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Kandidatenduell: Merkel für Syrienkrieg auch ohne UN-Mandat

Kandidatenduell: Merkel für Syrienkrieg auch ohne UN-Mandat

Geschrieben von: Jürgen Elsässer 1. September 2013 (Foto: screenshot youtube)

“Bilderberger” Steinbrück kämpfte wacker. – Der Unterhaltungswert der 90 Minuten war schwach. Da muss man die beiden schon sehr mögen – oder wie ich aus beruflichen Gründen zur Beobachtung gezwungen sein. Rein vom Schlagabtausch wünscht man sich Leute wie Strauss oder Schröder zurück, auch Brandt war nach einer halben Flasch Rotwein ein guter Fighter. Aber die Kanzlerin mit ihrem Hausfrauenverstand und der allzu kühle Hanseate Steinbrück – bei mir kam da keine Stimmung auf.

Wobei ich finde, dass die beiden Politiker immer noch besser waren als die Journalisten. Raab glich mangelnde Sachkenntnis durch Pampigkeit aus, “Maybrittchen” wurde vor Ehrfurcht vor den Majestäten immer piepsiger, Anne Will kann es im Sitzen besser – und der andere Typ, wie hieß der nochmal?

Reden wir erstmal nicht über Innen- und Sozialpolitik. Das ist sowieso alles Manövriermasse und wird bei den Koalitionsverhandlungen immer so zurecht geknetet, wie es allen gefällt. Prinzipien gibt’s da keine. Am Schluss schenkt Merkel der SPD den Mindestlohn als Morgengabe für eine Große Koalition – aber nur zu 6,79 Euro.

Bei der Frage des Syrienkrieges wurde es dagegen kurzfristig spannend, und da ist ja auch wenig Manövriermasse, da wird es in zwei oder drei Wochen hopp oder topp heißen: Schießt Deutschland mit oder nicht? Besonders frappant war, wie das Journalistenteam diesen Punkt kurz hielt. War das Regieanweisung von gaaaanz oben?

Trotzdem wurde deutlich: Merkel kann sich eine Unterstützung des Krieges nicht nur bei UN-Mandat, sondern auch bloß nach einem Beschluss von NATO oder EU vorstellen, also ohne Legitimation der Vereinten Nationen. Das war schon ihre Linie beim Irakkrieg 2003. Das Völkerrecht gilt ihr nichts. Hauptsache, den Großen Bruder unterstützen.

Steinbrück hingegen will Deutschland in jedem Fall raushalten, und er riet auch den USA von einer Militäraktion ab. Sein Schwachpunkt: Er will die deutschen Soldaten in den NATO-Überwachungsflugzeugen AWACS und mit den Patriot-Raketen an der syrisch-türkischen Front lassen. Darüber könnte die Bundeswehr “rein technisch” in einen Krieg hineingezogen werden, den ein Kanzler Steinbrück “eigentlich” ablehnt. Aber als Bilderberger muss er eben Rücksicht nehmen …

Fazit: Ich wähle beide nicht.

AMERICAN GESTAPO

AMERICAN GESTAPO

Geschrieben von: Ken Jebsen Am 31. Juli 2013 unter Aktuell

Aktueller Artikel von Ken Jebsen, der im aktuellen Heft ebenfalls zur NSA-Affäre schreibt (“Man of the Year: Edward Snowden.” https://www.compact-magazin.com/compact-august-2013/ )

Und der am 15.8. bei COMPACT Live in Berlin – mit Jürgen Elsässer u.a. – zu dieser Thematik spricht.
(Anmeldung hier: https://www.compact-magazin.com/15-08-berlin-juergen-elsaesser-big-brother-usa-haelt-deutschland-besetzt/ )

Überrascht spielen, oder: Die konsequente Weigerung der deutschen Presse, selbst nach der NSA-Affäre das ganze Bild sehen zu wollen.

Angenommen, Audi bringt zur nächsten IAA ein Auto auf den Markt, das zu 100% elektrisch fährt, 150 km/h Spitze macht, in Sachen Reichweite 750 km angibt und binnen 15 Minuten an jeder Steckdose geladen werden könnte. Würde sich irgendjemand aus der Branche die Frage stellen:
Was wusste man bei VW von diesem Superauto?
Natürlich nicht. Audi ist, genau wie inzwischen Porsche, Teil des VW-Konzerns, der mehr als 15 Marken, darunter auch Suzuki oder Ducati, unter einem Dach vereint hat und, je nach Kundenklientel, unterschiedlich vermarktet.

http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/ducati-panigale-man-kann-audi-verstehen-11814898.html

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/855810/vw-kauft-sich-bei-suzuki-ein.html

Die Slogans mögen sich dabei noch unterscheiden, die Basis-Technik tut dies kaum noch. Warum auch. Sinn und Zweck von Zukäufen sind ja gerade, bei der Entwicklung von modernen Fahrzeugen, im Verbund, also zusammen, EINEN Motor, EINE Plattform oder EIN Sicherheitsfeature zu entwickeln, um diese EINE Entwicklung dann über die Anzahl der abgesetzten Fahrzeuge deutlich günstiger als die Konkurrenz anbieten zu können. Vorsprung durch Teamwork.

Von daher ist die Frage bezüglich des neuen Stromflitzers von Audi, ausgestellt auf einer der wichtigsten Automessen der Welt, der IAA, nämlich: was wusste VW, absurd.

VW war der Auftraggeber. VW hat die Entwicklungskosten vorgestreckt. VW profitiert. Auch wenn einzelne Komponenten des Wagens, z.B. das Fahrwerk, bei Porsche entwickelt wurden, während Teile des Innenraumdesigns von einer VW-eigenen Designschmiede in Kalifornien und die prägende Linienführung vom aktuellen Audi-Chefzeichner stammen. Fakt ist, VW, also der Volkswagenkonzern, wird diesen Wagen auf der Messe nicht zum ersten Mal gesehen haben. VW kennt jede Schraube. Der neue Elektro-Audi ist eine 100%ige Entwicklung des Konzerns VW. Ohne wenn und aber.

Dieses Beispiel aus der Automobilindustrie macht unmissverständlich klar, auf welch lächerlichem Niveau wir uns dieser Tage von den Massenmedien informieren lassen müssen, wenn es um die Frage geht:

Was wusste die Kanzlerin über die NSA-Spitzel-Aktivitäten, und wie weit ist der BND involviert?

Zum Weiterlesen: