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Zum ersten Male äusserte Albert Schweitzer seine Besorgnisse …

albert sZum ersten Male äusserte Albert Schweitzer seine Besorgnisse über den Gebrauch von Atombomben in einem Brief, der am 14. April 1954 im „Daily Herald“ in London erschien. Nur eine deutsche Zeitung wagte, den damals aufsehenerregenden Brief im vollen Wortlaut zu übernehmen.

Albert Schweitzer – Friede oder Atomkrieg

Dieser Brief erschien am 14. April 1954 im „Daily Harald“

Die Folgen der Wasserstoffbomben-Explosion bilden ein höchst beängstigendes Problem, doch eine Wissenschaftlerkonferenz ist meiner Ansicht nach nicht das geeignete Mittel, mit den Problemen fertig zu werden. Es gibt heute in der Welt zu viele Konferenzen, und es werden zu viele Beschlüsse gefasst. Erforderlich wäre, dass die Welt auf die Warnrufe der einzelnen Wissenschaftler hörte, die dieses furchtbare Problem verstehen. So könnte die Menschheit beeindruckt werden, Verständnis gewinnen und die Gefahr begreifen, in der sie sich befindet.

Sehen Sie nur, welchen Einfluss EINSTEIN besitzt, weil er seine Befürchtungen offen zum Ausdruck bringt. Die Wissenschaftler selbst, die alle in diesem Zusammenhang stehenden Fragen und Gefahren gründlich kennen, müssen zur Welt sprechen, möglichst viele von ihnen, und sie alle müssen der Menschheit die Wahrheit sagen in Wort und Schrift. Würden sie ihre Stimme erheben und würde jeder von ihnen den Drang verspüren, die furchtbare Wahrheit auszusprechen, dann würden sie Gehör finden, denn dann würde die Menschheit begreifen, dass es bitter ernst ist.

Wenn es Ihnen und Alexander Haddow (ein Professor, der eine Wissenschaftlerkonferenz der Vereinten Nationen über die Wasserstoffbombe gefordert hat) gelingt, die Wissenschaftler davon zu überzeugen, dass sie der Menschheit die sie selbst quälenden Gedanken vortragen müssen, dann besteht die Hoffnung, dass diese entsetzlichen Explosionen aufgegeben und die Machthaber unter Druck gesetzt werden.

Aber die Wissenschaftler müssen das Wort ergreifen. Nur sie besitzen die Autorität zu erklären, dass wir nicht länger die Verantwortung für diese Experimente tragen können; nur sie können es sagen.

Da haben Sie meine Meinung. Ich sage es Ihnen mit Besorgnis im Herzen, einer Besorgnis, die mich keinen Tag verlassen will. In der Hoffnung, dass diejenigen, die uns beraten müssen, sich Gehör schaffen werden, begrüsse ich Sie. Albert Schweitzer.

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Diese mahnenden Worte treffen nicht nur auf Krieg, Atombomben etc. zu, denn die Menschen sind den Wissenschaftlern Ärzten, Professoren und Doktoren hörig und die werden fast alle von der Elite bezahlt.
Wir haben verlernt, selbst zu denken, fangen wir doch heute mal damit an!!!

Petra Mensch

Edward Snowden: Offener Brief an das deutsche Volk und die deutsche Regierung

endcover1Snowden will nach Berlin kommen. Ströbeles Verdienst!

Hier mein Kommentar zu dieser höchst erfreulichen Entwicklung der NSA-Affäre.

Und hier der Brief, den Ströbele gestern aus Moskau von Snowden mitgebracht hat (Übersetzung: Spiegel-Online):

(unauthorisierte Rohübersetzung)
An die Zuständigen
Ich wurde gebeten, Ihnen bezüglich Ihrer Untersuchung zur Massenüberwachung zu schreiben.
Ich heiße Edward Joseph Snowden und war früher vertraglich bzw. über eine Direktanstellung als
technischer Experte bei der National Security Agency (NSA), der Central Intelligence Agency (CIA) und
der Defense Intelligence Agency (DIA) der Vereinigten Staaten beschäftigt.
Im Zuge meiner Beschäftigung in diesen Einrichtungen wurde ich Zeuge systematischer Gesetzesverstöße
meiner Regierung, die mich aus moralischer Pflicht zum Handeln veranlassten. Als Ergebnis der
Veröffentlichung dieser Bedenken sah ich mich ich einer schwerwiegenden und anhaltenden Hetze
ausgesetzt, die mich zwang, meine Familie und meine Heimat zu verlassen. Ich lebe derzeit im Exil und
genieße befristetes Asyl, das mir die Russische Föderation gemäß internationalem Recht gewährt.
Ich bin ermutigt von der Resonanz auf mein politisches Handeln, sowohl in den USA als auch anderswo.
Bürger auf der ganzen Welt und auch hohe Amtsträger – einschließlich der Vereinigten Staaten – haben
die Enthüllungen zu einem System der allumfassenden Überwachung, das niemandem Rechenschaft
schuldig ist, als einen Dienst an der Öffentlichkeit beurteilt. Diese Spionage-Enthüllungen zogen viele
Vorschläge zu neuen Gesetzen und Richtlinien nach sich, die auf den vormals verdeckten Missbrauch des
öffentlichen Vertrauens abzielten. Der Nutzen für die Gesellschaft aus diesen gewonnenen Erkenntnissen
wird zunehmend klarer; gleichzeitig wurden die in Kauf genommenen Risiken sichtlich vermindert.
Obwohl das Ergebnis meiner Bemühungen nachweislich positiv war, behandelt meine Regierung Dissens
nach wie vor als Treuebruch und strebt danach, politische Meinungsäußerung zu kriminalisieren und
unter Anklage stellen. Dennoch: Die Wahrheit auszusprechen ist kein Verbrechen. Ich bin zuversichtlich,
dass die Regierung der Vereinigten Staaten mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft diese
abträgliche Haltung ablegen wird. Ich hoffe, dass ich, wenn die Schwierigkeiten dieser humanitären Lage
beigelegt sind, in der Lage sein werde, mich an der verantwortungsvollen Aufklärung der Sachverhalte
bezüglich der in den Medien getätigten Aussagen, insbesondere im Hinblick auf Wahrheit und
Authentizität der Berichte, angemessen und gesetzesgemäß zu beteiligen.
Ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen in Ihrem Land, sobald die Situation geklärt ist und danke Ihnen
für ihre Bemühungen, das internationale Recht zu wahren, das uns alle beschützt.
Mit besten Grüßen
gez. Edward Snowden bezeugt durch Hans-Christian Ströbele

Elsässers-Blog1. November 2013

Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel

-Foto: Florian Schuh / DPA / AFP

STIMME RUSSLANDS In dem offenen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler eine sichere Einreise sowie einen sicheren Aufenthalt für den IT-Spezialisten und Whistleblower Edward Snowden. Die Verfasser des Briefes weisen darauf hin, dass Edward Snowden ein wichtiger und unverzichtbarer sachverständiger Zeuge für die dringliche Aufklärung und Aufarbeitung der aktuell bekannt gewordenen Ausspähaktionen US-amerikanischer und anderer Nachrichtendienste gerade in Deutschland ist.

Offener Brief zur Aufnahme von Edward Snowden in der Bundesrepublik Deutschland

Berlin, 27. Oktober 2013

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

sehr geehrter Herr Gabriel,

im August hat die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW), gemeinsam mit der Juristenorganisiation IALANA und Transparency International Deutschland, den Whistleblowerpreis 2013 an Edward Snowden verliehen. Die neuesten Erkenntnisse bestätigen uns in dieser Entscheidung nochmals und erschüttern uns, weil sie die Bodenlosigkeit der gegenwärtigen Verhältnisse schonungslos offenbaren.

Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt zum eindeutigen politischen und menschlichen Handeln gekommen!

Der Vorstand der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler fordert die amtierende geschäftsführende und die von der künftigen Koalition neu zu bildende Bundesregierung auf, Edward Snowden unverzüglich eine sichere Einreise und einen sicheren Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland zu ermöglichen (z.B. nach § 22 AufenthG). Er ist ein wichtiger und unseres Erachtens unverzichtbarer sachverständiger Zeuge für die dringliche Aufklärung und Aufarbeitung der aktuell bekannt gewordenen Ausspähaktionen US-amerikanischer und anderer Nachrichtendienste gerade auch in Deutschland. Das liegt in unser aller Interesse.

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