Organspende in Deutschland, was muss man wissen?

Organtransplantation:

Warten war gestern – bestellen ist heute

trapret1Nach einem Bericht der “Frankfurter Rundschau” wird in Deutschland mittlerweile jedes vierte Herz, jede dritte Leber/Lunge und jede zweite Bauchspeicheldrüse, an den Wartelisten vorbei, direkt von den Krankenhäusern an selbst ausgesuchte Patienten vergeben (offizielle Zahlen des Bundesministeriums). Dabei werden dann zur Not auch schon mal Patientenakten manipuliert und Menschenleben geopfert.

Vielleicht eine Niere als Anzahlung?

Heute hat eben alles seinen Preis – auch Organe. Dabei gilt – umso knapper ein Gut, desto höher sein Preis. Nieren gibt es wie Sand am Meer. Sollten Sie sich also in Zukunft für ein praktisches Austausch-Organ entscheiden, werden Sie vorher halt einfach reich. Ein Spenderausweis hingegen, erscheint nach heutigen Erkenntnissen wohl eher kontra-produktiv. Wann wir, nach dem die dafür fälligen Gebühren schon mehr als beglichen sind, endlich unsere Politiker transplantieren, blieb zum Redaktionsschluss noch offen. (Norman Knuth)

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§§3 und 4 TPG Deutschland, BGBI (Bundesgesetzblatt) Nr. 273/1982 und § 62a KAG Österreich, Maastricht Protokoll 1995
Bevölkerungsinformation Deutschland
„Hinwegtäuschung über die tatsächliche rechtliche Explantations-Situation in Deutschland und was Sie als Deutscher bei Urlaub oder Geschäftsreise im Ausland tatsächlich erwarten kann, am Beispiel Österreich und Spanien erklärt, sowie illustriert am Beispiel eines Deutschen Urlaubers, der in Österreich nach einem Schiunfall ohne vorherige Benachrichtigung der Angehörigen völlig „explantiert“ und der verbliebene
(medizinisch) „Kadaver“ hinterher zurückgeschickt wurde.“
Dies sind keine Szenarien! Dies sind keine „Nachrichten“, sondern ein dringender Handlungs-Appell.
Beweise, Referenzen und Gesetzesparagraphen im Text.

Die meisten Menschen verwerfen für sich das Thema „Organentnahme“ (Explantation) uninformiert sehr schnell aus zweierlei Gründen: Erstens, weil sie glauben, dass sie dazu ihre Zustimmung geben müssten. Zweitens, weil sie glauben, dann wäre man ohnehin schon tot. Beide Annahmen – sind FALSCH. Vor allem außerhalb Deutschlands, wenn Sie sich auf Urlaubs- oder Geschäftsreise befinden, wird Ihre Zustimmung rechtlich nicht benötigt. Aber auch in Deutschland ist es nicht so, wie es fälschlicherweise immer wieder in Laiendiskussionen dargestellt wird!
(siehe Original Gesetzesparagraphen im Text)

Einleitung: Tatsächliche Situation Deutschland:
Deutschland hat im Moment mehr als nur  einen Medizinskandal zu erklären – Göttingen, Regensburg und München.
Ungeachtet dessen, werden Sie aufgrund der Gesetzesnovelle zum TPG künftig von Ihrer Regierung mehrmals Informationsschreiben zum Thema Transplantation erhalten mit dem Ziel, dass Sie es in Ihrer Familie diskutieren und das Thema gesellschaftsfähig wird. Die Fakten werden dabei allerdings verschwiegen – nämlich, wie eine Organspende wirklich abläuft, was dabei passiert, warum etwas, das vor 30 Jahren noch zur Mordanklage führte nun straffrei möglich ist, oder wie die rechtlichen Regelungen im In- oder Ausland es immer leichter machen, an die Organe lebender Menschen zu kommen.

Wem der Begriff „lebende“ Menschen jetzt noch schwerfällt zu glauben – vorab, von wirklich Toten wären Organe unbrauchbar, weil sie den Empfänger durch die Leichenzersetzungsbakterien töten würden. In Wirklichkeit verläuft das Alles anders. Die Fakten erfahren Sie im Text.

Die angebliche Zustimmungsnotwendigkeit in Deutschland und §4, den scheinbar keiner kennt:

Deutschland gilt noch als eines der wenigen Länder in Europa mit Zustimmungsregelung. Diese besagt, will man Ihnen Ihre Organe entnehmen, müssten Sie vorher zugestimmt haben. Faktisch ist das aber nicht richtig, wenn man auch die weiteren Paragraphen liest.

§3 TPG (=Transplantationsgesetz) Entnahme mit Einwilligung des Spenders (1)
Die Entnahme von Organen oder Geweben ist, soweit in §4 oder §4a nichts Abweichendes bestimmt ist, nur zulässig, wenn 1.  der Organ- oder Gewebespender in die Entnahme eingewilligt hatte, (…) Soweit so gut.

(2) Die Entnahme von Organen oder Geweben ist unzulässig, wenn 1.  die Person, deren Tod  festgestellt ist, der Organ- oder Gewebeent-nahme widersprochen hatte, (…)

Frage 1: Warum sollte man nun in einem Land, wo angeblich die ausdrückliche Zustimmung zur Explantation (= Organentnahme) erforderlich ist, denn überhaupt noch extra „widersprechen“? Das wäre doch faktisch gar nicht notwendig? Warum also?

Frage 2: „… Person, deren Tod festgestellt wurde …“ Medizinisches Faktum ist: Der körperliche Zersetzungsprozess setzt unmittelbar nach dem Tode ein. Ein von einer Leiche transplantiertes Organ würde daher den Empfänger durch die Zersetzungsbakterien vergiften. Die Organe von einer Leiche wären also unbrauchbar. Wie löste das „Gesetz“ diese Diskrepanz? (die Antwort finden Sie ebenfalls im Folgetext)

Die Hintertürregelung

§4 Entnahme mit Zustimmung anderer Personen
(1) Liegt dem Arzt, der die Organ- oder Gewebeentnahme vornehmen oder unter dessen Verantwortung die Gewebeentnahme nach § 3 Abs. 1 Satz 2 vorgenommen werden soll, weder eine schriftliche Einwilligung noch ein schriftlicher Widerspruch des möglichen Organ- oder Gewebespenders vor, ist dessen nächster Angehöriger zu befragen, ob ihm von diesem eine Erklärung zur Organ- oder Gewebespende bekannt ist.

Anmerkung: Haben Sie nicht zugestimmt, fragt man also die Angehörigen? Vielleicht stimmen die ja zu? Das widerspricht im Grunde bereits dem §3 (1) in dem steht: dass Sie vorher „eingewilligt“ haben hätten müssen. Wie Sie sehen, stimmt das nicht.

Ist auch dem nächsten Angehörigen eine solche Erklärung nicht bekannt, so ist die Entnahme unter den Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3, Satz 2 und Abs. 2 Nr. 2 nur zulässig, wenn ein Arzt den nächsten Angehörigen über eine in Frage kommende Organ- oder Gewebeentnahme unterrichtet und dieser (Anm. der Verwandte!) ihr zugestimmt hat.

Anmerkung: Das heißt faktisch, in Deutschland ist zwar theoretisch eine sogenannte Zustimmungsregelung gesetzlich verankert, welche besagt, damit man Ihnen Ihre Organe entnehmen darf, müssten SIE Ihre explizite Zustimmung gegeben haben. Praktisch aber wird es anders gelebt, nämlich in dem man Ihre Verwandten fragt, ob sie Ihre Organe freigeben. Dies unter sozialem Druck (wollen Sie denn nicht anderen helfen?), Zeitdruck (jetzt muss es schnell gehen, ansonsten ….), Schuld (Was Organentnahme auch wirklich bedeutet und was von einem danach übrigbleibt, erfahren Sie weiter im Text. Auch das ein Spender NICHT tot sein darf!)

Zu Ihrer Kenntnis: Über 80% der Entscheidungen werden von den fehlinformierten Verwandten unter Druck getroffen.
Ferner sollte jeder wissen, dass das Personal, das diese „Verwandtengespräche“ führt, extra darauf geschult wird. Geschulte Mitarbeiter bringen 20% mehr Organe ein. Künftig soll diese Quote noch wesentlich verbessert werden, dann wird ein sogenannter „Transplantationsbeauftragter“ in jedem Krankenhaus das professionell erledigen und sogar schon eine inoffizielle Vorauswahl „potentieller Spender“ vornehmen.

Was selbst in Deutschland, einem Land mit „angeblicher“ Zustimmungsregelung, durchaus auch ohne Ihre Zustimmung möglich ist, durchzubringen – im Ausland sind  Sie dagegen schon von vorneherein, rechtlich als Organspender deklariert (sog. presumed consent = (Ihre) mutmaßliche Vor-Einwilligung). Dort herrschen nämlich andere Gesetze, die für Sie als Deutscher aber gelten, wenn Sie nicht zuvor schriftlich widersprochen haben.
Die Situation und Folgen erklärt am Beispiel Österreich und Spanien.
organosprotection.com – Global Protection Initiative