Insider – Sparkassen müssen wegen LBB eine Mrd Euro abschreiben

brz26. Dez. 2013 – Berlin – Die deutschen Sparkassen müssen Finanzkreisen zufolge ihr Engagement auf die Landesbank Berlin erneut kräftig abschreiben.

Für das laufende Jahr sei mit einer Summe von eins bis 1,2 Milliarden Euro zu rechnen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Dies gehe aus einem Brief des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) an die Vorstandschefs der beteiligten Sparkassen hervor. Auch das „Handelsblatt“ berichtete darüber.

In den vergangenen Jahren hatten die gut 400 Institute als Eigner der LBB bereits rund 2,2 Milliarden Euro abgeschrieben. Dies sind etwa 40 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises von 5,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007. Zuletzt stand die LBB noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern der Sparkassen. Nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfer KPMG liegt der Unternehmenswert nun nur noch bei 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro, wie Reuters erfuhr. Bei planmäßigem Geschäftsverlauf sei allerdings bis 2016 mit Wertaufholungen von 400 bis 600 Millionen Euro zu rechnen.

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Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hatte bereits im Oktober die Institute auf die Abschreibungen vorbereitet und in einem Brief betont: „Es ist jetzt notwendig, einen klaren Schritt zu machen.“

Die LBB hat angekündigt, wegen Rückstellungen über 275 Millionen Euro für den Konzernumbau in diesem Jahr vor Steuern einen Verlust zu machen. Die Landesbank Berlin wird nach Reuters-Informationen laut Mittelfristplanung bis einschließlich 2015 keinen Gewinn machen. Die LBB wird auf Druck der Sparkassen-Eigner von einer Landesbank zur Hauptstadtsparkasse geschrumpft. Die LBB-Fondssparte und Teile des Kapitalmarktgeschäfts gehen deshalb an die Dekabank. Der Fondsdienstleister soll zum zentralen Wertpapierhaus für den Sparkassensektor ausgebaut werden. – © Thomson Reuters 2013 Alle Rechte vorbehalten.