Mit Gemüse heilen: Pastinake

pastinakeDie Wildform der Pastinake gehört zu den ältesten Sammelpflanzen der eurasischen Urbevölkerung und ist dort wie in Europa auch heute noch als Wildpflanze verbreitet. Aber bereits im Altertum war die Pastinake als Kulturpflanze bekannt. In Mitteleuropa war sie bis zum 18. Jahrhundert eine wichtige Grundnahrungspflanze, bis sie von der Kartoffel und der Möhre verdrängt wurde. Die Pastinake ist eine Wurzelrübe und sieht aus wie eine zu groß geratene Petersilienwurzel. Die Blätter sind allerdings größer und „gefiederter” als bei Petersilie oder auch Möhren; die Rüben werden länger, bis zu 40 cm und damit auch schwerer. Pastinaken werden bei uns nur auf wenigen Feldern angebaut und hauptsächlich für Babynahrung und Trockengemüse verwendet.

Die Pastinake enthält reichlich Kohlenhydrate in Form von süßem Zucker, sättigender Stärke und Ballaststoffen. Sie enthält so viel Kalium wie kaum ein anderes Gemüse, und auch der Gehalt an den übrigen Vitaminen und Mineralstoffen kann sich sehen lassen. Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen (bis zu 3,5 Prozent) bestimmt den typischen Geruch. Der Nährwert der Pastinake übertrifft den der Möhre – mit Ausnahme des Provitamins A. Sie enthält wie die Karotte Vitamine C, B1, B2 und Niacin, Kalium, Eisen, ätherische Öle und Myristin. Außerdem besitzen Pastinaken viel Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor und unterstützen damit den Aufbau der Muskulatur und der Kno-chen.

Das Wurzelgemüse hat wenig Kalorien (64 kcal/270 kj pro 100 g), dafür viele Ballaststoffe. Im Kohlenhydratanteil von rund 18 Prozent ist auch das herzschützende Pektin enthalten.

Essbar sind Wurzel und Blätter. Die Wurzel roh, gekocht oder gedünstet als Suppengemüse, die Blätter zum Würzen. Der Geschmack des weißen Fleischs der Wurzeln schmeckt leicht süßlich, mitunter etwas herb.

Heilwirkung: Das Hauptöl der Pastinake hat Ähnlichkeit mit dem Kümmelöl Carvon und die gleiche Wirkung: Es lindert Magen- und Darmbeschwerden, regt die Verdauungstätigkeit an und erleichtert die Atmung, stimuliert auch das Nervensystem. Deshalb sind Pastinaken ideale Zutaten für Gemüseeintöpfe, die dadurch verträglicher und weniger blähend werden. Pastinaken sind ein wertvolles Wintergemüse, das allerdings erst nach Frost sein Aroma richtig entfaltet.

Als Heilmittel können die Pastinaken auch als Tee aufgegossen werden, wirksam gegen Magenschmerzen, Schlaflosigkeit und Fieber.

Verarbeitung: Es lohnt sich, Pastinaken in Gemüseeintöpfe zu geben, dann blähen diese weniger. Auch geraspelt in Salaten schmecken sie sehr gut. Pastinaken können Sie auch ungefähr 40 Minuten bei 200 bis 250 Grad im Ofen ge-backen und beispielsweise mit Sahnemeerrettich servieren. Man kann sie aber auch, dünn geschält und in zwei Millimeter dünne Scheiben geschnitten, mit etwas Öl in die Pfanne geben und wie Bratkartoffeln zubereiten. So schmecken sie zu Fisch oder Fleisch oder Eiern gleich gut.

Sie sind gut haltbar bei trockener, kühler und dunkler Lagerung.

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