Schäuble-Berater schlägt Euro-Austritt Deutschlands vor

Der Chefberater von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet mit dem Zerfall der Eurozone. Deutschlands müsse die Währungsunion verlassen, falls die Krise sich verschärfe. Die Südländer könnten dann den Euro abwerten und hätten die Chance auf eine wirtschaftliche Erholung.

Schäuble-Berater Kai Konrad erwartet die Einführung einer neuen D-Mark. Eine starke Währung wäre gut für die deutsche Wirtschaft, wie es die alte D-Mark auch war. (Foto: Flickr/Gaspa)

Schäuble-Berater Kai Konrad erwartet die Einführung einer neuen D-Mark. Eine starke Währung wäre gut für die deutsche Wirtschaft, wie es die alte D-Mark auch war. (Foto: Flickr/Gaspa)

Kai Konrad, Chef des Wissenschaftlichen Beirats beim Finanzministerium, prognostiziert einen Austritt Deutschlands aus der Eurozone in ein paar Jahren. Ein abgewerteter Euro sei gut für die angeschlagene Wirtschaft im Süden Europas. Eine neue starke D-Mark sei gut für die Deutschen.

Der Wissenschaftliche Beirat versteht sich als wissenschaftliches Gewissen der Bundesregierung.

Die Aussagen von Konrad sind daher von Bedeutung: Sie sind nicht bloß die Privatmeinung eines Gelehrten. Es ist davon auszugehen, dass der Beirat seine Bedenken über die Zukunft der Eurozone auch Schäuble mitgeteilt hat.

Griechenland sei zu einem „Fass ohne Boden“ geworden, sagte Konrad im Interview mit Die Welt. Die Wirtschaftsleistung des Landes schmelze dahin und seine Schulden stiegen. Die Lösung dieses Problems sei jedoch nicht, dass Griechenland aus dem Euro aussteigt.

„Die dann wegen der Währungsabwertung höheren Auslandsverbindlichkeiten würden das Land erdrücken. Wenn man die Währungsunion aufbrechen will, sollte man dies an der Nordgrenze tun. Wenn, dann muss Deutschland aus dem Euro raus.“

18.08.13, 00:41Zum Weiterlesen: