Zentralafrika: Warum der Westen keinen Finger für Präsident Bozizé rührte

5.4.2013. Francois Bozizé, der Präsident der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), der kurz vor Ostern durch die Rebellenkoalition „Seleka“ gestürzt wurde, wurde von seinen Verbündeten Frankreich, USA und Tschad im Stich gelassen, da er zunehmend als eigensinnig galt und Erdölförderungsrechte an chinesische und südafrikanische Firmen vergab, während die ehemaligen französischen Kolonialherren des Öfteren in die Röhre schauen mußten. So waren 200 südafrikanische Soldaten die einzigen ausländischen Truppen in der ZAR, die sich den Rebellen entgegenstellten, aber überrannt wurden, während der Tschad angeblich Milizionäre auf Seiten der Rebellen mitkämpfen ließ.

Zentralafrika-Staaten akzeptieren neuen ZAR-Präsidenten nicht

5.4.2013. Die aus 11 mehr oder weniger in Mittelafrika liegenden Staaten bestehende CEEAC (Wirtschaftsgemeinschaft zentralafrikanischer Staaten) hat den Rebellenführer Michel Djotodia, der sich zum neuen Staatschef der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ausgerufen hat, auf ihrem kürzlich erfolgten Gipfeltreffen im Tschad nicht als Präsidenten akzeptiert und eine Verkürzung der geplanten Übergangszeit von drei Jahren auf 1,5 Jahre sowie die Einrichtung eines „von den treibenden Kräften der Nation gewähltes Kollegium“ gefordert, welches ein neue Verfassung ausarbeiten solle. Wortführer des Treffens war der tschadische Präsident Idriss Déby, der aus bisher ungeklärten Gründen dem gestürzten ZAR-Staatschef
Francois Bozizé im Dezember noch mit Truppen zu Hilfe kam, nun aber ganz offensichtlich die Rebellen unterstützte – die Schweizer „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ) mutmaßt, es gänge dabei um die Nutzung der tschadischen Ölpipeline für mögliche Erdölvorkommen in er ZAR. (Kay Hanisch)