EU & Agenda 2010 inkl. Hartz-IV wirken

Zahl unserer Niedriglöhner steigt unaufhaltsam

Und das obwohl bei uns selbst die Reallöhne innerhalb von 10 Jahren um rund ein Zehntel gesunken sind und sich die Niedriglöhner als 2/3 Regelung an ihnen, genauer genommen den Bruttolöhnen, orientieren. Das heißt, dass der prekäre Beschäftigungssektor, also die, die ohnehin schon am wenigsten, man könnte auch sagen gar nichts haben, noch stärker von der systemischen Entwicklung betroffen sind, als der durchschnittliche BRD-Bürger. Bei ihnen schlägt der Reallohnverlust in zehn Jahren sogar mit circa drei Zehnteln zu Buche. 2010 war schon jeder fünfte Arbeitnehmer (20,6 Prozent) in Betrieben mit zehn, oder mehr Beschäftigten ein Niedriglöhner (verdiente unter 10,36€ Brutto). 2006 waren es noch 18,7 Prozent gewesen.

Genau diese Entwicklung war das Ziel der Überschrift und wird auch gerne als gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit deklariert. Daher liegt Deutschland im Lohnvergleich der alteuropäischen Staaten auch schon lange nicht mehr unter den ersten 10. Der € sorgt hierbei für eine gewisse Stabilität, also gebremstes Lohndumping. Er erlaubt weniger wettbewerbsfähigen €-Staaten exorbitante Schulden zum Ausgleich der Wettbewerbsdefizite, für derer immer absurdere Zinsen der deutsche Michel mit gerade steht. So wird zwar das Lohndumping als Auswirkungen der mit der EU erzwungenen Globalisierung verzögert, diese Verzögerung aber eben zeitgleich auch verzinst. (Norman Knuth)

Dieser Beitrag wurde am 10. September 2012 veröffentlicht, in Wirtschaft. Setze ein Lesezeichen mit dem Permanentlink.