Räucherung zum Wohlbefinden, aber wie und womit?

myrrhe3Myrrhe (Harz) Myrrhe

Myrrhe (Commiphora myrrha bzw. Commiphora abyssinica) ist das erstarrte Gummiharz einiger Balsambaumgewächse (Burseraceae) Südarabiens und des Somalilandes. Die Myrrhe ist untrennbar mit den religiösen Gebräuchen der orientalischen und abendländischen Kulturen verbunden. In riesigen Mengen wurde Myrrhe als Räucherwerk verbrannt. Ein verwandtes Harz, das Opoponax, ist eines der bedeutendsten Parfümduftstoffe der Parfümerie. Myrrhe war im Altertum neben Weihrauch das wichtigste Räuchermittel, das auch in der antiken Medizin reichlich angewendet wurde. Neben Gold und Weihrauch war es die kostbarste Substanz der Antike. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten es Jesus als Geschenk mit. Sogar die Leiche von Jesus soll mit Myrrhe und Aloe einbalsamiert worden sein.

Auch in der Bibel wird die Myrrhe häufig erwähnt. Schon 800 Jahre vor Moses Lebzeiten wird im Gilgamesch-Epos berichtet, daß der Urahn aller Menschen Utnapischti sich bei den Göttern für die Rettung aus der Sintflut mit einem Rauchopfer bedankte, das aus Zeder, Süßholz und Myrrhe bestand. Und aus noch früherer Zeit (um 2250 v.u.Z.) erfährt man vom altbabylonischen Sippur, daß dort ein Händler den Auftrag hatte, 10 Sekel Zypressenöl, 2 Sekel Myrrhenöl und 5 Sekel Zedernöl zu besorgen. Myrrhe ist in Nordostafrika und Südwestasien heimisch, besonders in der Region um das Rote Meer. Der Myrrhebaum wächst in Südarabien und im Norden von Somalia. Die Harzgewinnung der Myrrhe erfolgt nach der Regenzeit von Juni bis August. Bei der ersten Harzgewinnung wird nur minderwertiges Myrrhenharz produziert, erst die nächsten Sammlungen ergeben eine gute Qualität. Das Harz darf nach der Sammlung nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die durchschnittliche Harzausbeute beträgt ca. 3 bis 4 Kilogramm pro Baum. Myrrhe, so hieß es in früheren Zeiten, ist der Duft der Sinnlichkeit der Erde. Der Name Myrrhe stammt aus dem Arabischen „Murr“ (bitter) und bezeichnet den bitteren Geschmack von Myrrhe. Der Duft der Myrrhe ist aromatisch, warm-trocken, balsamisch-würzig, sinnlich süß-bitter und etwas schwer. Die Farbe ist dunkel- bis rotbraun. Der Myrrhe wird eine lebensverlängernde Wirkung nachgesagt. Sie wirkt außerdem balsamisch, reinigend, desinfizierend und klärend. Aufgrund ihres warmen, erdigen, würzigen Duftes galt Myrrhe in verschieden antiken Kulturen als Symbol für den Schoß der Erde und der weiblichen Sinnlichkeit. Myrrhe beinhaltet die Energie der Erde. Sie wirkt beruhigend, erdend, verlangsamt den Atem und fördert die Konzentration. Eine Myrrhe- Räucherung eignet sich, um Standfestigkeit zu verleihen, den Geist zu beruhigen und sinnlich zu stimulieren. Sie ist hervorragend geeignet, die geistige, seelische und materielle Welt in Einklang zu bringen. Sie öffnet die Tür zum Geistigen, Sorgen werden zerstreut und die Gefühle besänftigt. Sie bringt die geistige, seelische und materielle Welt wieder miteinander in Verbindung. Myrrhe hat eine stark reinigende Wirkung und gibt Kraft, Optimismus und innere Ruhe. Eine reine Myrrhe-Räucherung hilft bei innerer Unruhe, Streß, Einschlafstörungen und nach anstrengender geistiger Arbeit. Dazu werden Myrrhestückchen im Mörser zerkleinert und in kleinen Mengen verräuchert. In okkulten Schulen wird Myrrhe für Meditation, Schutz, Heilung und Segnung rituell verräuchert. Myrrhe ist auch Bestanteil des magischen Weihrauchs schlechthin, dem Abramelinöl. Als Heilmittel ist das Harz schon seit dem Altertum bekannt. Myrrhe wirkt wundheilend, gewebestärkend und heilt Narben. Die Myrrhetinktur kann das Zahnfleisch stärken, Parodontose vorbeugen und den gesamten Mundraum desinfizieren. Mit ihr wurde auch Aussatz behandelt. Vom Mittelalter bis ins zwanzigste Jahrhundert wurde die Myrrhe gegen Husten, Brust- und Seitenstechen, Ruhr, Schnupfen, Flechten, lockere Zähne, Verdauungsstörungen, Würmern, Wassersucht, Malaria, Magen- und Darmproblemen und Lungenleiden verwendet. Die Myrrhe war auch als Tonikum für Herz, Magen und Nerven bekannt. Sie wurde Kosmetika, Seifen, Parfüms, Nahrungsmitteln und Getränken zugesetzt. Auch zum Würzen des Weins wurde Myrrhe seit alters her benutzt. Im alten Rom wurden die Weinkeller und gereinigten Weinfässer mit Myrrhe ausgeräuchert, um den Wein haltbar zu machen. In Griechenland wird noch heute geharzter Wein (z.B. Retsina) getrunken. Die orientalischen Frauen beräuchern sich, da Myrrhe ein wirksames Mittel bei unreiner Haut ist. Auch bei Erkältungskrankheiten kann eine Myrrhe-Räucherung hilfreich sein. Myrrhe kann sehr gut alleine verräuchert werden, mischt sich aber auch gut mit Mohn, Weihrauch, Cassia, Labdanum, Styrax, Lorbeer, Bilsenkraut, Opoponax, Aloe, Sandelholz, Benzoe, Wacholder, Patchouli, Thymian, Pfefferminze, Lavendel, Kiefer, Nelke, Zimt, Sassafras, Piment u.a. Myrrheharz ist nicht zum Verzehr geeignet.

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