Libellenflügel – Mutter Natur hilft gegen Krankenhauskeime

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Das wichtigste in Krankenhäusern ist die Sauberkeit, insbesondere die Hygiene in den Operationssälen. Um zum Teil lebensbedrohliche Infektionen bei Patienten zu verhindern, setzt man seit jeher Desinfektionsmittel ein. Dabei ergeben sich große Nachteile. Diese Mittel können die Haut schädigen und bei Patienten allergische Reaktionen auslösen. Ein weiterer Nachteil ist der, dass die Bakterien mit der Zeit resistent  gegen die Desinfektionsmittel werden können, so dass diese ihre Wirksamkeit verlieren. Nicht umsonst sagt man, dass die meisten Menschen, die im Krankenhaus sterben, nicht an der Krankheit sterben, wegen der sie eingeliefert wurden, sondern an einer Infektion.

Das könnte sich in Zukunft schnell ändern und dabei hilft am meisten – Mutter Natur. Elena Ivanova von der Swinburne University of Technology in Melbourne, Australien, und einigen ihrer Mitarbeiter ist aufgefallen, das die Flügel der Libellenart Diplacodes bipunctata Bakterien abtöten. Die Vermutung, dass die Libellenflügel antibakterielle Substanzen enthalten, erwies sich als falsch. Als man sich die Vorderflügel der Libelle genauer ansah, entdeckte man einen ganzen Wald von spitzen Nadeln mit der unfassbar kleinen Abmessung von 240 Milliardstel eines Meters.Im Labor stellte man dann fest, dass verschiedenste Bakterienarten durch den direkten Kontakt mit den Nadeln der Libellenflügel aufgeschlitzt und abgetötet wurden. Die Forscher zählten unter dem Mikroskop und mit der Hilfe des Computers die erstaunliche Zahl von 450.000 vernichteten Bakterien pro Quadratzentimeter innerhalb einer Minute!

Nun machen sich die Wissenschaftler daran, ein Material mit ähnlichen Eigenschaften zu entwickeln. Als Basis dient schwarzes Silizium, das dadurch entsteht, dass man reines Silizium mit Ionen oder ultrakurzen Laserimpulsen beschießt. Danach ist die Oberfläche mit Nadeln von einer Größe von 500 Nanometern  übersäht. Das ist zwar mehr als doppelt so groß wie die Nadeln auf den Libellenflügeln, aber klein genug, um Bakterienzellwände aufzuschlitzen und damit diese zu vernichten.

Ganz kann man die Natur nicht nachbilden aber durch sie als Vorbild hat man hier allem Anschein nach einen Weg gefunden, Keimen und Bakterien erfolgreich und ohne chemische Hilfsmittel den Garaus zu machen.

 

Quelle: pm-magazin.de