Jeder vierte Deutsche arbeitet für einen Niedriglohn

Deutschland hat den zweitgrößten Niedriglohnsektor in Europa. Nur in Litauen erhalten mehr Menschen einen Niedriglohn. Die Hartz-IV-Reformen haben diese Entwicklung begünstigt. Auch Vollzeitarbeit schützt nicht vor geringen Einkommen. Frauen und Teilzeitbeschäftigte sind sich jedoch besonders stark unter den Geringverdienern vertreten.

Niedriglohnquoten in 17 europäischen Ländern. (Grafik: IAB)

Niedriglohnquoten in 17 europäischen Ländern. (Grafik: IAB)

Seit 1990 hat die Lohnungleichheit in Deutschland stetig zugenommen. Mit den Arbeitsmarktreformen, die in Deutschland in Zusammenhang mit der Agenda 2010 durchgeführt wurden, hat sich dieser Trend verfestigt. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, „für Deutschland eine besonders starke Ungleichheit der Löhne aus abhängiger Erwerbsarbeit, zumindest in der unteren Hälfte der Lohnverteilung.“

Arbeitnehmer werden dem Niedriglohnsektor zugeordnet, wenn ihr Lohn zwei Drittel des durchschnittlichen Nettolohns (Median) unterschreitet und auch hier schneidet Deutschland schlecht ab (mehr hier). Die Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2010. Die Lohnungleichheit unter Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Deutschland ist größer als in fast allen anderen Ländern der EU. Die Harzt-IV-Gesetze hätten diese Beschäftigungsentwicklung „begünstigt“, so die Studie.

26.07.13, 00:18 Zum Weiterlesen: