zweiter US-Spion aufgeflogen? – Militärgeheimnisse und Spionageabwehr betroffen

Vom bayerischen Bad Aibling aus hat die NSA früher gelauscht. Was sie jetzt so in Deutschland macht, weiß man nicht genau.Vom bayerischen Bad Aibling aus hat die NSA früher gelauscht. Was sie jetzt so in Deutschland macht, weiß man nicht genau. – Berlin 10. Juli 2014 (APA/IRIB)

Zwischen Deutschland und den USA weitet sich die Spionageaffäre aus.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen zweiten mutmaßlichen US-Spion. Der Mann soll für das Berliner Verteidigungsministerium gearbeitet und die USA beliefert haben. 

Generalbundesanwalt Harald Range erklärte am Mittwoch, dass gegen einen weiteren mutmaßlichen Agenten wegen des „Anfangsverdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit“ ermittelt werde.

In Berlin wurden die Wohnung und die Büroräume des Mannes durchsucht. Er soll im Verteidigungsministerium arbeiten, somit könnte das Ministerium, die Bundeswehr oder der Militärische Abschirmdienst (MAD) betroffen sein. Der MAD, der für die Spionageabwehr zuständig ist, ist neben dem Verfassungsschutz und dem BND der kleinste deutsche Geheimdienst und hat rund 1200 Mitarbeiter.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung, des WDR und des NDR wird dieser neue Fall von Experten noch ernster eingeschätzt als jener in der Vorwoche aufgeflogene. Da war ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) verhaftet worden und hatte danach ein Geständnis abgelegt. Nach Medieninformationen spionierte der 31-Jährige für die NSA und die CIA und lieferte zuletzt geheime Dokumente aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags an die USA.

US-Botschafter John B. Emerson hatte am Mittwoch ein weiteres Gespräch im Berliner Außenministerium, er wurde von Staatssekretär Stephan Steinlein empfangen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte danach, Steinlein habe Emerson „eindringlich klar gemacht, wie wichtig aus unserer Sicht eine aktive und konstruktive Mitwirkung“ der US-Regierung bei der Aufklärung der Vorwürfe sei.