Nacktes Mädchen: Ist es Peggy?

Peggy (rechts) - und das Mädchen aus dem Internet, das ihr so sehr ähnlich sieht. Foto: Helmut Reister

Das Foto ist einem Rechtsanwalt zugespielt worden, der von „frappierender Ähnlichkeit“ mit der verschwundenen Peggy spricht.

Bayreuth – Ein Mädchen, etwa zehn Jahre alt, nackt, mit gespreizten Beinen, fotografiert in einem Badezimmer. Ist es die kleine Peggy aus Lichtenberg (Oberfranken), die für die Aufnahme so posieren musste?


Frappierende Ähnlichkeit

Das Foto wurde dem Frankfurter Rechtsanwalt Michael Euler zugespielt. Er hat den neuen Prozess gegen Ulvi K. (34) durchgesetzt, der vom Landgericht Hof in einem fragwürdigen Verfahren wegen Mordes an dem verschwundenen Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Euler spricht von einer „frappierenden Ähnlichkeit“ des Mädchens auf dem Foto mit Peggy.

Sogar die kleine Narbe  stimmt

Vor allem gibt ihm eine kleine Narbe am Kinn zu denken, die auf dem Foto zu sehen ist. Der Anwalt: „„Einige Tage vor ihrem Verschwinden ist Peggy hingefallen und hat sich genau an dieser Stelle verletzt.“ Der Anwalt hat die Aufnahme, die offenbar aus Kreisen stammt, die Kontakt zur Pädophilen-Szene hat, an die Behörden in Bayreuth weitergeleitet.

Dort wird der Fall unter Leitung der Staatsanwaltschaft noch einmal komplett auf den Kopf gestellt und jeder erdenklichen Spur nachgegangen. Doch noch ist nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Peggy handelt.

Peggy – ein Opfer sexueller Übergriffe

Jürgen Stadter, Sprecher der Bayreuther Polizei, sagte: „Wir können noch keine abschließende Bewertung abgeben. Ein entsprechendes Gutachten steht noch aus.“ Ungeachtet der Authentizität dieses Fotos hält es Euler aufgrund der Ermittlungen für sehr wahrscheinlich, dass Peggy vor ihrem Verschwinden zum Opfer sexueller Übergriffe geworden sein könnte.

„Dafür“, sagt der Anwalt, „gibt es eine ganze Reihe von Indizien.“ Er nennt vor allem auffallende Änderungen in Peggys Verhalten für typisch von Missbrauchsopfern und weist auf entsprechende Zeugenaussagen hin.

Auch die neu aufgenommenen Ermittlungen, die sich unter anderem gegen einen inzwischen wegen anderer, gleich gelagerter Fälle in Haft sitzenden Kinderschänder richten, weisen in diese Richtung. „Der Mann hatte engen Kontakt zu Peggy und ihrer Famile“, bestätigt auch die Staatsanwaltschaft.

Peggy als Opfer mehrerer Pädophiler?

Gut möglich ist nach Überzeugung Eulers aber auch, dass das oftmals unbeaufsichtigte Mädchen zum sexuellen Spielball gleich mehrerer pädophil veranlagter Männer geworden ist. „Die Gelegenheit“, beschreibt der Anwalt die Lebensumstände des Mädchens, das oft stundenlang allein im Dorf herumzog, „waren für solche Zwecke durchaus gegeben.“

Auch in der eigenen Familie?

Auch innerhalb der Familie? Bei dieser Frage spielt ein mit Urin getränktes Bekleidungsstück von Peggy eine Rolle. Es wurde nach dem Verschwinden von der Polizei sichergestellt. Die Ermittler haben untersucht, wie die Urinspuren, die vom damaligen Lebensgefährten von Peggys Mutter stammen, auf die Kleidung gekommen sind.

Euler: „Die Angaben des Lebensgefährten haben sich als falsch herausgestellt.“ Stichhaltige Beweise dafür, dass er Peggy missbraucht oder mit ihrem Verschwinden etwas zu tun hat, wurden von der Soko damals aber nicht gefunden.

Schon vor etlichen Jahren tauchten kinderpornographische Aufnahmen auf, die Peggy zeigen sollten. Damals stellten sich die Fotos als Fälschungen heraus.

Ist es diesmal anders?