Veränderungen

Von Alexander Jobst 

Ich sehe, daß die notwendigen und gerade stattfinden gravierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen dieses Mal weitgehend friedlich über die Bühne gehen werden.

Bei den letzten großen historischen Veränderungen

war exzessive, physische, militärische Gewalt an der Tagesordnung.

Und … das Thema verschiebt sich zunehmend auf staatliche Seite, sodaß sich zunehmend und Stück für Stück für Stück breitere Teile der Bevölkerung hier die Frage nach der Legitimation stellen.

Auch wenn es z.B. während der Blockupy-Proteste 2013 zu einseitiger Gewalt[1][2][3] durch die Einsatzkräfte der Polizei kam und es in Istanbul aktuell [Juni2013][4][5] [6] aktuell heftigst kracht, ist auffällig, daß von den Demonstranten keine maßgebliche Gewalt mehr auszugehen scheint. Das war vor wenigen Jahren z.B. am 01. Mai in Berlin und Hamburg noch anders.[7][8][9]

Auch wenn einige Staaten, wie auch die Bundesrepublik [10] derzeit [2013] oder auch die USA [11][12] an einer Vielzahl „kleinerer“ militärischer Konflikte beteiligt sind, scheinen sowohl Intensität als auch Anzahl insgesamt abzunehmen. Darauf deutet auch die Anzahl der AtomTests hin. [13]

  • „Tatsächlich scheint der klassische Staatenkrieg im Verschwinden begriffen zu sein; innerstaatliche Gewaltkonflikte und die Fragen ihrer Prävention, Regulierung und Beendigung sind jedoch weiterhin komplexe Herausforderungen für die betroffenen Gesellschaften und die Staatengemeinschaft.
  • So ist die Zahl internationaler Interventionen zur Konfliktbeendigung und Friedenssicherung seit dem Ende des Kalten Krieges[14] deutlich angestiegen. Die Erfolgsbilanz der Friedensmissionen fällt ambivalent aus; ihnen gelingt zwar häufig die Sicherung von Waffenstillstandsabkommen unmittelbar nach Ende des Konflikts, die langfristige Friedenskonsolidierung aber scheitert in vielen Fällen.“[15]

Auch wenn im Moment der Eindruck entsteht, daß ein Krieg zwischen den wirtschaftlich Mächtigen [16] mit den wirtschaftlich ohnmächtigen[17][18] tobt, würde ich das so nicht unterschreiben.

Warum ?
Vorab:
Auch wenn ich mich oftmals über die gefühlte Ignoranz weiter Bevölkerungsteile bezüglich der in meinen Augen anstehenden Herausforderungen ärgere. Es sind nicht nur Themen wie Wirtschaft, Geld, Umwelt oder (ethische) Werte gemeinsam zu diskutieren.

Auch wenn ich mich darüber ärgere, daß sich Teile der Bevölkerung keinen Kopf zu machen scheinen, welchem „Job“ sie aktuell nachgehen und auf welchen Fakten „ihr kleiner Wohlstand“ beruht. [19][20]
Im „Ländle“ Baden-Württemberg [21][22] und in Bayern [23][24] haben z.B. die größten deutschen Waffenexporteure ihren Sitz und (z.T.) ihre Produktionsstätten.

Alle diese Fakten mögen auf den ersten Blick auf einen „großen Knall“ hindeuten, der durchaus in der Lage ist, unseren Planeten, unsere Welt dauerhaft ins Nirvana zu befördern. Und … es wird anders kommen.

Auch die Menschen in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien oder Irland führen keinen Krieg mehr. Was ich persönlich absolut erstaunlich empfinde, sie adressieren (überwiegend und m.E. treffend) Zustände und keine Personen.

Woher rührt also mein Optimismus in Bezug auf friedliche Veränderungen ?
Nun, recht einfach … Menschen scheinen zunehmend zu erkennen, daß
a) sie (zu) lange Teil des Systems waren
b) sie (zu) lange Zeit manipuliert wurden
c) die nahezu einzige Chance zur Veränderung in einer (radikalen) Veränderung ihrer Lebensgewohnheiten, ihrer Lebensauffassungen und ihrer Bilder für eine gemeinsame Zukunft liegt.

Mir scheint es, daß sich gewissermaßen ein globales Bewußtsein sowohl für die sogenannten „ökonomischen Zusammenhänge“ als auch für die zwischenmenschliche Entwicklung herausbilden. Immer mehr Menschen erkennen, daß nicht die scheinbar ewig gepredigte Konkurrenz für Fortschritt verantwortlich ist, sondern die Fähigkeit zur Ko-Operation. Immer mehr Menschen erkennen, daß einerseits ein Wettbewerb um die „beste Idee“ sinnvoll ist … auf der anderen Seite eben auch Kompromisse.

Die Glaubwürdigkeit und die „Führungsfähigkeit“ der sogenannten Eliten scheint mir, nunja, ziemlich im Arsch zu sein.
Auf der einen Seite steht der Versuch der „Eliten“ durch Macht zu führen – auf der anderen Seite steht der AlternativEntwurf von „Akzeptanz durch Kompetenz.“ Wer, wie viele anarchistische Strömungen an eine Freiheit ohne Ordnung/ Struktur glaubt, wird in meinen Augen von der Zukunft maßlos enttäuscht sein. Ohne eine gewisse Struktur, ohne eine gewisse Ordnung wird es nicht gehen.

Allerdings – und hier unterschreibe ich vieles aus dem anarchistischen Umfeld – Kompetenz, Führung und Ordnung sollen so gestaltet sein, daß sie weitgehend machtbefreit sind.

Es gibt viele Initiativen, die sich grundlegende Veränderungen auf die Fahnen geschrieben haben[25][26][27][28] .