Tag-Archiv | Privatsphäre

Hetzjagt: Medien veröffentlichen Wohnhaus und Telefon-Nummer von GDL-Chef Weselsky

Beispiellose Hetzjagd: Die Bild fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer Weselsky die Meinung zu "geigen", der Focus veröffentlicht Bilder vom Wohnhaus Weselskys. (Foto: dpa)Beispiellose Hetzjagd: Die Bild fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer Weselsky die Meinung zu „geigen“, der Focus veröffentlicht Bilder vom Wohnhaus Weselskys. (Foto: dpa)

Medien – „Geigen Sie ihm Ihre Meinung“

Die Bild-Zeitung fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer die Meinung zu „geigen“ und veröffentlicht seine Büro-Telefonnummer. Der Focus bringt ein Foto vom Wohnhaus Weselskys und vom Klingelschild, auf dem steht: „Fam. Weselsky“. Es muss diesen Medien ziemlich schlecht gehen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten  |

BND will soziale Netzwerke ausspähen

BND will soziale Netzwerke in Echtzeit ausspähen

STIMME RUSSLANDS Der geplante Ausbau der Überwachung sozialer Netzwerke durch den Bundesnachrichtendienst stößt auf Kritik, berichtet ndr.

Der BND habe keine rechtliche Grundlage für eine solche Überwachung, sagte der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Weichert. Deutschland dürfe sich nicht über das Vorgehen des US-Geheimdienstes NSA beschweren und gleichzeitig dasselbe praktizieren, erklärte der SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Flisek. Der BND will solche Plattformen wie Twitter und Facebook künftig nicht nur nachträglich auf Verdacht, sondern automatisch in Echtzeit ausforschen. So sollen Stimmungen in der Bevölkerung ausländischer Staaten früher erkannt werden.

USA lehnen Anti-Spionage-Abkommen mit Deutschland ab

Er wird weiter ungefiltert erfahren, was hinter ihrem Rücken vor sich geht: US-Präsident Barack Obama und Angela Merkel. (Foto: dpa)Er wird weiter ungefiltert erfahren, was hinter ihrem Rücken vor sich geht: US-Präsident Barack Obama und Angela Merkel. (Foto: dpa)

Diplomatie – Schlappe für Merkel

US-Sicherheitsberaterin Susan Rice hat deutsche Forderungen nach einem Anti-Spionage-Abkommen zurückgewiesen. Die USA wollen keinen Präzedenzfall schaffen. Damit sind die Ankündigungen von Angela Merkel zur NSA-Kontrolle hinfällig.

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Gefährliche Pornos: Justiz jagt Nutzer in ganz Deutschland

Nutzer des Porno-Portals Redtube haben ein Problem. Das Landgericht Köln hat ihre Identitäten bei der Telekom abgefragt und weitergereicht. Dazu war das Gericht nicht berechtigt. (Foto: dpa)Nutzer des Porno-Portals Redtube haben ein Problem. Das Landgericht Köln hat ihre Identitäten bei der Telekom abgefragt und weitergereicht. Dazu war das Gericht nicht berechtigt. (Foto: dpa)

Überwachung – Nutzerdaten zu Unrecht weitergegeben

Nutzer des Porno-Portals Redtube sollen 250 Euro Mahngebühren zahlen, weil sie angeblich gegen Urheberrecht verstoßen haben. Das Landgericht Köln hat bei der Telekom ihre Identitäten ermittelt. Doch die Nutzung von Streaming-Portalen gilt als privater Gebrauch und stellt keine Urheberrechtsverletzung dar.

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Bundestag: Netzaktivisten erwarten Einschränkung der Internet-Freiheit

Für Angela Merkel ist das Internet nach eigenen Aussagen noch Neuland. Datenschutz ist deshalb nicht so wichtig wie Überwachung zur Bekämpfung von Terrorismus (Foto: dpa)Für Angela Merkel ist das Internet nach eigenen Aussagen noch Neuland. Datenschutz ist deshalb nicht so wichtig wie Überwachung zur Bekämpfung von Terrorismus (Foto: dpa)

Internet – Kein ausreichender Datenschutz

Die neue Bundesregierung dürfte die Überwachung im Internet vorantreiben. Weil die Große Koalition praktisch alles beschließen kann, was sie will, ist damit zu rechnen, dass die Freiheit im Internet weiter eingeschränkt wird. Ideologie (CDU) und Unkenntnis (SPD) sind eine schlechte Koalition, wenn es um freie Meinungsäußerung im Netz geht.

  | , 02:39 Uhr

US-Behörden haben Zugriff auf das Buchungs-System der Lufthansa

Bürgerrechte: TSA überprüft, wer einchecken darf

Bevor ein Passagier seinen Flug in die USA antreten kann, wird er von den US-Behörden noch einmal überprüft. Erfüllt er nicht die Voraussetzungen der Amerikaner, bekommt er keine Bordkarte. (Foto: DWN)Bevor ein Passagier seinen Flug in die USA antreten kann, wird er von den US-Behörden noch einmal überprüft. Erfüllt er nicht die Voraussetzungen der Amerikaner, bekommt er keine Bordkarte. (Foto: DWN)

Die amerikanischen Sicherheits-Behörden können direkt in das Buchungs-System der Lufthansa eingreifen. Offenbar machen die US-Schnüffler regen Gebrauch von dieser Möglichkeit, wie ein aktueller Vorfall zeigt. Die Lufthansa bestätigte, dass sie den amerikanischen Behörden Daten zur Verfügung stellt, wollte jedoch zu Details aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen. Die flächendeckende Schnüffelei hat also bereits praktische Folgen für jeden Europäer. Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet. Gegen die Macht der Behörden ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

  | , 02:11 Uhr

Rechenzentrum der Apotheken verkauft Daten von deutschen Patienten

Ein Rechenzentrum der Apotheken verkauft millionenweise Patientendaten an Marktforschungsunternehmen. Diese zahlen nur wenige Cent pro Datensatz und können die unzureichende Verschlüsselung leicht umgehen. Die Apotheken verletzen ihre Schweigepflicht. Pharma-Firmen profitieren davon und platzieren ihre Produkte besser am Markt.

Der Handel mit Rezeptdaten hat viele Profiteure. Die Versicherten gehören nicht dazu. (Foto: Flickr/studiospecialplace)

Der Handel mit Rezeptdaten hat viele Profiteure. Die Versicherten gehören nicht dazu. (Foto: Flickr/studiospecialplace)

Das Apothekenrechenzentrum VSA in München verkauft Patientendaten an Marktforscher und verlangt für den einzelnen Datensatz nur wenige Cent. Bei den Informationen handelt es sich um Rezeptdaten der deutschen Versicherten. Zu den Kunden zählt auch der US-Konzern IMS Health, der nach eigenen Angaben die Krankheiten von weltweit 300 Millionen Patienten untersucht, unter ihnen auch 42 Millionen Deutsche.

Wie viele Deutsche Datensätze auf diese Art weiter gegeben wurden, ist noch nicht klar. „Viele Patientenkarrieren sind zurück bis 1992 verfolgbar“, berichtet der Spiegel. Eigentlich ist der Handel mit Rezeptdaten legal, solange die Daten hinreichend verschlüsselt weitergegeben werden. Selbst in verschlüsselter Form lassen sich für Marktforscher noch wertvolle Informationen aus den Rohdaten ermitteln.

Im aktuellen Fall wurden die Daten jedoch nur unzureichend von dem VSA verschlüsselt. Die Marktforscher von IMS Health konnten die Anonymisierung leicht umgehen. Der 64-stellige Code, mit dem die Daten verschlüsselt wurden, lässt sich leicht auf die tatsächliche Versichertennummer zurückrechnen, mit dessen Hilfe Daten wie Alter und Geschlecht ermittelt werden können.

Veröffentlicht: 19.08.13, 01:10Zum Weiterlesen: