Tag-Archiv | Museum der Belgischen Nationalbank

Die Kaurimuschel, eine besondere Währung, vor vielen Jahren

kauri2Wenn man von der Kaurimuschel redet, denkt man nicht unbedingt sofort an das Museum der Belgischen Nationalbank. Und dennoch besitzt das Museum neben seiner beachtlichen Münz- und Banknotensammlung auch eine breite Palette von Warengeld, bei der die Kaurimuscheln einen breiten Platz einnehmen.

Schon vor unserem Zeitalter dienten diese Muscheln als Zahlungs­mittel, und ihr Besitz war ein untrügliches Zeichen für Reichtum und Macht. Sie behielten diesen Status bis zum 20. Jahrhundert. Alle Merkmale, die man von einer Währung erwartet, nämlich Solidität, leichte Handhabung, Teilbarkeit und die Tatsache, dass sie leicht zu erkennen ist, weisen diese kleinen Muscheln auf, deren beiden Hauptarten cypraea moneta und cypraea annulus heißen. Im Vergleich zu Lebensmitteln, die per Definition verderblich sind, oder zu Federn, die von Ungeziefer befallen werden können, sind sie leicht zu handhaben; außerdem sind sie klein und so man kann sie leicht bei sich tragen.

Darüber hinaus sind sie durch ihre Form und ihr schönes Aussehen vor Fälschungen geschützt. Und schließlich haben sie praktisch alle dieselbe Form und dieselbe Größe, sodass man sie nur zählen oder wiegen musste, um den Wert einer Zahlung zu bestimmen. Sie waren meist zu einem Armband oder einer Halskette aufgefädelt oder zu größeren Einheiten zusammengefasst. So wurden auf dem Markt von Bengalen große Transaktionen mit Kaurimuschelkörben beglichen. Jeder Korb enthielt rund 12 000 Muscheln. Die Form der Kaurimuschel machte sie außerdem zu einem Fruchtbarkeitssymbol, was sie für manche Völker umso wertvoller machte.
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