In Deutschland spionieren Dutzende US-Firmen

31/10/2013 von beim Honigmann zu lesen

Mindestens 90 US-Unternehmen lassen Mitarbeiter in Deutschland gezielt Spähaktionen durchführen. Nach einem Medienbericht werden dabei auch die Agenteneinsätze koordiniert und Soldaten trainiert.

Von Martin Lutz

USA KElley BarracksIn Deutschland haben offenbar nicht nur die US-Geheimdienste spioniert, sondern auch mehrere Dutzend private US-Unternehmen. Die Firmen hätten US-Geheimdiensten wie der NSA oder CIA zugearbeitet, aber auch den nachrichtendienstlichen Einheiten des US-Militärs, meldete das MagazinStern” am Mittwoch.

Demnach waren in den vergangenen Jahren mindestens 90 US-Unternehmen in Deutschland im Bereich der Geheimdienstarbeit tätig. Die meisten von ihnen würden unterstützende Serviceleistungen liefern, die IT-Technologie warten oder Gebäude sichern, berichtete der “Stern”. Rund 30 Firmen seien aber auch direkt in reguläre Spionageaktivitäten eingebunden: Sie arbeiten dem Bericht zufolge in der Koordination von Agenteneinsätzen, der Analyse von abgefangenen Gesprächen oder dem Training von Soldaten in Spionagetechniken.

Für Schutz müssen Firmen selbst sorgen

Nach Informationen der “Welt” haben Verfassungsschützer Erkenntnisse, dass Wirtschaftsspionage neben staatlichen Stellen auch immer mehr von ausländischen Unternehmen ausgeht. Für den Schutz müssen die deutschen Firmen selbst sorgen.

Der “Stern” stützt sich mit seinem Bericht nach eigenen Angaben auf Stellenausschreibungen der fraglichen Unternehmen, die zum Teil im Internet veröffentlicht würden, Profile von Mitarbeitern sowie Verträge zwischen US-Regierungsstellen und den beauftragten Unternehmen, die das Magazin teilweise habe einsehen können.

Zu den größten dieser Firmen gehört laut “Stern” Booz Allen Hamilton, für die der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden tätig gewesen ist. Das Unternehmen soll demnach unter anderem Geheimdienstinformationen für die in Deutschland stationierte US-Luftwaffe analysieren.

“Hoch motivierte Mitarbeiter” gesucht

In dem Bericht heißt es weiter, dass die Firma Incadence Strategic Solutions derzeit in Stuttgart einen “hoch motivierten” Mitarbeiter suche, der “abgefangene Nachrichten sammeln, sortieren, scannen und analysieren” solle. Die Firma arbeitet im Bereich des sogenannten Targeting, welches eine entscheidende Rolle bei Drohneneinsätzen in Afrika spiele. Diese würden nach “Stern”-Recherchen vom in Stuttgart stationierten afrikanischen Kommando des US-Militärs (Africom) maßgeblich mit koordiniert und überwacht.

Seit Ende Juni prüft Generalbundesanwalt Harald Range weiteren Presseberichten zufolge die strafrechtliche Relevanz dieser Vorwürfe. An den Standorten Stuttgart und Ramstein sollen US-Soldaten maßgeblich in die gezielte Tötung von Terrorverdächtigen in Afrika durch Drohnenangriffe eingebunden sein, wie die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” am Mittwoch berichtete.

Verfassungsschutz: Deutschland weckt Begehrlichkeiten

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist für die Beobachtung von Wirtschaftsspionage zuständig, wenn sie von staatlichen Stellen anderer Länder betrieben wird. “Die Bundesrepublik als Standort zahlreicher Unternehmen der Spitzentechnologie und Forschungseinrichtungen von hohem internationalem Niveau weckt Begehrlichkeiten fremder Staaten und ihrer Nachrichtendienste. Im Mittelpunkt steht der Versuch, auf vielfältige Weise Informationen abzuschöpfen und Know-how zu beschaffen mit dem Ziel, der eigenen Volkswirtschaft Vorteile zu beschaffen und möglichst schnell Technologielücken zu schließen”, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2012.

Aktuellen Studien zufolge würden deutsche Unternehmen Wirtschaftsspionage zwar als wachsende Bedrohung einschätzen, gleichwohl hielten sie das Risiko, selbst Opfer zu werden, für eher gering. “Diese Diskrepanz veranschaulicht das mangelnde Gefährdungsbewusstsein insbesondere kleiner und mittelständischer Unternehmen; noch deutlicher ist diese Einstellung allerdings in Forschungseinrichtungen und Hochschulen anzutreffen”, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Schutzwürdigkeit innovativer Prozesse und Produkte werde ebenso unterschätzt wie die Vielfalt der Angriffsmöglichkeiten. Es könnten eigene Mitarbeiter sein, elektronische Attacken von außen und Geschäftspartner.

gefunden bei: http://www.welt.de/politik/deutschland/article121364888/In-Deutschland-spionieren-Dutzende-US-Firmen.html

..danke an TA KI

Gruß an den forcierten Umbruch – Der Honigmann