Racheakt in Neusser Jobcenter?

wegen anhaltendem Diskurs in Deutschland, aber auch auf  unserer Kommentar-ebene noch einmal der traurige Artikel vom 26.9.

52 jähriger ersticht 32 jährige Jobvermittlerin

Offenbar ohne Termin erschien der Mann im Jobcenter und erstach die junge Frau. Über die Hintergründe zur Tat oder die mögliche Verbindung zwischen Angreifer und Opfer war bislang noch nichts bekannt, aber es ist wohl von einem Racheakt auszugehen. Vermutlich hatte die Jobvermittlerin durch Sanktionierung Einfluss auf die Existenzgrundlage des Mannes genommen und ihn damit zu der bedauerlichen Bluttat getrieben. Jetzt hat der Mann für lange Zeit eine sichere Unterkunft, Verpflegung und keine Sanktionierungsängste mehr. Leider kostet uns das viel mehr als Hartz-IV und der jungen Frau ihr Leben. Es bleibt zu hoffen, dass ihr Tod nicht umsonst war und alle Jobvermittler aus diesem Vorfall lernen. Denn nur wenn zukünftig, auf die ohnehin grundgesetzwidrigen, Sanktionen verzichtet wird, können derlei Unglücke vermieden werden! (Norman Knuth)

15 Gedanken zu „Racheakt in Neusser Jobcenter?

  1. Von meiner Seite ist alles wesentliche zum Artikel gesagt – kann man so stehen lassen.

  2. „Ich habe […] den Täter zu keiner Zeit verteidigt.“

    Ich zitiere dich: „Sie wird den Mann gegängelt haben und zwar massiv – sonst würde der wohl kaum ausrasten.“ Für mich ist das eine Verteidigung. Der arme Mann hat keinen Ausweg mehr gesehen und musste mit den Messern, die er zufällig dabei hatte auf die Provokateurin einstechen – du schriebst es zwar beiweiten nicht so sarkastisch aber mit gleicher „Kausalität“. Kausalität kann doch ein schönes, in falschen Zusammenhang benutzt, nichtssagendes Wort sein – findest du nicht auch?

    „Mit Zufall, wie der von dir zitierte Kommentar glauben machen will, hat der bedauernswerte und zu verurteilende Vorfall wohl eher nichts zu tun, zumal es, deinen Recherchen folgend, nun offiziell eine Verbindung zwischen Täter und Opfer gibt. Und überhaupt, der Zufall würde doch nur noch mehr Angst schüren. Auch daher ist es mir doch geboten von naheliegender Kausalität auszugehen. Das erbauen von Kartenhäusern überlasse ich anderen.“

    Woher nimmst du deine Annahme, der Fall hätte mit Zufall nichts zutun? Meinst du bei einen anderen Jobvermittler hätte der Typ anders reagiert? Es war purer Zufall das die bedauernswerte Frau Opfer eines Wahnsinnigen war. Kein Zufall war das der Täter nicht ganz dicht war. Ich bin mir in den Fall sicher: Ein Vermittler wäre an diesen Tag definitiv dran gewesen.
    Ach so, was Angst schürt darf nicht wahr sein? Ich sehe das Kartenhaus wachsen!

  3. OK, das ist ganz schön viel, bringt uns aber weiter und dann hoffentlich auch zum Ende der Debatte. Dafür bekommst von mir einen grünen Daumen. ;-p
    Leider hast du ganz offensichtlich meinen Artikel nicht richtig gelesen. 🙁 – Ich habe den Tod der Vermittlerin darin ausdrücklich bedauert und das Geschehene als Bluttat und Racheakt verurteilt, die Faktenlage zudem als noch völlig unklar deklariert und den Täter zu keiner Zeit verteidigt. Leider hast du ganz offensichtlich auch keine Vorstellung, was es im Normalfall bedeutet Kunde beim Jobcenter zu sein. Ging es um einen Datenschutzstreit, wurden seine Daten „vermutlich“ Dritten weitergegeben und er persönlich diesen Dritten unterstellt. Das ist nämlich des Hartz-IV-Empfängers täglich Murmeltier, welches bei Verweigerung mit Sanktionierung grüßt – und davon kann man dann auch schon mal schlecht schlafen. Da es mir auch so geht hast du Recht in der Annahme, dass ich von meinen Erfahrungen auf Andere schließe. Es wäre ja auch völlig vermessen zu glauben, es handele sich bei mir um einen Einzelfall – schließlich sind die meisten Jobcenter-Knechte nicht unsichtbar und können auch sprechen. Das Verschieben oder Vertreten von, in meinem Fall sogar scheinbaren, Zuständigkeiten ist vielen Hartz-IV-Empfängern gewiss schon so bekannt wie die sie beherrschende Willkür. Mit Zufall, wie der von dir zitierte Kommentar glauben machen will, hat der bedauernswerte und zu verurteilende Vorfall wohl eher nichts zu tun, zumal es, deinen Recherchen folgend, nun offiziell eine Verbindung zwischen Täter und Opfer gibt. Und überhaupt, der Zufall würde doch nur noch mehr Angst schüren. Auch daher ist es mir doch geboten von naheliegender Kausalität auszugehen. Das erbauen von Kartenhäusern überlasse ich anderen.

  4. „Ich denke jetzt bist du am Thema vorbei, denn gucken kost nix.“

    In meinen Beispiel nur ein Leben, aber das fällt wohl nicht unter Kosten!?

    „Von Datenschutzvereinbarungen hab ich nie gesprochen, …“

    Aber ich, denn das ist die Sachlage, die den Mordfall von Neuss (nach aktueller Faktenlage) zugrunde liegt. Dort ging es um eine Datenschutzvereinbarung. Diese hatte der Täter nicht Verstanden und in Wut die Jobvermittlerin, stellvertretend für seinen eigentlichen Vermittler brutalst abgestochen.

    „Sie wird den Mann gegängelt haben und zwar massiv – sonst würde der wohl kaum ausrasten.“

    „Die in einem Jobcenter in Neuss erstochene Sachbearbeiterin ist eher zufällig Opfer der Bluttat geworden. Der geständige Verdächtige habe eigentlich einen männlichen Kollegen der Frau heimsuchen wollen, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Als Grund der Attacke hatte der Mann Wut über den vermeintlichen Missbrauch seiner persönlichen Daten genannt. Ein Fernsehbeitrag über den Handel mit persönlichen Daten habe seinen Argwohn geweckt. Danach habe er nächtelang nicht geschlafen.“
    Zitat – Hamburger Abendblatt vom 27.09.2012

    WO HAT SIE IHN GEGÄNGELT? Du verteidigst hier einen Menschen der aus niedersten Beweggründen einen Menschen ermordet hat – verwechsle hier nicht persönliche Erfahrungen mit diesen Fall, das führt uns nicht weiter, da diese Argumentation nicht zielführend ist. Außerdem – der Mann ging mit zwei Messern ins Amt, mit welcher Absicht tut man sowas?

    „Ich stelle eine solide Annahme in den Raum.“

    Die Annahme ist so solide wie ein Kartenhaus. Siehe obigen Artikel.

    „Ich weis auch gerade wirklich nicht wohin du mit dieser Diskussion führen willst.“

    Hin zur (vorläufig gesicherten) Faktenlage, nicht zu Mutmaßungen bzw. Annahmen, schließlich schreibst du ständig von der Jobvermittlerin, die den armen Mann gegängelt und massiv unter Druck gesetzt hat, gleichwohl Sie für Ihn gar nicht (mehr) zuständig wahr. Kennt man aus der Schule, ein Lehrer den man nicht im Unterricht hat, kann einen keine schlechte Note geben.
    Die Frage muss aber an dich zurückgebem – Was bezweckst du mit dieser Diskussion? Möchtest du über die Ursachen dieser wiederwärtigen Tat oder möchtest du ganz allgemein über Hartz IV Sanktionen sprechen? Ich sehe in diesen Falle nämlich keinen Zusammenhang, da nach bisheriger Lage dem Täter keine akuten Sanktionen drohten.

  5. Ich denke jetzt bist du am Thema vorbei, denn gucken kost nix. Von Datenschutzvereinbarungen hab ich nie gesprochen, aber ich weiß wie die Damen und Herren dort im Regelfall, ihren Gesetzen entsprechend, arbeiten. Sie wird den Mann gegängelt haben und zwar massiv – sonst würde der wohl kaum ausrasten. Ich stelle eine solide Annahme in den Raum. Und du? Ich weis auch gerade wirklich nicht wohin du mit dieser Diskussion führen willst.

Kommentare sind geschlossen.