Kanak-Sprak: “Isch mach disch Messa!”

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3. Dez. 2013Zur neuen deutschen Sprachverwirrung– Auszug aus COMPACT 12/2013.

In Malte Olschewskis Artikel in COMPACT 12/2013 werden die neueren und neuesten Verhunzungen der deutschen Sprache dargestellt: D-English, Kanak Sprak, Genderisierung und dieEinflüsse des Politisch Korrekten (“Polkoresisch”). Hier ein Auszug. Der vollständige Artikelfindet sich nur in der Printausgabe – hier kann man das Inhaltsverzeichnis komplett lesen und COMPACT bestellen.

Isch mach disch Messa!
Jedes Alter, jede soziale Schicht, jede Region und jede Profession schaffen sich spezifische Vokabeln und Ausdrucksweisen. Alle Variationen aber sind in einer Hoch- und Schriftsprache verbunden. Daher mag der Friesländer einen Wiener im direkten Austausch nicht gleich verstehen. Rekurrieren der Sachse und der Schweizer jedoch auf die gemeinsame Hochsprache, ist die Verständigung kein Problem.
Die sogenannte Kanak-Sprak als Soziolekt moslemischer, vowiegend türkischer Jugendlicher in Deutschland ist schon an und für sich eine falsche Bezeichnung, da sich die polynesisch-melanesischen Ureinwohner von Französisch-Kaledonien hochoffiziell und stolz als “Kanaken” (kanaka: Mensch) bezeichnen und durchaus eine differenzierte Kultur entwickelt haben. Da nahm man also einen Unschuldigen in Geiselhaft eines Wortes, denn echte Kanaken dürfte es in Deutschland nur wenige geben.
Die bundesdeutschen Pseudokanaken haben aus der deutschen Grammatik ihren Soziolekt entwickelt, in dem vor allem der Tod des Genitivs zu beklagen ist. Das “s” am Wortende ist ja sowas von lästig! Auch viele Deutsche stehen in der Umgangssprache mit diesem Buchstaben des Genitivs auf Kriegsfuß. Auch von Sprachmächtigen wird der Genitiv oft durch ein “von” plus Artikel ersetzt. Und der Kanakianer ruft aus: “Hab isch genusch Kohle von die deutsche Oma!” Ein “ch” am Ende des Wortes wird regelmässig zu “sch”.
“Isch masch disch Messa!” Das ist im Kanakendeutsch eine Drohung zur Minderung der Lebenszeit mit einem scharf geschliffenen Gegenstand. Der korrekte Satz: “Ich ersteche Dich mit einem Messer!” wird verkürzt und umgebaut, bleibt aber ansatzweise klar. Dabei darf man kaum hoffen, dass der Sprecher dort neben Umgangsformen auch die korrekte Formulierung lernt: “Ich gehe in die Schule!” Auch das einen Nebensatz einleitende Relativpronomen fällt schwer und wird meist durch “wo” ersetzt. “Mit meiner Gang abhängen ist das Schönste, wo gibt.” Ebenso schwierig erscheint der Komparativ. Das angehängte “er” wird durch ein vorangestelltes “mehr” ersetzt. “Isch bin mehr geil wie Du.” Der Unterschied zwischen “als” und “wie” wird ignoriert.
Keine Neger, nirgends
Hinzu kommen neue Formen der politisch korrekten Sprache –  des Polkoresisch. Dabei haben zunächst alle ethnischen Bezeichnungen zu verschwinden, um großteils durch Euphemismen ersetzt zu werden. Man darf nicht mehr Neger, Mohr oder Zigeuner sagen. Neue Tabus ragen über das Polkoresische. Damit müssten viele Süßigkeiten wie Negerküsse, Mohr im Hemd oder Negerbrot umgetauft werden. Schwedenbomben beunruhigen im Polkoresischen viel weniger als das Bier von Mohrenbräu. Sogar das Eskimo-Eis ist unter Verdacht geraten, zumal sich die Arktis-Bewohner selbst als “Inuit“ (Menschen) bezeichnen. Das Zigeunerschnitzel will auf der Wiener Speisekarte nicht zu einem Romaschnitzel werden. Staatlich geförderte Arbeitsgruppen für eine korrekte Speisekarte haben derzeit viel zu tun. Man will am Tisch der One World ethnische Hinweise löschen, daher dampft auch die “Serbische Bohnensuppe” so verdächtig vor sich hin. Und die Königsberger Klopse, welches Schicksal droht ihnen? Wird es bald ein Roma-Schnitzel mit Sinti-Pommes geben?
Ein “I” muss rein ins Genderama. KämpferInnen sind für das grosse Binnen-I angetreten! PolitikerInnen sind hier ebenso am Werk wie BürgermeisterInnen und viele andere Innen. Wenn man das Wort laut liest, bleibt als Triumph des Genderismus nur die weibliche Form. Evangelische Theologinnen haben bereits die männlich dominierte Bibel kastriert. Nun ist sie die “Bibel in gerechter Sprache”. In Wien gab es ein Büro, dessen MitarbeiterInnen auf Bestellung Werke der deutschen Literatur gegendert haben. Das unschuldige Wörtlein “man” erinnerte hierbei zu sehr an Mann und wurde daher oft durch das Passiv ersetzt.

(Vollständig in der Printausgabe)