Jobcenter geben Ihr (unser) letztes Hemd für die Arbeitslosenstatistik

Wer dieser vereinzelten sommerlichen Tage das zweifelhafte Vergnügen hat, bei seinem Jobvermittler vorsprechen zu dürfen, bekommt es mit. Entweder weil er hiermit selber gerade Opfer einer Maßnahmezuweisung wird, oder weil er an vielen Solchen, bei jetzt zum Zwecke des Durchzuges geöffneten Türen, auf dem Weg zu seinem „Herren“ vorbei kommt.

Da jeder Maßnahmeteilnehmer nicht als Arbeitsloser gilt, scheint es dann auch nicht verwunderlich, dass unsere Arbeitslosenzahlen, trotz immer häufiger auftretender Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft (zuletzt Schlecker), ständig weiter sinken. Bezahlt werden diese, gerne auch in Vetternwirtschaft organisierten, Maßnahmeträger aus Ihren Steuern. Also Sie bezahlen dafür, dass man Ihnen weiß macht, es gebe immer weniger Arbeitslose – toll, nicht?

Besonders im Trend liegen dabei gerade Bewerbungstrainings. So durfte ich jetzt gerade an dem 4. Solchen teilhaben. Dieses mal hat allerdings ein erheblicher Teil der Teilnehmer gerade erst Hartz-IV beantragt und war zum Maßnahmebeginn weder im Besitz eines Bewilligungsbescheides (notwendig für den Erwerb des Berlin-Passes/Sozial-BVG-Ticket), noch der dazugehörigen Leistungen. Dass verdeutlicht dann auch welchen Auftrag diese Arbeitsvermittler/Maßnahmen verfolgen. Arbeitslosen-Statistik verzerren, Steuern veruntreuen und durch Leistungsentzug oder Kürzung Existenzen zerstören, beziehungsweise unter Androhung dieser in Lohnsklaverei zwingen, dass ist hier die offenkundige Devise.

Die mangelnde Sinnhaftigkeit solcher Zuweisung juckt unsere tollen Arbeitsvermittler dabei nicht die Bohne: „sie hätten sich vor mir nicht zu rechtfertigen“. Ob sie mit der Anzeige gegen sich gerechnet haben, diese zu etwas führt, weiß ich nicht. Dennoch sollten wir anfangen uns zu wehren – davon bin ich überzeugt!

Norman Knuth