Tag-Archiv | http://hinter-den-schlagzeilen.de

Emma, Alice und Angela

SchwarzerBILD1-224x300Als ob es nur um Steuerhinterziehung ginge! Alice Schwarzer hat längst ihren Frieden mit dem kapitalistischen Establishment und seinen journalistischen Hofberichterstattern gemacht. Ihr Feminismus ist auf dem sozialen Auge blind und übersieht, dass menschenfeindliche Politik, wie sie von der Merkel-Regierung gemacht wird, eben auch frauenfeindlich ist, weil Verarmung, Hartz IV und Krieg ja auch Frauen betrifft. Ein solcher Feminismus freut sich, wenn aus Killern – politisch korrekt – KillerInnen werden. Jede Lüge braucht OpportunistInnen, die helfen, sie zu verkaufen. Ellen Diederich – erfahren in Frauen- und Friedensarbeit – nimmt sich in ihrem erhellenden Artikel das System Schwarzer vor.

Die feministische Zeitschrift Emma feierte vor einiger Zeit den 30. Geburtstag. In diesem Blatt hat Alice Schwarzer Unterdrückungserfahrungen, Vorstellungen und Forderungen der Frauenbewegung thematisiert, sie einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt und auch einiges bewirkt.

Lange waren die Inhalte durch die Bewegung bestimmt. Es war ja nicht Alice Schwarzer allein, sondern es waren und sind Millionen Frauen in aller Welt, die das Patriarchat und die daraus resultierende Unterdrückung der Frauen analysierten, Widerstand entwickelten und das auch weiterhin tun. Die Radikalität der Frauenbewegung jedoch hat nachgelassen. Vieles ist auf dem Marsch durch die Institutionen dort hängen geblieben. Anpassungsprozesse sind erfolgt.
Weiterlesen

Israelkritik gleich Antisemitismus?, Teil 2/2

Holdger-PlattaWohlmeinende Deutsche bedauern die jüdischen Opfer des Holocaust, während sie gleichzeitig auf anderen, auf zeitgenössischen Juden herumhacken, wenn diese sich in Israel gegen ein feindliches arabisches Umfeld zur Wehr setzen. So (oder so ähnlich) lauten die Vorwürfe von Freunden der aktuellen israelischen Politik gegen deren Kritiker, und rasch ist das Wort vom “neuen Antisemitismus” zur Hand. Auch “Hinter den Schlagzeilen” griff das Thema unlängst auf, als Ellen Diederich aufgrund eigener Anschauung vor Ort vom Leid in palästinensischen Siedlungen berichtete. “Darf” man das – als Deutsche/r? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Erfahrungen aus dem Dritten Reich uns mahnen, für die Menschenrechte Partei zu ergreifen – egal wo sie verletzt werden (u.a. eben auch in Israel)? Holdger Platta antwortet in seinem Artikel auf einem Vortrag von Henryk M. Broder vor dem Innenausschuß des Deutschen Bundestages und beleuchtet dann weitere Aspekte des Themas. (Den ersten Teil dieses Artikels lesen Sie ein Stück weiter unten auf dieser Seite. Diesen Beitrag weiterlesen »

http://hinter-den-schlagzeilen.de/

Israelkritik gleich Antisemitismus?, Teil1

Holdger-PlattaWohlmeinende Deutsche bedauern die jüdischen Opfer des Holocaust, während sie gleichzeitig auf anderen, auf zeitgenössischen Juden herumhacken, wenn diese sich in Israel gegen ein feindliches arabisches Umfeld zur Wehr setzen. So (oder so ähnlich) lauten die Vorwürfe von Freunden der aktuellen israelischen Politik gegen deren Kritiker, und rasch ist das Wort vom “neuen Antisemitismus” zur Hand. Auch “Hinter den Schlagzeilen” griff das Thema unlängst auf, als Ellen Diederich aufgrund eigener Anschauung vor Ort vom Leid in palästinensischen Siedlungen berichtete. “Darf” man das – als Deutsche/r? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die Erfahrungen aus dem Dritten Reich uns mahnen, für die Menschenrechte Partei zu ergreifen – egal wo sie verletzt werden (u.a. eben auch in Israel)? Holdger Platta antwortet in seinem Artikel auf einem Vortrag von Henryk M. Broder vor dem Innenausschuß des Deutschen Bundestages und beleuchtet dann weitere Aspekte des Themas.
Weiterlesen

Konstantin Wecker: Wenn die Börsianer tanzen

Konstantin_Wecker_Buergerrechte_01Um die Jahrtausendwende startet Konstantin Wecker auf seiner “Vaterland”-CD wieder einmal einen politischen Großangriff, repräsentiert u.a. durch das Titellied, durch “Amerika” und dieses kabarettistische Chanson. So “lustig” das Lied ist, zeigt es doch, dass Wecker als einer der wenigen Künstler den Ernst der Lage begriffen zu haben scheint, die sich durch den neoliberalen Weltputsch der 80er und 90-Jahre ergeben hat. Musikalisch und hinsichtlich der makaberen Scherze ist es eher ein Chanson im Georg-Kreisler-Stil, das schon ein wenig auf “Das Lächeln meiner Kanzlerin” und “Der Virus” vorausdeutet.

http://hinter-den-schlagzeilen.de/

 

 

 

DIAMRULW

Adrette Botschafterin des Tötens, Teil 2/2

wecker

Bild: Militärfreundlicher Film “Kongo”: “Was ist ein weiblicher Krieg?

http://hinter-den-schlagzeilen.de

“Soldaten sind, man glaubt es nicht, aufs Sterben gar nicht so erpicht”, sang Reinhard Mey. Das soll sich jetzt ändern, denn Ursula von der Leyen, neue “Mutter aller Schlachten”, möchte den Soldatenberuf attraktiver und familienfreundlicher machen. Dazu gehört auch eine bessere Kinderbetreuung, quasi am Rand der Schlachtfelder. Soldaten soll der Rücken frei gehalten werden, damit sie getrost im Ausland kämpfen – und wenn’s blöd läuft die Frauen und Kinder anderer töten – können. Diesen gefährlichen Wahnsinn entlarvt die langjährige Friedensarbeiterin Ellen Diederich in ihrem leidenschaftlichen, gut recherchierten Artikel. “Nebenbei” deckt sie auf, worum es in Afghanistan eigentlich geht und was Krieg für Betroffene wirklich bedeutet. (Den ersten Teil dieses Artikels lesen Sie ein Stück weiter unten auf dieser Seite.)
Weiterlesen

Aufruf zu einem Europäischen Frühling

Krokus2

Es wird Zeit für eine Große Außer-parlamentarische Opposition (GrAPO). Als Reaktion auf die gefährliche Macht-konzentration in den Händen eines neoliberalen Kartells aus Union, SPD und Wirtschaft hat Konstantin Wecker neben anderen Initiatoren diesen Aufruf verfasst. Wer mit ihm im Wesentlichen übereinstimmt und ihn gern unterschreiben möchte, wende sich bitte per Mail an den Mitverfasser Michael Vilsmeier: hamcha@hamcha.de.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD basiert auf einem Wortbruch. Der Politikwechsel wurde verhindert, das Versprechen der SPD-Führung, Angela Merkel als Kanzlerin abzulösen, erwies sich als Wahlbetrug. Das neoliberale Bündnis aus Union, SPD und Wirtschaft spaltet und polarisiert die Gesellschaft. Die Marktwirtschaf werden 16 Millionen Arme und Ausgegrenzte gezählt. Union und SPD verharmlosen diese Realität als Missstand. Im Koalitionsvertrag verweisen sie auf wirtschaftliche Rahmendaten, die eine heile Welt suggerieren. Doch die scheinbaren Erfolge neoliberaler Politik unter Schröder und Merkel stehen in krassem Gegensatz zur Demontage der Sozialsysteme. Der Zusammenhang zwischen exorbitant wachsendem Reichtum Weniger und grassierender Armut wird geleugnet. „Weiter so!“ ist die Devise der Großen Koalition. – Wachstum um jeden Preis ist das erklärte Ziel, ihm werden Mensch und Natur in allen Politikfeldern untergeordnet.

Die Große Koalition will, ungeachtet der NSA-Affäre, Polizei, Geheimdienste und Verfassungsschutz mit den neuesten Technologien der Sicherheits- und Informationstechnik ausstatten und auf europäischer und euroatlantischer Ebene verknüpfen. Der Koalitionsvertrag sieht den Wandel der Bundeswehr von der Verteidigungsarmee zur „Armee im Einsatz“ für „Frieden und Freiheit weltweit“ vor. Die Einführung einer „neuen Generation von Waffensystemen“, die „über Aufklärung hinaus weitergehende Kampffähigkeiten besitzen“, ist Kernstück dieser Neuausrichtung. Im Rahmen der Rüstungskooperation innerhalb der EU und in der NATO sind der Erhalt und die Weiterentwicklung der Rüstungsindustrien vorgesehen. Cybersysteme erfordern, wie in den USA bereits üblich, die Übertragung militärischer Aufgaben an privatwirtschaftliche Unternehmen der IT-Branche. Unter Federführung der Europäischen Verteidigungsagentur stellen sie künftig Personendaten, geografische Daten und technische Infrastrukturen für den Einsatz von Drohnen und Kampfrobotern. Die neuen Waffensysteme senken die Schwelle zum Einsatz militärischer Gewalt.
Weiterlesen