Rotes Kreuz kündigt Sanitäter für Notrettung

rotes-kreuzRettungssanitäter sind dazu da, Menschen in gesundheitlichen Notsituationen zu helfen. Die meisten von ihnen verrichten diese nicht immer leicht zu verdauende Arbeit sogar unentgeltlich. Aber nicht jeder, der ein Leben rettet, bekommt dafür auch den gebührenden Dank.

(Von L.S.Gabriel)

Im Kreis Neustadt an der Aisch wurden die Rettungsassistenten Wolfgang Braungardt (Foto oben l.) und Werner Zurwesten (r.) zu einem besonders schweren Fall von Epilepsie gerufen. Ein Notarzt war beim Eintreffen der Retter nicht zur Stelle. Die Patientin krampfte seit mehreren Minuten, ein sehr gefährlicher Zustand, da während der Dauer des Anfalles die Blutversorgung des Gehirns möglicherweise nicht vollständig gewährleistet ist. Es geht also im Ernstfall um Minuten, die darüber entscheiden, ob ein Mensch danach wieder vollständig motorisch und geistig zurück ins Leben kommt, im schlimmsten Fall sogar um das Überleben an sich, so wie im vorliegenden Fall. Beide Helfer sind seit mehreren Jahren im Einsatz und haben schon mit vielen Ärzten zusammengearbeitet, ihre Kompetenz steht außer Frage und wird von Ärzten auch bestätigt.

Braungardt und Zurwesten schätzen die Gefahr für die Patientin ein und entscheiden sich, sofort einzugreifen. Sie verabreichen Midazolam, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, der krampflösend wirkt, und retten der Frau damit das Leben.

Dafür wurde ihnen nun vom Bayerischen Roten Kreuz fristlos gekündigt:

Diese Kündigung erfolgt, weil sie als Rettungsassistent, ohne dass die Voraussetzungen zur Ausübung von „Notkompetenz“ vorlagen, ärztliche Maßnahmen durchgeführt haben, schreibt das Rote Kreuz.

Nun dürfen natürlich grundsätzlich aus gutem Grund manche Medikamente nur durch einen Arzt verabreicht werden, aber es gibt auch die Aufforderung, dass sogar Laien im Notfall beherzt eingreifen sollen. Jeder Normalbürger darf und soll im Ernstfall Herzdruckmassage anwenden und auch den Defibrillator benutzen. Das Risiko liegt aber wohl auch da beim Helfer.

Braungardt sagt sinngemäß, er könne sich doch nicht, wenn er wüsste was zu tun ist, hinstellen, auf den Arzt warten und zusehen, wie jemand stirbt.

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