Tag-Archiv | Konstantin Wecker

Konstantin Wecker: Wenn die Börsianer tanzen

Konstantin_Wecker_Buergerrechte_01Um die Jahrtausendwende startet Konstantin Wecker auf seiner “Vaterland”-CD wieder einmal einen politischen Großangriff, repräsentiert u.a. durch das Titellied, durch “Amerika” und dieses kabarettistische Chanson. So “lustig” das Lied ist, zeigt es doch, dass Wecker als einer der wenigen Künstler den Ernst der Lage begriffen zu haben scheint, die sich durch den neoliberalen Weltputsch der 80er und 90-Jahre ergeben hat. Musikalisch und hinsichtlich der makaberen Scherze ist es eher ein Chanson im Georg-Kreisler-Stil, das schon ein wenig auf “Das Lächeln meiner Kanzlerin” und “Der Virus” vorausdeutet.

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DIAMRULW

Aufruf zu einem Europäischen Frühling

Krokus2

Es wird Zeit für eine Große Außer-parlamentarische Opposition (GrAPO). Als Reaktion auf die gefährliche Macht-konzentration in den Händen eines neoliberalen Kartells aus Union, SPD und Wirtschaft hat Konstantin Wecker neben anderen Initiatoren diesen Aufruf verfasst. Wer mit ihm im Wesentlichen übereinstimmt und ihn gern unterschreiben möchte, wende sich bitte per Mail an den Mitverfasser Michael Vilsmeier: hamcha@hamcha.de.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD basiert auf einem Wortbruch. Der Politikwechsel wurde verhindert, das Versprechen der SPD-Führung, Angela Merkel als Kanzlerin abzulösen, erwies sich als Wahlbetrug. Das neoliberale Bündnis aus Union, SPD und Wirtschaft spaltet und polarisiert die Gesellschaft. Die Marktwirtschaf werden 16 Millionen Arme und Ausgegrenzte gezählt. Union und SPD verharmlosen diese Realität als Missstand. Im Koalitionsvertrag verweisen sie auf wirtschaftliche Rahmendaten, die eine heile Welt suggerieren. Doch die scheinbaren Erfolge neoliberaler Politik unter Schröder und Merkel stehen in krassem Gegensatz zur Demontage der Sozialsysteme. Der Zusammenhang zwischen exorbitant wachsendem Reichtum Weniger und grassierender Armut wird geleugnet. „Weiter so!“ ist die Devise der Großen Koalition. – Wachstum um jeden Preis ist das erklärte Ziel, ihm werden Mensch und Natur in allen Politikfeldern untergeordnet.

Die Große Koalition will, ungeachtet der NSA-Affäre, Polizei, Geheimdienste und Verfassungsschutz mit den neuesten Technologien der Sicherheits- und Informationstechnik ausstatten und auf europäischer und euroatlantischer Ebene verknüpfen. Der Koalitionsvertrag sieht den Wandel der Bundeswehr von der Verteidigungsarmee zur „Armee im Einsatz“ für „Frieden und Freiheit weltweit“ vor. Die Einführung einer „neuen Generation von Waffensystemen“, die „über Aufklärung hinaus weitergehende Kampffähigkeiten besitzen“, ist Kernstück dieser Neuausrichtung. Im Rahmen der Rüstungskooperation innerhalb der EU und in der NATO sind der Erhalt und die Weiterentwicklung der Rüstungsindustrien vorgesehen. Cybersysteme erfordern, wie in den USA bereits üblich, die Übertragung militärischer Aufgaben an privatwirtschaftliche Unternehmen der IT-Branche. Unter Federführung der Europäischen Verteidigungsagentur stellen sie künftig Personendaten, geografische Daten und technische Infrastrukturen für den Einsatz von Drohnen und Kampfrobotern. Die neuen Waffensysteme senken die Schwelle zum Einsatz militärischer Gewalt.
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Hinter den Schlagzeilen, oder „Unter dem Mantel der Nächstenliebe“

AdventsSpendenGalaHoldger Platta durchleuchtet die Advents-Spendenaktion einer großen Tageszeitung. Stets wird, wenn das Christkind naht, in den Medien punktuell Rührung geschürt, ohne dass die Systemursachen für das Massenphänomen Armut benannt oder gar angegangen werden. Mitleidige Spender aus der Mittelschicht müssen so die sozialen Verwerfungen abdämpfen, die durch Politik- und Marktversagen verursacht wurden.

Ganz großartig, könnte man sagen: in vielen Tageszeitungen der Bundesrepublik laufen derzeit Hilfsaktionen für Arme und Arbeitslose, für alte und erkrankte Menschen. Weihnachtszeit, das bedeutet: Deutschland hilft, auch durch ganze Artikelserien in ihren Regionalblättern. Tatsächlich nur dieses: großartig?

Ich habe mir während der letzten drei Wochen in unserer örtlichen Tageszeitung diese Berichte über hilfsbedürftige Menschen in der Bundesrepublik einmal etwas genauer angesehen, und zwar die Artikel in der Northeimer Ausgabe der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine“ (HNA). Es handelt sich um Beiträge zu einer großangelegten Spendenkampagne mit dem Titel „Aktion Advent“.


Eine Hilfsaktion mit menschlichem Antlitz …

Zuallererst ist festzustellen: die betreffende Redakteurin schreibt aus spürbarem Mitleid heraus, auch Töne der Herablassung fehlen, sogar das sonst nicht selten anzutreffende Verkitschungsvokabular gibt es in diesen Berichten nicht. Nein, gegen diese Art freiwilliger Caritas ist in menschlicher Hinsicht nichts einzuwenden. Und außerdem gilt: tatsächlich ist in Deutschland zur Adventszeit die Spendenfreude sehr groß. Was da gespendet wird, an Geldbeträgen oder Gegenständen, an Kinderspielzeug und Kleidung, an Esswaren und Süßigkeiten, das kommt bei den Hilfsbedürftigen zumeist auch an – im doppelten Wortsinn (lassen wir mal die Frage beiseite- nicht ganz unwichtig! -, wer den Kreis der Menschen ausgewählt hat, die Hilfe erhalten, nach welchen Kriterien das geschah, welche Zufälligkeiten also im Spiel sind und welche Willkür da regiert!).
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Ein Aufruf gegen Massentierhaltung, von Konstantin Wecker

SchweinSchlachthofAuch Konstantin Wecker nimmt sich in diesem Beitrag des Schicksals der Tiere an. Vernunft, Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, aber auch schlichtes Mitgefühl legen es nahe, sich gegen Massentierhaltung zu engagieren und – sofern noch nicht geschehen – Schritte zu einer vegetarischen oder veganen Lebensweise zu unternehmen.

Liebe Freunde,

diesen Aufruf unterstütze ich von Herzen gerne. Er ist eine Aktion des Tollwood Winterfestivals in München, ein Schreiben an die Kanzlerin:

Was wir in unserer völlig mitleidsfreien, entsolidarisierten und entsensibilisierten Gesellschaft unseren Artgenossen, den Tieren, antun, ist ein zum Himmel schreiendes Unrecht. Gewisse Kommentare zum sogenannten „Veggieday“ haben mich vor einigen Wochen schon das Gruseln gelehrt. Unerträgliche Machosprüche, die Fleischkonsum mit Männlichkeit gleichzusetzen suggerieren, sind an Dummheit nicht zu überbieten. Ob man das staatlich verordnen sollte, ist eine andere Frage. Ich stehe nicht auf Verordnungen und halte Aufklärung für den sinnvolleren Weg. Aber hier geht es erstmal gar nicht um die Diskussion, ob und wieviel Fleischkonsum die Welt noch verträgt, sondern um das entsetzliche Gemetzel, das an Tieren in Massentierhaltung verbrochen wird.

Die Sozialpsychologin Melanie Joy beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, warum Menschen Fleisch essen. Ihre provokante These: Wir leben im Karnismus, in einem gewalttätigen System, in dem es normal und notwendig erscheint, Tiere zu töten. Ich sehe das genauso. Tiere töten passt zu unserem neoliberalen System, in dem das Recht des Stärkeren gegenüber einem gerechten Miteinander propagiert wird.
Und stärker sind nun mal die, die das Geld und deshalb die Macht haben zu töten.

Massentierhaltung, die auch noch fleißig subventioniert wird, ist ein Verbrechen. Wer nur einmal die Augen nicht verschlossen hat vor den Bildern dieser unsäglich gequälten und wie wir fühlenden Lebewesen, wird mir Recht geben. Tiere haben ein Recht auf ein tiergerechtes, ihren natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen entsprechendes Leben. Sie dürfen nicht länger manipuliert werden, um sie unzureichenden Haltungsbedingungen anzupassen, die dazu dienen, wirtschaftliche Produktionsziele zu verfolgen und den Gewinn zu maximieren. Das Tierschutzgesetz muss geändert werden.

Hier kann man unterschreiben!

https://www.tollwood.de/winterfestival-2013/artgerecht/unterschriftenaktion/

Quelle: http://hinter-den-schlagzeilen.de/