Special Forces in Heilbronn

Special Forces in Heilbronn
Gedenkstein für die ermodete Polizistin Kiesewetter (Quelle: Wikipedia, CCL)

31. Oktober 2013Compact-Magazin

Eigentlich geht es ja beschaulich zu im schönen Baden-Württemberg. Allerdings nicht am 25. April 2007. An diesem Tag wurde in Heilbronn die Polizeimeisterin Michele Kiesewetter ermordet. Warum dies geschah und unter welchen Umständen, gibt bis heute Rätsel auf. Nach offizieller Version der Bundesanwaltschaft war das NSU-Trio ohne weitere Mithilfe auch für diesen brutalen Mord verantwortlich.

In der aktuellen COMPACT-Ausgabe weist Chefredakteur Jürgen Elsässer allerdings akribisch nach, dass die damaligen Tatumstände Anlass für massive Zweifel an dieser Version geben. Ein Bericht aus dem «Stern» hatte dabei den Stein ins Rollen gebracht. Das Magazin berichtete über US-Agenten, die verschiedene Zielpersonen auf der Heilbronner beobachteten und darüber sogar einen offiziellen Bericht verfassten.

Nicht sehr überraschend wurde diese Beobachtungen von den US-Diensten dementiert. «Der Bericht», so hieß es dann «sei eine Fälschung». De facto waren aber wohl zahlreiche Agenten an diesem Tag im Raum Heilbronn unterwegs. Schaut man genauer hin, dann sammelt sich inzwischen einiger Stoff für einen spannenden Krimi: Da wurde ein Mitarbeiter der US-Special Forces Group am Tattag auf der Autobahn bei Heilbronn geblitzt, ein türkischer Agent und Verbindungsmann zur islamistischen «Sauerlandgruppe» lief in der Stadt spazieren und später kam auch noch ganz «zufällig» ein wichtiger Zeuge für den Tatverlauf in Heilbronn zu Tode.

Jürgen Elsässer geht wie immer emotionslos diesen wichtigen Fragen über ein mögliches Doppelspiel der Geheimdienste nach.
Schon in seinem 2008 erschienen Buch «Terrorziel Europa» hatte er übrigens mit Baden-Württemberg zu tun. Im Kontext der Aktionen muslimischer Terroristen spielt der Südwesten ebenfalls eine eher zwiespältige Rolle.

Immerhin gilt ein ehemaliger V-Mann des baden-württembergischen Verfassungsschutzes als Gründer der berüchtigten Ulmer Islamistenszene, die später zum Ausgangspunkt beinahe aller verdächtigten muslimischen Terroristen in Deutschland wurde. In seinem Buch geht dann auch ein ganzes Kapitel über das «süddeutsche Netz», also über Hassprediger und Kuriere mit überraschenden Verbindungen zu offiziellen Stellen.

Mehr zum «Heilbronner Themenkomplex»  in der aktuellen Ausgabe von COMPACT.