersten Informationen lag das Epizentrum des Bebens zwischen Darmstadt und Eberstadt. Laut Geoforschungszentrum Potsdam bebte um 18:46 Uhr die Erde. Zunächst hieß es, dass das Beben eine Stärke von 4,4 gehabt haben soll. Dies wurde zeitnah korrigiert: Demnach soll das Beben eine Stärke von 3,6 erreicht haben.

Ein Polizeisprecher in Darmstadt berichtete von „massenhaft Anrufen“ nach dem Beben, dass von der Bergstraße bis in den Odenwald hinein bemerkt worden sei. „Hier im Präsidium hat es auch gerumpelt“, sagte der Sprecher.

Schäden gab es vor allem in der Gegend von Nieder-Beerbach – einem Ortsteil der Gemeinde Mühltal im Kreis Darmstadt-Dieburg: Dort wurden nach Angaben eines Feuerwehrsprechers ersten Erkenntnissen zufolge an 35 Häusern Schäden registriert, etwa Risse oder wacklige Schornsteine. Verletzt wurde niemand.

„Gedacht, das Haus bricht zusammen“

Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW waren im Einsatz, begutachteten die Schäden oder bauten eine Unterkunft für Betroffene auf. Den Menschen steckte der Schreck noch in den Knochen. „Ich wollte gerade unter die Dusche, da tut es einen Schlag, man hat gedacht, das Haus bricht zusammen“, berichtete die 60-jährige Ingrid Muth. „Sowas habe ich noch nicht erlebt.“

In Darmstadt rückte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers aus, weil die Spitze eines Kamins abzustürzen drohte. Zudem sei in einer Wohnung in einer Wand ein Setzriss registriert worden. „Die Leute waren beunruhigt, weil es gewackelt und gezittert hat“, sagte der Feuerwehrsprecher. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Erde bebte etwas zehn Sekunden

„Das Beben in Darmstadt hat wohl etwa zehn Sekunden gedauert“, sagte Rainer Blum gegenüber Spiegel Online. Der pensionierte Geophysiker des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie in Wiesbaden geht nicht davon aus, dass es Schäden gibt. „Das müssten selbst schlechtgebaute Häuser wegstecken können“, so Blum.