Nanopartikel dringen auch ins Gehirn vor

peter-gehrSynthetische Nanopartikel können Gewebe und Zellen durchdringen und sich im ganzen Körper ausbreiten – sogar im Gehirn. Professor Peter Gehr von der Universität Bern – ein international renommierter Gewebespezialist – ist erstaunt darüber, dass man die möglichen Gesundheitsrisiken ausserhalb der Wissenschaft und Verwaltung kaum zur Kenntnis nimmt.

Interview: Kaspar Meuli

Peter Gehr ist Professor für Histologie – die Lehre von den Geweben – und Anatomie an der Universität Bern. Er hat sich als Forscher international einen Namen gemacht, so unter anderem mit seinen Arbeiten zum Verhalten von Nanopartikeln in der Lunge und zur Interaktion mit Zellen. Peter Gehr leitet das Nationale Forschungsprogramm NFP 64 zu «Chancen und Risiken von Nanomaterialien» des Schweizerischen Nationalfonds. Die Arbeiten dazu werden im Dezember 2010 anlaufen.

© Stefan Bohrer

Macht sich die Schweizer Bevölkerung Sorgen um die gesundheitlichen Auswirkungen von Nanopartikeln?

Peter Gehr: Nein, denn entweder haben die Leute gar keine Ahnung, worum es dabei geht, oder sie sehen kein Problem darin. Die möglichen Gefahren sind auch in der Politik kaum ein Thema.

Weshalb diese Unbekümmertheit?

Die Nanotechnologie und mit entsprechenden Verfahren hergestellte Nanopartikel faszinieren und haben auch bereits positive Anwendungen wie zum Beispiel neue Werkstoffe hervorgebracht. So lassen sich etwa mit Nanoröhrchen aus Kohlenstoff sehr robuste und extrem leichte Materialien herstellen. Damit wiegt ein Velorahmen einige Kilo weniger.

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