Tag-Archiv | Euro-Krise

Edathy-Skandal: ARD und ZDF mauern für die SPD

Welche Konsequenzen wird die SPD aus der Verstrickung ihrer Spitze in den Fall Edathy ziehen? ARD und ZDF haben nach dem Friedrich-Rücktritt die Handbremse in der Berichterstattung angezogen. (Foto: dpa)

Welche Konsequenzen wird die SPD aus der Verstrickung ihrer Spitze in den Fall Edathy ziehen? ARD und ZDF haben nach dem Friedrich-Rücktritt die Handbremse in der Berichterstattung angezogen. (Foto: dpa)

Im Fall Edathy wird der Staatsanwalt vermutlich auch das Verhalten der SPD-Spitze überprüfen. ARD und ZDF haben nach dem Friedrich-Rücktritt bereits mit der Vorwärts-Verteidigung der SPD begonnen. Die Sender versuchen plötzlich, das Thema kleinzureden – und fordern, die Regierung müsse sich Wichtigerem zuwenden: dem Kampf gegen die „Populisten“ bei der EU-Wahl.

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Euro-Krise: CDU will Spitzen-Steuersatz auf 49 Prozent erhöhen

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wirbt in der Partei schon vor den Koalitionsgesprächen für einen höheren Spitzensteuersatz. (Foto: dpa)CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wirbt in der Partei schon vor den Koalitionsgesprächen für einen höheren Spitzensteuersatz. (Foto: dpa)

Wahl-Versprechen – Die CDU bereitet für die neue Regierung ein massives Steuererhöhungsprogramm vor. Als erstes soll der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent angehoben werden. Angela Merkel braucht das Geld, um die zu erwartenden Kosten aus der Euro-Rettung zu decken.

  | , 10:05 Uhr

Die Stunde der Wahrheit: Nach der Wahl kommt die große Enteignung

Die nackte Wahrheit: Nach der Wahl wird Angela Merkel den Deutschen sagen müssen, dass alle für die Schulden bluten müssen. (Foto: dpa)Bundestagswahl – Wer wirklich regiert

Die nackte Wahrheit: Nach der Wahl wird Angela Merkel den Deutschen sagen müssen, dass alle für die Schulden bluten müssen. (Foto: dpa)

Die europäische Schulden-Krise wird ab Montag im Zentrum der Politik der neuen Bundesregierung stehen. Schuldenschnitte und Banken-Rettungen werden schwere Verluste für die deutschen Steuerzahler und Sparer bringen. Eine große Koalition aus Boston Consulting und Goldman Sachs wird den Deutschen sagen, wo es lang geht. Die Pläne sind weit gediehen. In der Abteilung VII des Finanzministeriums wirkt bereits seit geraumer Zeit ein hochrangiger Experte, der die Enteignung kontrolliert durchführen soll.

  | , 04:11 Uhr

Wahlkampfzeit

https://www.compact-magazin.com/wp-content/uploads/2012/09/1120NeuesEditorial-_1.jpg(Editorial in COMPACT 9/2013 von Jürgen Elsässer)

Wahlkampfzeit. Jetzt lügen sie uns wieder die Hucke voll: Die Euro-Krise ist vorbei. Die Energiewende bleibt bezahlbar. Die Renten sind sicher. Die Mieten werden sinken. Die Roma bereichern unsere Kultur. Die Ausländerkriminalität sinkt. In Afghanistan gibt es Menschenrechte. Die NSA hört uns gar nicht ab. Wir nähern uns wieder der Vollbeschäftigung. Die Schwulenehe führt zu Kinderfreundlichkeit. Niemand hat die Absicht, die Steuern zu erhöhen.

Glaubt eigentlich irgendjemand diesen Unsinn? Jeder weiß doch, dass nichts davon der Wahrheit entspricht. Aber die meisten haben sich daran gewöhnt. In Zeiten postmoderner Beliebigkeit kann man sich ohnedies auf nichts mehr verlassen. Jede Partei schleift die Fundamente, auf denen sie gegründet wurde: Die christliche CDU will nichts mehr von der christlichen Ehe wissen, die liberale FDP macht den Kotau vor der diktatorischen EU-Kommission, die sozialdemokratische SPD drückt die Löhne ihrer Arbeiterwähler durch importierte Billiglöhner, die einst gewaltfreien Grünen sind für jeden Krieg zu haben. Legt jemand die Hand dafür ins Feuer, dass die Linken besser sind?

Neben den Blockparteien haben wir die Einheitsmedien. Die vierte Gewalt im Staat hat sich längst abgeschafft. Springer, Burda und Bertelsmann geben die Richtung vor, und alle anderen folgen. Freiwillige Gleichschaltung nennt man das, dazu ist kein Goebbels mehr nötig. Immer mehr Fußkranke fallen aus dem Zug der Lemminge heraus: Die Financial Times Deutschland und die Frankfurter Rundschau sind bankrott gegangen, das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost werden als nächste zum Abdecker geschickt, viele anderen krebsen vor sich hin. Das ist nicht die Folge des Internets! Die Leute haben einfach genug von einer Propaganda, die an die letzten Tage der SED erinnert.

Aber reden wir nicht vom Wetter. Reden wir von einer Zeitschrift, die in diesem schwierigen Umfeld zur Offensive angetreten ist, reden wir von COMPACT:Nachdem wir unsere Auflage in den letzten beiden Jahren auf 30.000 verdreifacht haben, wollen wir nun mit verbessertem Layout weiter durchstarten. Der Gleichschaltung, die andere Medien verkrüppelt hat, werden wir uns nicht unterwerfen. Genau deswegen sind unsere Chancen gut, denn die meisten Menschen durchschauen die Lügenpropaganda des Systems. Noch wagt kaum einer zu widersprechen, weil er sich isoliert fühlt. Doch wenn die Verzagten „Mut zur Wahrheit“ fassen, kann sich das schnell ändern. Aus genau diesem Grunde hat COMPACT genau diesen neuen Slogan gewählt. „Mut zur Wahrheit“ ist unseren Redakteuren eine Verpflichtung – und soll allen Unzufriedenen ein Ansporn sein.

Die schweigende Mehrheit kann die Verhältnisse zum Tanzen bringen, wenn sie ihre Stimme wiederfindet. COMPACT ist ihr Lautsprecher, weil wir drucken und verbreiten, was andere nicht zu schreiben wagen. Ein paar Beispiele: Deutschland ist immer noch ein besetztes Land. Wir Nachgeborenen sind nicht schuld an den Nazi-Verbrechen. Unser Volk ist nicht besser, aber auch nicht schlechter als andere Völker. Die USA und Israel sind die größten Gefährder des Weltfriedens. Der Euro ist die Abrissbirne für Europa. Weitere Zuwanderung ist nicht verkraftbar.

Wir reden Klartext, zuverlässig Monat für Monat, nunmehr seit fast drei Jahren. Bei uns schreiben Journalisten, die sich nie vom Großen Geld kaufen, nie von Drohungen einschüchtern ließen. Unser Verlag ist unabhängig und nicht erpressbar. Vielleicht am wichtigsten: COMPACT ist nicht links und nicht rechts, sondern vorn. Wir geben keine politische Linie vor, sondern eine Haltung: Magazin für Souveränität. Das ist der aufrechte Gang, das Gespräch auf Augenhöhe, der Stolz auf das Erreichte, der Bürgersinn, die Suche nach dem Ich ohne Verzicht auf das Wir. Der Souveränist weiß: Positive Veränderungen sind nur aus dem Volk, durch das Volk und für das Volk vorstellbar. Unter den Linden, wo wir uns finden – da ist auch ein Platz für mich und meine Eigenheiten.

Um zu verstehen, was heute schief läuft, muss man nicht studiert haben. Der Handwerksmeister und die Hausfrau wissen ganz genau, wo der Schuh drückt – und COMPACT bringt sie zusammen. Zum Beispiel auf unserer großen Konferenz mit Thilo Sarrazin, Peter Scholl-Latour und Eva Herman am 23. November in Leipzig. Wer „Mut zur Wahrheit“ hat – kann der eine bessere Stadt finden, um „Wir sind das Volk!“ zu rufen?

 Editorial von COMPACT 9/2013 – am Kiosk ab 29.August.

COMPACT präsentiert sich ab sofort in neuem, härteren “compacteren” Layout. Unser Titelthema im September: ABWÄHLEN: Die amerikanische Kanzlerin. Lesen Sie hier das vollständige Inhaltsverzeichnis. Und hier folgt das Editorial von Chefredakteur Jürgen Elsässer, ein Manifest für ehrlichen Journalismus in Zeiten der Lügen (nicht nur der Lügen des Wahlkampfes, sondern auch der blutigen Lügen der Kriegsvorbereitung wie aktuell in Syrien. Sehen Sie hierzu das Video, das ein Giftgas-Labor der Rebellen-Terroristen zeigt…)

COMPACT – Mut zur Wahrheit!

Die neue Armut: Deutsche stehlen Kaffee im Supermarkt

 |  Veröffentlicht: 19.08.13, 01:32  |  Aktualisiert: 19.08.13, 01:33  |  47 Kommentare

Mit dem Wohlstand in Deutschland kann es nicht so weit her sein: Supermärkte melden einen dramatischen Anstieg der Diebstähle von Kaffee. Die ersten Ketten reagieren – Kaffee verschwindet aus den Regalen und kommt hinter Plexiglas und hinter Gitter.

Kaffee wird in Zeiten der Krise für viele Deutsche zum Luxus-Gut. (Foto: DWN)

Kaffee wird in Zeiten der Krise für viele Deutsche zum Luxus-Gut. (Foto: DWN)

Kaffee ist für viele Deutsche zum unerschwinglichen Luxus geworden. Ob Fulda, Bonn, Mainz, Erkrath oder Sachsen – die Polizei muss sich in jüngster Zeit immer häufiger mit dem Diebstahl von Kaffee beschäftigen. In Berlin ist das Problem besonders drängend: Hier haben die ersten Supermärkte nun mit drastischen Maßnahmen reagiert: Kaffee wird aus den normalen Regalen hinter Gitter oder Plexiglas verbannt, wie die Berliner Zeitung berichtet. Noch nie sei so viel Kaffee gestohlen worden, der Regionalmanager von Kaiser’s Tengelmann spricht von mehreren 100.000 Euro Schaden. Edeka und Reichelt halten Kaffee seit einiger Zeit unter Verschluss. Rewe füllt nur noch wenige Pakete in die Regale, um den Schwund unter Kontrolle zu handeln.

Nach Polizeierkenntnissen sind es vor allem Hehler-Banden, die Kaffee im großen Stil stehlen, um ihn dann auf Flohmärkten oder an Gastronomen zu verkaufen. In Erkrath entwendeten drei junge Männer am helllichten Tag bei Penny 96 Kaffeepakete.

Insgesamt sind die Diebstähle von Lebensmitteln ein wachsendes Problem für den Handel. Denn anders als die offizielle Statistik angibt, wird offenbar massiv gestohlen: Das Kölner Handelsinstitut EHI hat in einer Studie festgestellt, dass im Jahr 2012 Waren im Wert von 3,8 Milliarden Euro gestohlen wurden. Das EHI gibt an, dass deutsche Haushalte im Durchschnitt Waren im Wert von 50 Euro pro Haushalt stehlen.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich viele Deutsche bestimmte Lebensmittel wie Kaffee nicht mehr leisten können. Der wirtschaftliche Erfolg von Hehlern belegt diese Tatsache: Die Leute können die Ware billiger kaufen, wenn sie am Flohmarkt zu einem Bruchteil des offiziellen Preises abgegeben werden können.

Kaffee hat in diesem Zusammenhang eine besondere Symbol-Bedeutung: Noch sind die Erzählungen in Erinnerungen, wie in Kriegs- und Krisenzeiten Kaffee besonders begehrt war. Das Getränk ist für viele Bürger ein Zeichen für einen Mindest-Standard an Lebensqualität.

In der Wirtschaftskrise scheint Deutschland hier bereits wieder dort angekommen zu sein, wo viele Bürger das Gefühl haben, „ganz unten“ angekommen zu sein.
Man braucht nicht nach Griechenland zu blicken, um festzustellen: Die Krise in Europa hat die Bürger erreicht. Armut ist offenbar auch dort eine Realität, wo die Statistiken noch den Eindruck einer heilen Welt erwecken.

Umfrage: „Politiker sagen uns nicht die Wahrheit über die Euro-Krise“

Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt eine tiefe Kluft zwischen den Bürgern und der deutschen Politik in der Einschätzung der Euro-Krise. Die Bürger glauben den Politikern nicht und fühlen sich nicht von ihnen vertreten. Meist verstehen die Bürger gar nicht, was die Politiker sagen. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl ist das ein verheerender demokratischer Befund.

Angela Merkel wagt gelegentlich einen Besuch im Neuland Internet. Was sie da sieht, dürfte sie nicht besonders erfreuen: Sie erreicht die Bürger nicht, auch wenn sie wieder gewählt wird. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Angela Merkel wagt gelegentlich einen Besuch im Neuland Internet. Was sie da sieht, dürfte sie nicht besonders erfreuen: Sie erreicht die Bürger nicht, auch wenn sie wieder gewählt wird. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Kluft zwischen den Deutschen und ihren Politikern ist tief.

Wenn es um die Euro-Krise geht, trauen die Deutschen den Politikern nicht über den Weg.

Sie sind erstaunlich resistent gegen die teilweise massive Propaganda.

91 Prozent der Deutschen glauben, dass sie die Auswirkungen der Euro-Krise noch lange beschäftigen wird. Nur 17 Prozent denken, Europa sei über den Berg. Das sind die Ergebnisse einer Langzeit-Studie, die von der Universität Hohenheim und der ING-DiBA durchgeführt wird.

Jeder zweite Deutsche glaubt, dass die Euro-Krise negative Auswirkungen auf den Wohlstand haben werde. 80 Prozent sind sich sicher, dass sie die Kluft zwischen Reich und Arm verschärfen werde. Vier von zehn Deutschen sind der Meinung, dass der Zusammenhalt der Bürger im Land unter den wirtschaftlichen Umständen leiden werde.

Nur einer von zehn Deutschen glaubt, dass die Politiker die Wahrheit sagen, wenn es um die Krise geht. Für die große Mehrheit sind die Aussagen der Politiker unverständlich.

Die Zusammenfassung der Studie im Detail: 14.08.13, 00:49Zum Weiterlesen: