Wann beginnt der europäische Krieg?

Wann beginnt der europäische Krieg?
Russisches Kampfflugzeug während eines Manövers. / Bild: Screenshot Euronews

7. August 2014 – Willy Wimmer – Compact-Magazin

In einer Zeit, in der die Kiewer Verbände mit unglaublicher Brutalität gegen ihre eigenen Landleute im Osten der Ukraine vorgehen, macht man sich fertig. Welche Staatsführung irgendeines Staates würde es aushalten können, sähe sie jenseits aktueller Staatsgrenzen ihre Landsleute in einer Orgie von Blut versinken? Warum soll das in Moskau anders sein, wenn von dort aus die Massenflucht und die immer größer werdende Zahl von Toten in der Ostukraine  wahrgenommen werden müssen. Schon der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic war zu seinem Leidwesen mit dieser Fragestellung konfrontiert, als die Serben in der Kraijna um ihre Existenz kämpften. Ob zu Recht oder zu Unrecht, es reichte auch damals die Erinnerung an die Massakrierungen in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Das ist in der Ukraine nicht anders.

Der Manöver-Aufmarsch in der Gegend von Saratow, einem Zielflughafen der Lufthansa, ist ein deutliches Zeichen, mit dem Abschlachten in der Ostukraine aufzuhören und das Desaster zu stoppen. Wenn man genau hinsieht, zeigen sich aufmerksamen und sehr kenntnisreichen Beobachtern, die das gelernt haben, deutliche Signale. Diese Signale sind wie die berühmten Zeichen an der Wand. So soll während des Manövers die 103. Garde-Luftlandedivision aus Witebsk eingesetzt worden sein. Nun ist Witebsk Teil Weißrußlands. Das bedeutet doch, dass Russland im Manöver nicht alleine steht, zumal die Soldaten dieser Elitedivision während der Übung alle Einsatzarten absolviert haben sollen. Und das soll im Ernstfall anders sein?

Es sind aber die Feldzeichen, die wie bei den römischen Legionen, an den Panzerfahrzeugen die Orientierung vorgeben. Die großen Banner sind in blauer Farbe und geben in Russisch zwei Buchstaben wieder, die seit Jahrzehnten eine eindeutige Bedeutung wiedergeben: friedensschaffende Streitkräfte. Seit dem Bürgerkrieg in Tadschikistan 1992 und dem damals befürchteten Einmarsch afghanischer Einheiten nach Tadschikistan, kennt man auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion diese modernen Feldzeichen und weiß um die Bedeutung.

Selbst bei der Betrachtung der militärischen Hardware bleiben keine Zweifel über die Einsatzarten. Luft-verladbare Panzer sind ein deutliches Signal, wenn sie in den Laderäumen riesiger Transportmaschinen verschwinden.

Signale gibt es genug in dieser Gegend und wir liegen an den Stränden Europas und denken an den Sonnenuntergang. So soll die ukrainische Seite in den letzten Tagen drei ballistische Raketen in Richtung Grenze abgefeuert haben. Ballistische Raketen gegen Landwehr-Männer? Oder war das der Fingerzeig mit der nuklearen Waffe, der denen sehr bewusst gewesen ist, die den Abschussbefehl dazu gegeben haben?

Es empfiehlt sich, bei der Betrachtung der Gesamtlage in der Ukraine wenige Monate zurückzublicken. Schon in der Nacht auf dem Kiewer Maidan-Platz, als der Sturz des Präsidenten Victor Janukowitsch besiegelt worden ist, wurden die Bluthunde in Richtung russisch-sprachige Bevölkerung losgeschickt. Aber schnell war klar, dass härtere Maßnahmen die Tagesordnung bestimmen sollten. Der Bevölkerung in der Ostukraine sollte keine Chance gegeben werden, sich mit der neuen Lage abfinden zu können. Gegenwehr wurde benutzt, zu Mitteln nicht eines Polizeieinsatzes sondern einer kriegerischen Aktion greifen zu können. Das Vorgehen aus Kiew, noch dazu mit der in der Ostukraine aus verständlichen Gründen verhassten Nationalgarde und amerikanischen Söldnern konnte nur einen Schluss zulassen: hier im Donbass sollte und musste eine Lage geschaffen werden, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin um den Verlust seines Gesichtes in Russland selbst zwingen muss, seine derzeitigen Manövertruppen dort einzusetzen, wo Hundertausende auf der Flucht und tausende schon getötet oder verletzt worden sind.

Die Falle, die der Westen unter der Führung der USA und des unsäglichen NATO-Generalsekretärs seit Monaten vorbereitet und schließlich gestellt hat, muss in diesen Tagen zuschnappen. Und dann? In der Normandie feierte man im Sommer noch die Landung der Alliierten um dann im Spätsommer Krieg in Osteuropa anzuzetteln, der nicht auf den Donbass beschränkt sein wird. Man kann das Geplärre  von Herrn Anders Fogh Rasmussen nicht mehr ertragen, aber es erfüllt seinen Zweck. Ist das der Hintergrund dafür, einen deutschen Brigadegeneral als Stabschef der US-Truppen in Deutschland zu verwenden. Bindungswirkungen zu bewerkstelligen, die uns in diesen Krieg hineinziehen werden. Der Diensteid dieses deutschen Generals klingt nachweislich schal, wenn es darin heißt: der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen. Im Strafgesetzbuch wird es mit hohen Strafen belegt, wer deutsche Bürger zum Dienst in fremden Streitkräften verleitet. Und das hier im Vorfeld eines neuen europäischen Krieges?