Vorsicht Chemie!

7. September 2013beim Honigmann zu lesen

Immer mehr Lebensmittel gleichen Laborprodukten. Sie werden mit Zusatzstoffen versetzt, zu Pillen gepresst und in giftige Plastik­verpackungen gefüllt. Wer gesund essen will, muss höllisch aufpassen.

Gefährliche Mitgift: Tütensuppen, Softdrinks und Süßigkeiten enthalten einen bunten Cocktail aus Zusatzstoffen. Doch was die Fertigkost konserviert, aromatisiert  und appetitlich aussehen läßt, hat Nebenwirkungen: Farbstoffe machen Kinder hibbelig, Geschmacks­verstärker dick und Enzyme krank.

Ein wenig sieht es aus wie in einer altmodischen Apotheke. Links vom Eingang steht ein Schrank, in dem rund 150 Flaschen, Gläser und Dosen unter Verschluss gehalten werden. Hinter Glas, versteht sich. Denn in den Behältern befinden sich Substanzen, von denen einige das orangefarbene Andreaskreuz tragen – sie sind „reizend“ oder „gesundheitsschädlich“.
Auf den Etiketten steht auch, was drin ist: „Propionsäure“, „Sodium-Benzoate“, „Bernsteinsäure“ oder „Azorubin“. Dahinter verbergen sich nicht irgendwelche Mixturen für den Chemieunterricht, sondern Pulver und Lösungen, die unserem täglich‘ Brot zugesetzt werden – auch Zusatzstoffe genannt.

Die Hamburger Lebensmittelstiftung zeigt in ihrem „Zusatzstoffmuseum“, was im Essen aus Tüte oder Dose alles enthalten sein kann (www.zusatzstoffmuseum.de). Es soll verdeutlichen, was man Tag für Tag isst, ohne es zu wissen, sagt Stiftungsvorstand Friederike Ahlers. Darum präsentiert das Museum nicht nur die Chemikalien selbst. In der Ausstellung, die wie ein Supermarkt eingerichtet ist, lässt sich alles begutachten, was durch den Magen geht und Zusatzstoffe in sich haben kann: Milchprodukte, Brot, Tütensuppen, Konserven und Tiefkühlpizza, Saucen, Getränke und Süßes.

Beim Durchschlendern erfährt man, dass Margarine eigentlich schlohweiß ist und erst durch das beigefügte Betacarotin seine gelbliche, butterartige Farbe erhält. Man kann erschnuppern, dass das Bananenaroma in manchem Getränk oder Bonbon nichts anderes ist, als ein Gemisch aus Essigsäure, Isopentylalkohol und Schwefelsäure. „Das Interesse am Zusatzstoffmuseum ist sehr groß“, sagt Friederike Ahlers. Vor allem Schulklassen kommen her, damit Kinder sehen, was alles im Essen steckt. Gesponsert wird das Museum unter anderem vom Tiefkühlanbieter Frosta, der konsequent auf sämtliche Zusatzstoffe in seinen Fertiggerichten verzichtet. – Zum Weiterlesen –

Ein Gedanke zu „Vorsicht Chemie!

  1. Mein letztes Huhn
    Was soll ich nur tun,
    ich habe nur noch ein Huhn.
    Es waren mal an die Tausend,
    alle musste ich verschmausen.

    Es sollte eine Konjunktur sein,
    ich ließ mich auf den Handel ein.
    Europa alle Hühner gleich,
    jedes Ei, jede Feder Bio, mein Bereich.

    An´s Gängelband mit Subventionen,
    für den Bauern sollte es sich lohnen.
    Nur hielt sich die Industrie nicht daran,
    Futter für Profit vergiften kann.

    Meine Hühner sollten frei laufen,
    die Bürger nur Gesundes kaufen.
    Billig sollte es auch noch sein,
    da brach das Konstrukt ein.

    Es regnet Gift von der Schwerindustrie,
    meine Hühner gaben kein Kikeriki.
    So musste ich alle selber essen,
    der Kunde hat mich vergessen.

    Nun steht es da, mein Huhn,
    was soll ich nur tun.
    Essen, dann habe ich kein Ei,
    mit dem Bauer sein ist es vorbei.

    Kollegen haben auf Biogas gesetzt,
    sich mit Mono und Dünger den Boden verätzt.
    Was war der Bauer mal schlau,
    ließ ihn leben von Mich und Ackerbau.

    Wir wollen den Bürger ernähren,
    nicht vergiften mit unseren Ähren.
    „Man schlachtet nicht die Kuh die man melkt“,
    nicht für Masse, nicht für Geld.

    Frank Poschau
    21.10.11

Kommentare sind geschlossen.